Motivation und Persönlichkeit

Beim IGS-Projekttag gibt es Tipps, worauf es beim Bewerbungsgespräch ankommt

BEWERBUNGSTRAINING: Worauf es bei einem Vorstellungsgespräch ankommt, lernten Christos Kotsalis, Emre Gkrosdil, Yahup Konte und Ayman Zaytouni (von links) bei der Projektwoche der Integrierten Ganztagsschule Kelsterbach. (Foto: Koslowski)

Kelsterbach (rko). „Ich darf Sie ganz herzlich begrüßen“, sagt Nicole Schwarz und empfängt Christos Kotsalis, Emre Gkrosdil Terzé, Ayman Zaytouni und Yakup Konte in dem Klassenraum. Die vier Jungs nehmen auf den bereitgestellten Stühlen Platz. „Wer von Ihnen hat denn schon mal ein Praktikum gemacht“, fragt Schwarz in die Runde. Ayman Zaytouni fasst sich ein Herz: „Ich war mal bei einer Elektrofirma, da durfte ich den Beruf des Elektrikers erleben“, sagt der Schüler.

Nicole Schwarz vertritt allerdings kein Elektrounternehmen, sondern ist Ausbildungsleiterin des Reifenherstellers Continental. Der ist neben zehn weiteren Firmen beim Projekttag der Integrierten Ganztagsschule (IGS) vor Ort, um den Beruf Industriekaufmann/frau vorzustellen. Die Schüler bekommen von Schwarz aber nicht nur Informationen serviert, sondern müssen auch selbst aktiv werden und ein Vorstellungsgespräch simulieren. 15 Minuten hatten die vier Schüler Zeit, um sich auf das Gespräch mit Schwarz vorzubereiten. Dabei sollten sie Fakten des Unternehmens auswendig lernen, sich aber auch überlegen, was sie über ihre eigene Vita erzählen. Die vier Jungen finden den Projekttag samt Bewerbungstraining klasse, auch wenn der eine Pflichtveranstaltung für die neunte und zehnte Jahrgangsstufe ist.

Kooperation mit den Schulen ist wichtig

Emre Gkrosdil hat zwar bereits einen Ausbildungsplatz als KfZ-Mechatroniker in der Tasche. Dennoch findet er es toll, die Übung zu machen, für die er sich freiwillig meldete. „Einige wissen nicht, was sie machen sollen. Sie können jetzt Kontakte knüpfen und Leute kennenlernen“, nennt Ayman Zaytouni den Vorteil des Projekttages. Er selbst wartet noch auf eine Antwort nach seinem Vorstellungsgespräch bei einem Unternehmen, bei dem er sich für einen kaufmännischen Beruf beworben hatte.
Nicole Schwarz besucht die IGS seit sechs Jahren. Sie findet die Kooperation mit den Schulen wichtig. Sie gibt den jungen Leuten Informationen mit auf den Weg, sagt ihnen, dass die Schulnoten eine Sache sei, aber Motivation, Interesse, Teamfähigkeit auf einem anderen Blatt stehen. Der Mensch und die Persönlichkeit seien wichtig, lautet ihr Hinweis. Mit Motivation könne viel kompensiert werden. 
„Die jungen Leute sind sehr motiviert“, betont Schwarz. Die immer wieder von manchen Unternehmen vorgetragene Kritik, es sei schwer, jungen Menschen einen Ausbildungsplatz zu geben, weil sie nicht qualifiziert seien, kann sie nicht bestätigen. „Ich kann nicht feststellen, dass die Leute nichts drauf haben“, beschreibt sie stattdessen ihre Erfahrung. 
Anika Soytürk, Berufsberaterin an den Kelsterbacher Schulen, kann die Kritik ebenfalls nicht nachvollziehen. „Wir haben tolle Leute, die einen Ausbildungsplatz haben wollen“, unterstreicht sie. 

„Die Schüler kommen motiviert aus dem Training heraus“

Auch wenn es am Ende nur zu einem Hauptschulabschluss gereicht habe, könne die Suche nach einem Ausbildungsplatz erfolgreich sein. Die Unternehmen hätten großen Bedarf nach Auszubildenden, gerade in der Industrie, sagt die Berufsberaterin. Zudem hätten die Schüler später die Möglichkeit, über die Ausbildung den Realschulabschluss zu machen.
Beim Projekttag sollen die Firmen den Schülern die Voraussetzungen für die jeweiligen Berufe schildern. „Die Schüler kommen motiviert aus dem Training heraus“, stellt Soytürk fest. Jennifer Fiersbach absolviert selbst gerade eine Ausbildung als Kauffrau im Gesundheitswesen bei dem privaten Rettungsdienst mfs. Sie gibt den Schülern Tipps über das Verhalten bei Bewerbungsgesprächen an die Hand. „Die Präsentation, die Sprache sind wichtig“, verdeutlicht sie. Die Ausbildungsleiter würden Wert auf langsames und deutliches Sprechen legen, den Inhalt sollten sie nicht zu stark mit den Händen unterstreichen, aber auch nicht verspannt wirken.
Franziska Behre und Duygu Mehmed studieren derweil ein Bewerbungsgespräch ein. Duygu hatte bereits ein Gespräch bei einer Augenklinik, aber noch keine Antwort erhalten. Sie habe das Gefühl, dass das Gespräch gut gelaufen war. Franziska Behre will ihre Schullaufbahn noch fortsetzen. Beide Mädchen finden es gleichwohl gut, dass sie bei dem Bewerbungstraining Erfahrungen sammeln können, die sie später nutzen können.

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