Zeichen für eine bunte Stadt

Über 500 Menschen demonstrierten vor dem Bürgerhaus gegen die AfD

HUNDERTE TEILNEHMER kamen am Dienstagabend zum Protestkonzert „Blues gegen Rechts“, mit dem gegen eine Veranstaltung der AfD demonstriert wurde. (Foto: Schwappacher)

Mörfelden-Walldorf (seb). „Unser Mörfelden-Walldorf ist und bleibt bunt“, rief Ralf Baitinger den Menschen am Bürgerhaus zu, die am Dienstagabend zum Protestkonzert gegen eine AfD Veranstaltung gekommen waren.

Über den Abend verteilt waren es mehr als 500 Teilnehmer, die sich friedlich vor dem Haupteingang versammelten und gegen die AfD demonstrierten. Im Saal referierte unterdessen AfD-Landesvorsitzender Robert Lambrou über die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde, die im Kreisgebiet stark vertreten ist.
Unter dem Motto „Blues gegen Rechts“ hatten Ralf Baitinger und Bodo Kolbe die Gegenaktion organisiert. Gemeinsam mit befreundeten Musikern spielten sie ein rund zweistündiges Konzert, bei dem sie von Liedermacher Siggi Liersch und dem Kabarettisten Jürgen Leber Unterstützung erhielten.
Die Demobesucher waren bunt gemischt. Einige hielten Schilder mit der Aufschrift „Omas gegen Rechts“ in die Luft, andere wurden im Kinderwagen geschoben. Infostände hatten das Integrationsbüro, das evangelische Zentrum für interkulturelle Bildung und das Frauenbüro aufgebaut. 
„Mir wird inzwischen übel, wenn ich hören muss, was unter dem Deckmantel der Besorgnis von sich gegeben wird“, sagte Ralf Baitinger in seinem persönlichen Statement zu Beginn. Die AfD habe Hetze und Ausländerfeindlichkeit salonfähig gemacht und könne nicht als demokratische Partei bezeichnet werden.
Wer gegen die AfD auf die Straße gehe, müsse sich daher auch nicht als Linker titulieren lassen. „Das ist normal, das ist menschlich“, sagte Baitinger zu Demos gegen AfD und rechtsradikale Bewegungen. 
Besonders wichtig war den Organisatoren so auch der überparteiliche Charakter des Protestkonzerts. Bodo Kolbe erinnerte an die Auseinandersetzungen um den Bau der Startbahn West, bei dem alle Fraktionen aus Mörfelden-Walldorf an einem Strang zogen. Solch ein Bündnis gegen die AfD brauche es jetzt. Aktuell sei man davon leider noch zu weit entfernt, so Kolbe.
Trotz der vielen AfD-Gegner wurde niemand am Besuch der AfD-Veranstaltung gehindert, die am Ende wohl knapp 90 Zuhörer verfolgten. Nachdem der Vortrag begonnen hatte, ließ ein von der AfD engagierter Sicherheitsdienst niemanden mehr in den Saal und verwies darauf, dass dieser voll sei.
Zuhörer berichteten von wenigen freien Plätzen und schätzten, dass der überwiegende Teil der Besucher nicht mit der AfD sympathisiere. So waren beispielsweise viele Ahmadiyya gekommen und hörten dem Vortrag zu. 
Vor Beginn der Veranstaltung erklärte Landesvorsitzender Lambrou gegenüber dem Freitags-Anzeiger, die Glaubensgemeinschaft trete zwar gewaltfrei auf, praktiziere aber eine Form des Islam, die nicht mit westlichen Werten vereinbar sei.
So führte der AfD-Politiker etwa die Rolle der Frau bei den Ahmadiyya an und verwies auf die Trennung der Geschlechter bei öffentlichen Veranstaltungen. Dank eines guten „Marketings“ ließen sich dennoch viele Lokalpolitiker auf die Seite der Ahmadiyya ziehen, meinte Lambrou.
„Der Islam ist keine Kernkompetenz der AfD“, sagte Jürgen Leber vor dem Bürgerhaus. Die hessische CDU frage man schließlich auch nicht nach Tipps zum richtigen Umgang mit Spendengeldern. Angesichts des hetzerischen Auftretens der AfD und deren Relativierung der NS-Zeit brauche es Solidarität mit Minderheiten und Benachteiligten.
Mit seinen Gedichten kommentierte Siggi Liersch das Zeitgeschehen. Er rief dazu auf, selbst zu denken und forderte ebenfalls, sich mit anderen zusammenzuschließen, um am Ende nicht alleine dazustehen.
„Steht weiter auf gegen die AfD“, gab Ralf Baitinger den Konzertbesuchern zum Abschluss mit auf den Weg. Im Saal ging es noch etwas länger. Aber immer wieder kamen Zuhörer aus dem Bürgerhaus, kommentierten kopfschüttelnd die AfD-Veranstaltung und berichteten, sie könnten den Vortrag nicht länger ertragen.

 

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