Ein Feuerwerk für Günter

Die Abschieds-Rocknacht machte allen Beteiligten eine Menge Spaß

GROSSES FINALE: Zum Abschluss spielten die Musiker gemeinsam „Auf der Reeperbahn“. (Foto: Dormehl)

Mörfelden-Walldorf (dor). „Jetzt brennen wir ein Boogie-Woogie-Feuerwerk ab, für dich Günter“, rief Pianist Christoph Oeser ins Mikrofon, haute in die Tasten seines Flügels, und die rund 500 Besucher im Bürgerhaus jubelten euphorisch. Alle Zeichen standen bei der 15. Auflage von „MöWa rockt“ auf Abschied, denn Günter Bergmann, der Initiator des Kultfestivals, geht in den wohlverdienten Ruhestand. 

 

Zu seinen Ehren wurde auf der Bühne einiges geboten. „Es sind Musiker da, die Günter einfach mag und Bands, die Günter mögen oder Musiker, zu denen Günter eine persönliche Beziehung hat“, fasste Ralf Baitinger,, der Leiter des Sport- und Kulturamts, zusammen.
Bergmann selbst machte keine Musik, war aber immer ein Teil der Musikszene in der Doppelstadt. An seiner früheren Wirkungsstätte, dem Jugendzentrum, bot er Nachwuchskünstlern eine Bühne. Im Sport- und Kulturamt rief er dann zum Beispiel mit Christoph Oeser die „Boogie-Woogie-Night“ ins Leben. Den Kontakt zu seinen Wurzeln hat Günter Bergmann nie verloren. Zur Organisation von „MöWa rockt“ hatte er sich passenderweise in den vergangenen Jahren die Event AG des JuKuZ ins Boot geholt.
Für die Musiker war dieses „MöWa rockt“ eine Art Klassentreffen, da es Besetzungsüberschneidungen gab und man sich zum Teil seit mehr als 30 Jahren kenne, so Baitinger. Dies zeigte sich auch beim Auftritt von Christoph Oeser. Dieser holte als Überraschung den Keyboarder der „Orange Box“, Andreas Geisler, auf die Bühne. Vierhändig brachten sie die Tasten des Pianos zum Glühen. Einen tollen Übergang zur nächsten Band schuf Oeser, als der den hessischen Kulthit „B 44“ anstimmte, worin die Musiker von „Orange Box“ nacheinander einstimmten. 
„Für mich war Günter immer selbstverständlich. Ich weiß nicht, wie es jetzt wird. Ich hoffe, dass Günter selbstverständlich da auftaucht, wo wir auftauchen und wir uns nicht aus den Augen verlieren“, wandte sich Bodo Kolbe vom südhessischen Ukulelenorchester an den VIP-Gast des Abends, für den eigens eine Loge mit roten Ledersofas aufgebaut worden war. 
Günter Bergmann genoß es, einfach nur Gast zu sein, denn als Veranstalter „hat man gar keine Zeit, sich auf die Musik richtig einzulassen“, sagte er. Man höre im Hintergrund zwar die Musik, sei jedoch bemüht, es Musikern, Technikern, Helfern und Publikum recht zu machen.
„Wenn man eine gute Basis schafft und für gute Stimmung unter allen Beteiligen sorgt, läuft der Rest von selbst. Was auf der Bühne passiert, ist außerhalb meines Einflussbereichs“, sagte der Musikfreund. 
Der Auftritt der heimlichen Headliner „Eder 11“ hat Bergmann am meisten bewegt. Für diesen speziellen Abend gingen die Punkrocker nach mehr als zehn Jahren noch einmal in den Proberaum und wagten sich wieder auf die Bühne.
„Und sie haben gerockt wie früher“, freute sich der frühere Leiter des Jugendzentrums. Er kennt die Band noch aus seiner Zeit dort in den 80ern. „Das ist die einzige Punkband aus dem Umkreis. Sie waren die einzigen, die sich trauten, etwas anderes zu machen“, erinnerte er sich.
Auch die Rocker von „Elmditioned“ kamen für diese Rocknacht noch einmal zusammen. „Jeder der Jungs geht seine eigenen Wege. Trotzdem hat bei ihrem Auftritt einfach alles gestimmt“, fand Bergmann. Als Konzertbesucher wusste er, wie nervig es sein kann, wenn mehrere Bands an einem Abend spielen. „Bei einstündigen Umbaupausen verliert man dieses Konzertgefühl“, sagte er. Daher fand er das Konzept mit zwei Bühnen und einem nahtlosen Übergang zwischen den Gruppen sehr ansprechend. „Man braucht zwar alles in doppelter Ausführung, aber so können eben dann auch zehn Bands an einem Abend spielen“, resümierte Günter Bergmann.
Er wollte der Musikszene in der Doppelstadt mit „MöWa rockt“ eine Bühne geben. Dabei war die Veranstaltung nicht ausschließlich dem Rockgenre verschrieben. „Ich hab auch öfters Chöre angefragt. Doch die haben sich nicht getraut“, bedauerte er. „Christoph Oeser, Acoustic Pieces, das Ukulelenorchester und eine Metalband wie Elmditioned – wo passiert das an einem Abend?“, fragte er. 
Die „Flying Kerschgass Brothers“ hätten fast nicht auftreten können, da Sänger Thomas Damm Probleme mit den Stimmbändern hat. Für ihn sprang Ralf Baitinger ein. Zum großen Finale kamen alle Musiker noch einmal auf die Bühne und gaben „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ von Hans Albers zum besten. 
Besonders freute Günter Bergmann, dass viele Kollegen von der Stadtverwaltung gekommen waren. „Das war ein super Rahmen, um sich zu verabschieden. Ich hab den ganzen Abend eigentlich nur durchgequatscht“, sagte er. Denn genau das gehöre auch zu „MöWa rockt“ – hier treffe man alte Freunde und Kollegen und lerne neue Menschen kennen. 
„Nach 38 Jahren ist es dann auch mal gut. Ich muss jetzt auch einfach mal andere weitermachen lassen“, meinte Bergmann. Doch an das Gast-sein könne er sich gewöhnen, lachte er zum Abschied

 

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