Die Blicke interpretiert jeder anders

Neue Ausstellung in der Kommunalen Galerie zeigt Skulpturen und Gemälde

FREUNDLICH und etwas schüchtern blicken zurzeit Tonköpfe die Besucher der Kommunalen Galerie in der Walldorfer Stadthalle an. Erschaffen wurden sie von Charlotte Keller, die gemeinsam mit Wanda Pratschke und Stefan Plenkers die neue Ausstellung bestreitet. (Foto: Schwappacher)

Mörfelden-Walldorf. Freundlich und etwas schüchtern blickten am Sonntag Tonfiguren die Gäste der Vernissage in der Kommunalen Galerie an. An den Wänden waren ab‧strakte Gemälde, die mit Strukturen und Flächen spielen, zu sehen, während im hinteren Bereich der Ausstellung bronzene Skulpturen auf weißen Podesten thronten. Die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem „Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath“, einer der ältesten Galerien Deutschlands, ist noch bis zum 24. März zu sehen.

Einblicke in ihre Arbeitsweise gaben die Bildhauerinnen Charlotte Keller und Wanda Pratschke am Sonntag im Gespräch mit Otto Schaffner von der Kommunalen Galerie und der Geschäftsführerin des renommierten Kunstkabinetts, Margarete Wegner. Der Maler Stefan Plenkers konnte nicht anwesend sein. Umrahmt wurde die Vernissage von klassischen Gitarrenstücken, die Isabella Massa vertrug.
„Ich liebe Ton“, war von Charlotte Keller zu erfahren, die aus dünnen Tonplatten zuerst ein Gerüst formt und sich dann langsam an die Ausgestaltung der Köpfe macht. Dafür sucht sie sich Modelle aus ihrem Bekanntenkreis, die sie von allen Seiten fotografiert.
„Die Figuren sind sehr ruhig“, erklärte sie weiter. Ihre Blicke interpretiere jeder anders. Manche meinten, sie schauten den Betrachtern direkt in die Augen, andere sähen die Blicke eher nach innen gerichtet. Für eine unaufdringliche Farbgestaltung wird der Ton sehr stark verdünnt. Keller gibt ihm dann Farbpigmente bei und trägt ihn auf die Figuren auf.„Das ist eine sehr alte Methode, die schon in der Antike zum Einsatz kam“. Auch wenn viele Figuren aus dieser Epoche heute farblos daher kämen, seien sie ursprünglich sehr bunt gewesen.
„Wichtig ist, dass sie nicht tot sind“, betonte Wanda Pratschke. „Das sind die Skulpturen, wenn man sie sandstrahlt“. Ihre Bronze-Frauen, die sie in den verschiedensten Posen gestaltet, haben daher eine raue und unebene Oberfläche, die dunkle Schattierungen und Farbnuancen aufweist.
Mit Skizzen und ersten Tonmodellen arbeitet sich Pratschke auf ihrer Formsuche an die Skulpturen heran. „Dabei muss ich oft viele Umwege gehen, um zu einer neuen Frau zu kommen“. Der Körper bekommt eine andere Drehung, Proportionen werden verändert und angepasst. „Warum habe ich bei ihnen nie einen Mann gesehen?“, wollte Schaffner wissen. „Doch den gibt es. Da hinten ist ein Ziegenbock“, erwiderte Pratschke und zeigte schmunzelnd auf die kleine Skulptur.
Von Stefan Plenkers zeigt die Kommunale Galerie dichte Gemälde, auf denen kaum eine unbemalte Stelle zu finden ist. An einer anderen Wand sind dagegen leichte und lockere Arbeiten zu sehen, die grafisch gehalten sind und große freie Flächen aufweisen. Entstanden seien letztere nach einem schweren Autounfall 1989, erklärte Wegner. „Danach war es wie ein neues Leben für ihn“, was man seinen Werken deutlich ansehe.
Angefangen hat Plenkers in der ehemaligen DDR, nach seinem Unfall kam er in den Westen in eine Spezialklinik. In den nächsten Jahren reiste er nach China und ließ sich von fernöstlichen Kunstrichtungen inspirieren. Er besuchte aber auch Armenien, Georgien, den Irak und die USA. (seb)

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