Tierschutzverein Kelsterbach weiht Taubenhaus ein

Ein humanes Projekt zum Nachahmen / Finanzierung dank Spenden

Viel Platz haben die Tiere im neuen Taubenhaus, wie Judith Wagner zeigte. (Foto: Grünheid)

Kelsterbach (ud). „Der Umgang mit den Tauben ist menschunwürdig“, sagte Judith Wagner, Vorsitzende des Tierschutzvereins, und spielte dabei auf die Praxis an, das Füttern von Tauben zu verbieten oder sie gar zu vergiften. Natürlich sehe sie auch, dass es Probleme hinsichtlich der Überpopulation der Tauben gebe, doch die müsse auf andere Weise gelöst werden, fuhr die engagierte Tierschützerin fort. Zumal die Tauben einst auch eine wichtige Funktion hatten, indem sie als Brieftauben Nachrichten von Ort zu Ort beförderten.

Ein nachahmenswertes Vorbild fand sie am Main-Taunus-Zentrum. Dort hatten Tierschützer ein Taubenhaus errichtet und den Vögeln eine Bleibe geschaffen, in dem quasi eine Geburtenkontrolle möglich war. Insgesamt seien dort mehr als 1600 Eier aus den Nestern genommen und durch Kalkeier ersetzt worden, erläuterte Wagner. Dieses Beispiel haben sie und ihre Mitstreiter gut gefunden. Recherchen ergaben, dass für ein Taubenhaus in Kelsterbach 18 000 Euro erforderlich sein würden, plus 4000 Euro für das Fundament. Nach Gesprächen mit der Stadt, welche die Tierschützer bereits beim Bau einer Voliere und der Anlage von Bienenstöcken unterstützt hatte, ging es auf die Suche nach Sponsoren.

Platz für 100 Tauben 

Die waren rasch gefunden: Neben der Stadt engagierten sich die Mainova, die Frankfurter Sparkasse, der Landestierschutzverband Hessen und die Koreanische Kirchengemeinde Uri. Als besonderen Glücksfall bezeichnete Wagner, dass sich auch die Airliner4Animals mit einer Spende von 3000 Euro an dem Projekt beteiligten. Dann galt es schnell zu handeln, da Prognosen zufolge die Preise für Baumaterialien um 30 Prozent steigen sollen. Und so war es für Wagner und ihre Mitstreiter ein freudiger Anlass, nun im kleinen Kreis das Taubenhaus einzuweihen. Es bietet Platz für 100 Tauben und enthält einige Kammern, um verletzte Tiere aufzupäppeln.
Eine Besonderheit ist, dass die Tauben auch in den Farben Grün und Orange beringt werden. Das habe den Vorteil, dass Erkenntnisse über den Radius der Tiere gezogen werden können. Dazu sollen auch die Bürger aufgefordert werden, ihre Beobachtungen dem Tierschutzverein mitzuteilen. „Das ist ein spannendes Experiment“, sagte Wagner, die den Gästen der Einweihung dann mit Stolz das Taubenhaus präsentierte, in dem bereits sechs beringte Tauben Quartier bezogen haben. Der Fußboden des Hauses bestehe aus einem Lavastein, bedeckt mit einer speziellen Streu, der die Ansteckung der Vögel mit Parasiten verhindere, erläuterte die Tierschützerin. So eine Taube, die bis zu 15 Jahren alt werden kann, lege etwa 40 Eier pro Jahr. Die Taubenpopulation liege in Kelsterbach bei etwa 60 Vögeln.

Wirkungsvoller Beitrag, um die Population der Tauben zu begrenzen

Bürgermeister Manfred Ockel betonte, dass Projekte des Tierschutzvereins schon immer Hand und Fuß hätten. Er freue sich, dass der Verein einen wirkungsvollen Beitrag leiste, um die Population der Tauben zu begrenzen, und damit verhindert, dass die Vögel vergiftet würden. 
Francisco Rodriguez von der Mainova hob hervor, dass das humane Projekt der Naturschützer nachhaltig sei und hoffentlich andere Kommunen dazu animiere, dem nachzueifern. Daniela Müller vom Landestierschutzverband Hessen erklärte, dass die Taubenprobleme in den Städten menschengemacht seien. Als positiv bewertete sie die wissenschaftliche Auswertung dieses Vorhabens. Samuel Schäfer von Airliner4Animals spielte auf die Nähe der Flieger zu den Vögeln an und präsentierte einen Spendenscheck. 
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