Wohnungen in luftiger Höhe

Ein Schwalbenhaus soll helfen, die Population der Vögel wieder anwachsen zu lassen

KOMMT EIN SCHWALBENHAUS GESCHWEBT: Eine neue Behausung für die kleinen Flugkünstler wurde in Mörfelden am Ortsausgang Gerauer Straße aufgestellt. Nachdem Heinz Arndt (Bild) von der Nabu-Ortsgruppe die Hintergründe erläutert hatte, wurde das zweistöckige Haus per Kran auf einen fünf Meter hohen Mast gesetzt. Bis zu 30 Schwalbenpaare könnten im Frühjahr hier brüten. (Foto: Schwappacher)

Mörfelden-Walldorf (seb). Mehlschwalben waren in früheren Jahrzehnten ein Teil des Stadtbilds, heute stehen sie auf der Roten Liste bedrohter Tierarten und sind nur noch selten anzutreffen. Damit sich das wieder ändert, wurde am Dienstag ein Schwalbenhaus hinter dem Spielplatz an der Bachgasse aufgestellt.

 

Der Hausbau ist eine Kooperation zwischen der Stadt und den Nabu-Ortsverbänden und gehört zum Projekt „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“. Finanziert wurde es mit einem Gewinn von 5000 Euro aus der Umweltlotterie „Genau“. 
Per Kranwagen schwebte es am Dienstagvormittag langsam auf einen rund fünf Meter hohen Mast ein. Über zwei Stockwerke verteilt, bietet es nun Platz für bis zu 30 Brutpaare. Ganz in der Nähe nisten bereits einige Mehlschwalben, weshalb man sich nach längeren Überlegungen und Planungen für diesen Standort entschieden habe, erzählte Umweltamtsleiterin Katharina Diergarten. 
Denn am liebsten ziehen die Vögel ihren Nachwuchs dort auf, wo schon andere Schwalben leben. Außerdem mögen sie die Gesellschaft von Menschen. Am Feldrand haben sie darüber hinaus noch optimale Bedingungen für die Nahrungssuche, sagte Heinz Arndt vom Nabu Mörfelden. In der Vergangenheit gab es in Mörfelden bis zu 80 Brutpaare, mittlerweile komme man höchstens auf 15 Paare, so der Tier- und Umweltschützer weiter.
Verantwortlich für den starken Rückgang sei unter anderem das Insektensterben und eine damit einhergehende schwierige Nahrungssuche. Wie gravierend dieses Problem sei, könne jeder bei längeren Autofahrten sehen. Musste man früher noch regelmäßig die Frontscheibe von toten Insekten säubern, sei dies heute kaum noch der Fall.
Zu schaffen mache den Schwalben auch die sinkende Akzeptanz seitens der Hausbesitzer. Viele wollten Vögel und Nester nicht unter dem Dachvorsprung, da sie Haus und Grundstück verschmutzen, erklärte Heinz Arndt. „Man muss mit der Natur sehr geduldig sein“, meinte er mit Blick auf die Belegung des Schwalbenhauses. Wenn im nächsten Jahr einige wenige Brutpaare einziehen würden, sei das schon ein erster Erfolg. 
Das Schwalbenhaus ist nicht die einzige Aktion, mit der die Population wieder anwachsen soll, ergänzte Bürgermeister Heinz-Peter Becker. Im Rahmen des Projekts „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ seien bereits die unterschiedlichsten Maßnahmen umgesetzt worden.
Eine Zählung des Bestands, Pflege und Erhalt von Nestern und die Bereitstellung von Kunstnestern gehören dazu, führte der Bürgermeister aus. Darüber hinaus läuft eine Aktion, bei der Hausbesitzer angesprochen werden, die Schwalben auf ihren Grundstücken wieder dulden sollen.
In Walldorf sind außerdem Lehmpfützen angelegt worden, in denen Vögel ideales Material für den Nestbau finden. Für solch eine Pfütze will man auch am Schwalbenhaus sorgen, sagte Heinz Arndt. Dann könnten die Vögel ihrem Trieb zum Nestbau nachgehen und das Fertighaus noch individuell gestalten

 

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