Fundament des Kelsterbacher Ehrenmals stark beschädigt

Sachverständiger soll weiteres Vorgehen klären

Kein schönes Bild bietet derzeit das marode Ehrenmahl-Fundament am Mainufer. Nicht nur der Putz ist abgeplatzt, im Fundament sind auch tiefe Risse erkennbar. (Foto: Postl)

Kelsterbach (pos). Ein efeuumranktes Gemäuer hat etwas Romantisches an sich. Doch man weiß auch um die Sprengkraft des immergrünen Gewächses. Haben sich die Wurzeln des Efeus erst einmal festgekrallt, setzen sie jenen Prozess in Gang, der allmählich nahezu jedes Gemäuer seiner Festigkeit beraubt: Feuchtigkeit dringt in kleinste Ritzen und im Winter zeigt sich, welche Sprengkraft zu Eis gefrorenes Wasser entfalten kann. 

Bei einer routinemäßigen Kontrolle wurden nun seitens des Kelsterbacher Kommunalbetriebs (KKB) Schäden am Verputz des Ehrenmahlfundaments in der Mainanlage festgestellt. „Um einen genaueren Eindruck von möglichen Schäden am Fundament zu haben, wurde das Efeu entfernt – und wir staunten nicht schlecht“, beschreibt KKB-Leiter Martin Klepper, was sich hier buchstäblich offenbarte. So ist nicht nur der Verputz abgebröckelt. Es sind auch tief in das Fundament eindringende Risse erkennbar. 

Kosmetische Reparaturen würden nicht lange halten 

Nun war guter Rat gefragt, und dieser könnte teuer werden. „Wir können zwar kosmetische Reparaturen vornehmen und den Sockel wieder verputzen, doch länger als zwei Jahre hält sowas nicht. Dann geht alles wieder von vorne los“, erklärt Klepper. Bevor eine Entscheidung getroffen wird, soll nun erst einmal Rücksprache mit dem städtischen Bauamt gehalten werden. „Bei größeren Fundament-Reparaturen sind wir natürlich raus, das muss von einem Fachbetrieb erledigt werden. Und dafür ist dann das Bauamt zuständig“, beschreibt Klepper den vorgeschriebenen Ablauf. Auch für Bürgermeister Manfred Ockel war die Nachricht über das marode Ehrenmalfundament keine Gute. „Man hat mich informiert und wir müssen uns nun erst einmal zusammensetzen“, so Ockel. Er brachte eine Begutachtung durch einen Sachverständigen ins Spiel, um dann die weitere Vorgehensweise zu entscheiden. Erst wenn man Umfang und Aufwand der Sanierungsmaßnahmen kenne, könne eine Schätzung des Kostenrahmens abgegeben werden. „Eines ist sicher: Erhalten müssen wir das Ehrenmal und somit muss es auf einem sicheren Fundament stehen“, so der Bürgermeister.
Der Sandstein-Obelisk ist ein Ehrenmahl für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges und wurde am 30. Mai 1937 eingeweiht. Das zuvor dort aufgestellte Nie-wieder-Krieg-Denkmal von 1928, das eine trauernde Frauenfigur darstellt, wurde damals aus dem Stadtbild verbannt und auf den Friedhof versetzt. Seit 2013 informieren Tafeln am Mainufer und auf dem Friedhof über die historischen Zusammenhänge der Denkmäler.

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