Neujahrskonzert in Kelsterbach mit dem Johann-Strauß-Orchester

350 Zuhörer freuen sich über Musical-Hits und Walzer

SCHWUNGVOLLER AUFTAKT: Das Johann-Strauß-Orchester Frankfurt unter der Leitung von Witolf Werner spielte im Fritz-Treutel-Haus groß auf. (Foto: Postl)

Kelsterbach (pos). Mit beschwingten Melodien im Dreivierteltakt und dramatisch-schönen Duetten ins neue Jahr tanzen – das gehört in der Untermainstadt seit nunmehr fast drei Jahrzehnten dazu.

Am Samstagabend war es wieder soweit und auch der musikalische Gast ist seit dem ersten Neujahrskonzert in Kelsterbach derselbe: das Johann-Strauß-Orchester Frankfurt. Die Musiker und Solisten unter der Leitung von Dirigent Witolf Werner begeisterten die rund 350 Zuhörer im Fritz-Treutel-Haus mit zauberhaften Ouvertüren, flotten Walzern und herrlichen Duetten. Wie in den Jahren zuvor führte Moderator Rainer Zagovec versiert durch das Programm und erfreute das Publikum mit seinen humorvollen Anekdoten, aber auch seiner Fachkenntnis in Sachen klassischer Musik. Begrüßt wurden die Zuhörer von Bürgermeister Manfred Ockel, der betonte, keine große Rede halten zu wollen, sondern das Publikum und alle Bürger zum städtischen Neujahrsempfang am Sonntag, dem 26. Januar, einlud. Dass das Johann-Strauß-Orchester Frankfurt bereits zum 30. Mal in Kelsterbach gastierte, freute auch den Rathauschef. „Das ist auch ein Anlass, den Musikerinnen und Musikern einen besonderen Applaus zu spenden“, so Ockel.

„Wiener Frauen“ und „Die Csárdásfürstin“

Musiziert wurde diesmal unter dem Motto „Von Wien nach New York“. Und wenn man das große Motivbanner über dem Orchester einbezog, dann führte dieser Weg über die berühmte Rialtobrücke in Venedig. Der musikalische Auftakt war aber noch in der österreichischen Hauptstadt verortet.
Denn den ersten Glanzpunkt des Abends setzte das Orchester mit der Ouvertüre aus der Operette „Wiener Frauen“ von Franz Lehár. Dessen Geburtstag, berichtete Zagovec, jährt sich in diesem Jahr zum 150. Mal. Auch der 1825 geborene „Walzerkönig“ Johann Strauß habe der Musikwelt ein beeindruckendes Vermächtnis an Kompositionen hinterlassen, erinnerte der Moderator. Der Tenor Reto Rosin bewies mit dem Lied „Grüß mir mein Wien“ erstmals seine Stimmgewalt. Ihm folgte die Sopranistin Tatjana Charalgina mit „Heja in den Bergen“. Beide Lieder stammten aus der Operette „Die Csárdásfürstin“ des ungarischen Komponisten Emmerich Kálmán. Das Stück versetzte bei seiner Uraufführung 1915 Kritiker und Obrigkeit in Aufruhr. Ein Kritiker habe darin gar eine „höchst bedenkliche Verunglimpfung der höchsten und bedeutendsten Schichten“ gesehen und gar die Polizei aufgefordert, solchem Treiben Einhalt zu gebieten.
Aufgelockert wurde das anspruchsvolle Musikprogramm von witzigen Geschichten. Wie beispielsweise ein Neujahrsfestessen im trauten Familienkreis zum Desaster werden kann, schilderte Rainer Zagovec: „Um neun Uhr war das Gemüse verkohlt, um zehn Uhr ist der Gugelhupf im Topf sitzen geblieben, um zwölf Uhr war dann der Braten steinhart. Aber die größte Katastrophe passierte um ein Uhr: Dann ist der Dosenöffner abgebrochen.“ Musikalisch ging es weiter mit dem schwungvollen Walzer „An der schönen blauen Donau“ aus der Feder von Johann Strauß (Sohn). Doch der Aufforderung von Zagovec „Wir haben viel Platz zum Tanzen“, folgte leider nur ein Paar.

 „Radetzky-Marsch“ als Rausschmeißer

Mit dem Duett „Das eine kann ich nicht verzeih’n“, gesungen von Reto Rosin und der in ein rubinrotes Abendkleid gehüllten Tatjana Charalgina ging es dann in die Pause. Hier wurde die Sympathie-Botschafterin des Orchesters, die charmante Geigerin Mahasti Kamdar, losgeschickt, um im Foyer die CDs des Orchesters unter die Zuhörer zu bringen. Die konnten sich mit Getränken und kleinen Snacks stärken, die die Mitglieder des Tierschutzvereins servierten. Im zweiten Teil des Neujahrskonzertes wechselten die Musiker zwischen Wien und dem berühmten Broadway in New York hin- und her. Einem Medley aus dem Musical „Jesus Christ Superstar“ aus der Feder von Andrew Lloyd Webber folgte der Walzer „Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust“ von Josef Strauß. Einen emotionalen Schlusspunkt setzten Charalgina und Rosin mit dem Lied „Tonight“ aus Leonard Bernsteins Musical „West Side Story“, das die beiden Verliebten Tony und Maria auf der Feuerleiter an Marias Wohnung gemeinsam schmetterten.
Doch das begeisterte Publikum forderte eine Zugabe, die selbstverständlich erfüllt wurde. Also legte das Orchester noch die flotte Polka „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauß (Sohn) drauf. Nicht fehlen durfte der traditionelle „Rausschmeißer“ des wunderbaren musikalischen Auftakts: Der „Radetzky-Marsch“ von Strauß senior.

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