Kelsterbach: Jana Laun ist das neue Giggelsmädchen

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen beim Kerweumzug mit 30 beteiligten Vereinen

Traditioneller Giggelschlag zum Abschluss der Kelsterbacher Kerb: Mit der Hilfe von Kerwepräsident Marc Mühlbauer zertrümmerte Jana Laun beim Kerwe-Frühschoppen am Montag den Tontopf. Damit löst sie Alina Hardt (rechts) als Giggelsmädchen ab. Foto: Koslowski

Kelsterbach – Die Kerb und die Kerweborsch haben ein neues Giggelsmädchen. Jana Laun ist die Glückliche, die mit verbundenen Augen und der tatkräftigen Unterstützung von Kerwepräsident Marc Mühlbauer beim traditionellen Giggelschlagen mit dem Schlegel den Tontopf zertrümmerte. Zwei Kandidatinnen zuvor hatten das Glück nicht, drei weitere kamen nach dem erfolgreichen Schlag erst gar nicht mehr zum Zuge. 

Der Applaus war groß. Kerweborsch und die Besucher im Festzelt freuten sich über und mit dem neuen Giggelsmädchen. Auch Bürgermeister Manfred Ockel strahlte. Ihm wurde immerhin die Ehre zuteil, nach dem Präsidenten als Zweiter mit Laun einen Walzer auf den Brettern der Bühne zu drehen. 
Er hatte zuvor noch das neue Giggelsmädchen vorgestellt: 21 Jahre, medizinische Fachangestellte. Papa Eric Laun ist Altkerweborsch, Opa Wilhelm Laun ist Ehrenkerweborsch. 
Jana Laun führt also die Familientradition fort. Sie habe sich spontan entschieden verriet sie dieser Zeitung und ergänzte, dass sie die Kerb seit ihrer Kindheit besuche und schön finde. Jetzt freue sie sich auf das kommende Jahr.
Ihre Vorgängerin Alina Hardt machte ihr schon einmal vor, wie hart der Abschied von der ehrenvollen Aufgabe werden wird. Denn sie verlor durchaus ein paar Tränchen. „Das hat viel mehr in mir ausgelöst, als ich gedacht habe“, gestand die 27-Jährige. Sie habe jeden Moment genossen, das ganze Jahr und die Kerb. 
Die Zeremonie hatte am Montag mit dem donnernden Einzug der Kerweborsch beim Frühschoppen in das Festzelt begonnen. In ihren Reihen befand sich Hahn Wilhelm Ferdinand I, der das Giggelschlagen brav vom sicheren Käfig aus verfolgte. 
„Einen wunderschönen guten Morgen, Kelsterbach“, begrüßte Mühlbauer die Gäste, die bereits von der Band „Steigerwälder“ in Stimmung gebracht worden waren. Der Präsident resümierte ein Mega-Wochenende, Kelsterbach habe eine Menge Spaß gehabt. „Mit euch zu feiern, war geil gewesen“, lässige Worte in einer lockeren Runde. Die Kerb sei sehr emotional gewesen. Mühlbauer lobte seine Truppe, jeder habe seinen Teil erfüllt. 
Tags zuvor waren die Kerweborsch noch mit dem traditionellen Kerweumzug von der Mörfelder Straße ins Unterdorf zum Festzelt gelaufen. Insgesamt 30 Vereine hatten sich an dem Zug durch die Stadt beteiligt, dessen Start sich allerdings um rund eine halbe Stunde verspätet hatte.
An einigen Ecken der Straße wurde der Umzug von der Bevölkerung mit einem großen Hallo empfangen. Hin und wieder wurden Erfrischungen gereicht. 
Für eine längere Zeit geriet der Umzug ins Stocken, weil in der Untergasse/Ecke Feldstraße ein Fahrzeug im absoluten Halteverbot abgestellt worden war. Gemutmaßt, dass größere Wagen des Umzugs die Kurve mit der Behinderung nicht passieren würden können, wurde ein Abschleppwagen bestellt. Später hatte die Polizei dann doch entschieden, den Umzug trotz des Hindernisses fortzuführen, was schließlich erfolgreich gelang und die Teilnehmer nach rund drei Stunden den Festplatz erreichten. Vizepräsident Sören Gunkel sprach beim Frühschoppen von einem „superschönen Umzug“. 
Die Stadt hatte unterdessen die Sicherheitsmaßnahmen in Folge der Amokfahrt in Volkmarsen von 2020 auf Empfehlung der Polizei erheblich erhöht. An den Zufahrtsstraßen wurden mobile Zufahrtssperren aufgestellt. Bisher waren die Zufahrten mit Personal gesichert worden. Die Stadt habe sicherstellen wollen, dass Fahrzeuge auch nicht mit einer größeren Geschwindigkeit in den Zug hineinfahren können, so Bürgermeister Ockel. Mit dem erhöhten Sicherheitsaufwand seien allerdings auch Mehrkosten in Höhe von 20 000 Euro verbunden gewesen. 
Nicht über Ausgaben, sondern über Einnahmen berichtete Tanja Distelkamp, die mit ihrem Mann Markus das Festzelt betreibt. Die Bilanz fällt indessen schlechter aus als im vergangenen Jahr. Die Preise seien im Vergleich zum vergangenen Jahr nicht erhöht worden. Vielleicht würden die Leute mehr auf ihr Geld achten, vermutete sie. 
Günter Grupe von Grupes Gamblinghall äußerte sich zufrieden, wenn die Einnahmen auch rückläufig seien. Aber er berechnete den verregneten Freitag und die späte Ankunft des Umzugs in seine Bilanz ein. VON RÜDIGER KOSLOWSKI

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