„Neue Ära der Energieversorgung“

Stadt gründet mit Mainova und HSE eine Netzeigentumsgesellschaft

VERTRAGSUNTERZEICHNUNG: Die Zusammenarbeit bei der Strom- und Gasversorgung brachten Erster Stadtrat Franz-Rudolf Urhahn, HSE-Vorstand Andreas Niedermaier, Mainova-Vorstand Constantin H. Alsheimer, Bürgermeister Heinz-Peter Becker und Mainova-Technikvorstand Peter Birkner (von links) auf den Weg. (Foto: Schwappacher)

Mörfelden-Walldorf. Mit der Gründung einer Netzeigentumsgesellschaft hat die Stadt eine rund sieben Jahre andauernde Suche nach Partnern für die Strom- und Gasversorgung abgeschlossen. Im Rathaus Walldorf besiegelten alle Beteiligten die zukünftige Zusammenarbeit mit ihrer Unterschrift.

Die Stadt kooperiert zwar wie in der Vergangenheit mit Mainova und HSE, allerdings unter veränderten Voraussetzungen. Denn in Zukunft ist Mörfelden-Walldorf Miteigentümerin der Infrastruktur. Für die Nutzung der Strom- und Gasnetze müssen die Energieversorger bezahlen. In der frisch gegründeten Gesellschaft hält die Stadt ab dem 1. Januar 50,1 Prozent der Anteile, der Rest liegt bei den Versorgern. Damit geht Mörfelden-Walldorf einen großen Schritt in Richtung Rekommunalisierung und verdient am Netzbetrieb mit.
„Wir haben alle Optionen ausgelotet“, sagte Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) im Rathaus. Dabei sei klar gewesen, dass Wirtschaftlichkeit, Klimaschutz und Versorgungssicherheit unter einen Hut gebracht werden müssen. Mit den bisherigen Partnern habe man nach langen Verhandlungen die beste Lösung gefunden. Für Mörfelden-Walldorf beginne mit der Netzeigentumsgesellschaft eine neue Ära der Energieversorgung, betonte Becker.
Neu ist dabei nicht nur die Netzgesellschaft, sondern auch die politische Beteiligung und Mitbestimmung während der Verhandlungen, die sich nun im Aufsichtsrat der Gesellschaft fortsetzt. In der Vergangenheit wurde der Energieversorgung weniger Aufmerksamkeit geschenkt, doch mittlerweile ist das Thema oben auf der politischen Tagesordnung angekommen.
Über die letzten Jahre waren Vertreter der Fraktionen daher in die Ausarbeitung des neuen Modells einbezogen. Im Aufsichtsrat hat die Stadt nun direkten Einfluss auf alle wichtigen Entscheidungen, sagte Becker weiter. „Das hatten wir in diesem Bereich noch nie.“ Von den zehn Aufsichtsratsmitgliedern stellt Mörfelden-Waldorf sechs, während Mainova und HSE mit jeweils zwei Vertretern in dem Gremium mitarbeiten.
„Die Stadt hat uns in den Verhandlungen sehr gefordert“, erklärte Mainova-Vorstandsvorsitzender Constantin H. Alsheimer. Gemeinsam werde man es schaffen, eine gute Netz‧infrastruktur bereitzustellen, ergänzte Andreas Niedermaier vom HSE-Vorstand. Bei den Ausfallzeiten schneide sein Unternehmen besonders gut ab. Liege der Durchschnitt in Deutschland bei jährlich 15 Minuten, bringe es die HSE auf einen Wert von nur sieben Minuten.
Der Atomausstieg und die Energiewende der Bundesregierung sowie Kommunalwahlen prägten die Verhandlungen über neue Strom- und Gaskonzessionen, sagte der Erste Stadtrat Franz-Rudolf Urhahn (Grüne) rückblickend. Auch die Haushaltslage der Stadt hat sich über die letzten sieben Jahre deutlich verändert. Und das nicht zum Positiven. Durch die Gründung der Netzgesellschaft würden die städtischen Finanzen aber nicht zusätzlich belastet. Um 50,1 Prozent der Netzanteile halten zu können, hat die Stadt einen Kredit über 4,1 Millionen Euro aufgenommen, der aus den Pachteinnahmen abgezahlt wird, sagte Urhahn.
Bei der Rekommunalisierung kann die Stadtverwaltung auf einen großen Rückhalt im Parlament zählen. Im Oktober gab es bei der Abstimmung über die Vergabe der Strom- und Gaskonzessionen sowie die Gründung der Netzeigentumsgesellschaft lediglich eine Enthaltung, während alle anderen Abgeordneten dem neuen Modell zustimmten. Die im Rathaus Walldorf unterzeichneten Verträge laufen nun über die nächsten 20 Jahre. (seb)

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