Wie ein Phönix aus der Asche

HSG Mörfelden/Walldorf – Handball.

TREFFSICHERHEIT demonstrierte Darijo Stojanovic in der Partie gegen Darmstadt bei schnellen Vorstößen oder Strafwürfen. Dennoch mussten die Herren der HSG Mörfelden/Walldorf eine 25:28-Niederlage quittieren und die Spitzenplätze der Tabelle sind in weite Ferne gerückt. (Foto: A. Keim)

F1 – 3. Liga: HSG M/W – HBC Bascharage 31::26 (14:14 ) „Phönix aus der Asche“, damit ist die Leistung der HSG im Heimspiel gegen den luxemburgischen Abonnementsmeister HBC Bascharage treffend beschrieben. Gestützt auf einen unbändigen und leidenschaftlichen Kampf in der Abwehr, spielte sich das Team nach und nach etwas freier. Nicht genutzte Chancen, Unaufmerksamkeiten oder technische Fehler wurden durch Mitspielerinnen wettgemacht. Kurzum, der Glaube an sich und an das Ziel war da.
 

Bascharage trumpfte in der ersten Halbzeit vor allem mit einer aus Standard-Situationen kaum zu bremsenden Andrea Janics (Ex-Torschützenkönigin der 3. Liga) auf. Dass der Gästetrainer zudem aus disziplinarischen Gründen eine seiner stärksten Spielerinnen (Rogucka) auf der Bank schmoren ließ, machte das taktische Abwehrkonzept klarer. Die polnische Ex-Internationale Goraj am Kreis wurde durch das Duo Pfingstgraef und Buße gemeinsam mit den beiden Halben Rebecca Merx und Romina Merx in ihrer Effektivität brutal eingeschränkt. Die beiden verbleibenden Rückraumspielerinnen Buraj (ungarische Erstligaspielerin) und Gocsai (ungarische Zweitligaspielerin) verfingen sich immer wieder in der gut gestaffelten Abwehr oder mussten ihre Würfe in den Händen der Torhüter landen sehen. Dass man in der ersten Halbzeit eine zwischenzeitliche 9:5-Führung wieder hergab zeigt noch fehlende Konstanz, verdeutlicht aber auch, dass die HSG-Frauen mittlerweile mit Rückschlägen umzugehen gelernt haben.
In der zweiten Hälfte konnte sich bis zur 44. Minute keine der beiden Mannschaften absetzen. Erst dann gab es erstmals wieder einen Zwei-Tore Vorsprung (25:23), der nach kurzfristiger Egalisierung bis zur 56. Spielminute auf ein 30:25, nicht zuletzt durch eine starke Leistung der beiden Außen Schmidt und Romina Merx, anwuchs.
Nach dem Schlusspfiff brach unbändiger Jubel aus. Die HSG ist wieder da, an dieser Leistung wird sich das Team in den verbleibenden neun Spielen messen.
HSG-Treffer: Rebecca Merx (8/3), Nathalie Pfingstgraef (7), Romina Merx (5), Jana Schmidt (5), Julia Buße (3), Teresa Schill, Jana Sellner, Celina Schwarzkopf.
F2 – Bezirksliga A: HSG Fürth/Krumbach II – HSG M/W 21:18 (12:8). Die HSG Mörfelden/Walldorf konnte auch in ihrer zweiten Rückrundenpartie nicht an die zum Teil sehr starke Hinrunde anknüpfen. So verlor die Reserve auch gegen Fürth/Krumbach und muss sich nun mit Tabellenplatz sechs begnügen.
Eigentlich war Fürth/Krumbach nicht der starke Gegner, aber mit einer horrenden Zahl an Fehlwürfen und technischen Fehlern bestrafte sich die HSG Mörfelden/Walldorf im Angriff oft selbst, und konnte nur zu Beginn der Partie zweimal in Führung gehen. Vor allem die Torflaute in den Minuten 15 bis 25 der ersten Hälfte ließen die Gastgeberinnen mit einer Sechs-Tore-Serie enteilen. Gestützt auf eine nun bessere Abwehrleistung konnte man den Vorsprung nach der Pause auf zwei Tore minimieren, konnte Fürth/Krumbach aber nicht entscheidend gefährden. Die Deckungsleistung ließ über weite Strecken zu wünschen übrig, einzig Marie Mehltretter im Tor konnte die Gäste vor einer höheren Niederlage bewahren. Im Angriff lag zu Beginn alle Verantwortung auf Tanja Druzenko, die dann aber in der zweiten Hälfte kaum noch Akzente setzen konnte. Einzig Nicole Wegner suchte immer wieder beherzt den Weg zum Tor und erreicht Normalform.
Es muss sich gesteigert werden, will man nicht in der totalen Versenkung der Tabelle verschwinden und am kommenden Sonntag gegen den Tabellenführer aus Lorsch zu Hause bestehen.
Es spielten: Saskia Tenholtern, Sarah Janz (4/1), Vasfiye Aygören (2), Nicole Wegner (4), Kristina Gjorgjieska (1), Kerstin Mohrmann, Verena Greiner (2), Tanja Druzenko (5), Rebecca Ohnesorg, Marie Mehltretter (Tor) und Manuela Klein (Tor).
M1: HSG Mörfelden/Walldorf Männer 1  Bezirksliga A: HSG Mörfelden/Walldorf gegen TGB Darmstadt 25:28 (14:15). Wie in der Vorwoche beim Remis gegen die HSG Langen II, musste die Erste Herrenmannschaft der HSG Mörfelden/Walldorf am Wochenende auf vier Stammkräfte verzichten. Benedict Hoffmann, Sascha Kaiserauer, Sebastian Lochter und Sebastian Wegner mussten verletzungs- oder krankheitsbedingt passen. Zwar stieß Youngster Frederic Wypchlo im Vergleich zur Vorwoche wieder zum Kader hinzu, allerdings musste dieser nach 24 Minuten nach einem Foul und einer sehr strengen Regelauslegung des Schiedsrichtergespanns mit einer Roten Karte auf der Tribüne Platz nehmen.
Die Hausherren starteten stark in die Partie und konnten sich schnell mit 3:0 absetzen. Bis zum 10:7 agierte man in Offensive wie Defensive konsequent und schien die Partie im Griff zu haben. In der Folge allerdings gelangen den Gästen aus Darmstadt fünf Treffer in Folge, und die Doppelstädter sahen sich zum ersten Mal in der Partie mit einem Rückstand konfrontiert.
Im Angriff konnten die Hausherren nicht die gewohnte Torgefahr aus dem Rückraum entwickeln. Während sich Sebastian Mann und Darijo Stojanovic mit jeweils sechs Treffern mit schnellen Vorstößen und von der Strafwurflinie äußerst treffsicher zeigten, konnten Nils Bohrmann und Philip Grundheber mit zusammen acht Treffern aus dem Rückraum nicht ihr gewohnt hohes Torniveau erreichen. Die HSG schien gegen Ende der ersten Hälfte den wenigen Wechselalternativen Tribut zollen zu müssen, welche sich nach der Hinausstellung von Wypchlo auf gerade einmal eine Einzige reduzierte.
Nach dem Seitenwechsel erwischten die Gastgeber den besseren Start und erspielten sich erneut die Führung. Allerdings machte sich die Ermüdung nun schon früher bemerkbar und man geriet bereits gegen Mitte zweiten Hälfte wieder ins Hintertreffen. Zwar gelang beim Stand von 24:24 der Ausgleich, in den Schlussminuten wirkte die TGB aber einfach frischer und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen.
Mit nun zehn Minuspunkten sind die Spitzenplätze der Tabelle in weite Ferne gerückt. Am kommenden Wochenende treffen die Doppelstädter nun mit einem hoffentlich wieder besser besetzten Kader auf die HSG Bensheim/Auerbach. Die Partie findet am Sonntag, dem (3.) um 18 Uhr in Bensheim statt
HSG-Tore: Sebastian Mann 6, Darijo Stojanovic 6 (5), Philip Grundheber 5, Nils Bohrmann 3, Philip von Döhren 2, Sebastian Neumann 2, Marco Scherer 1.
M2: HSG Mörfelden/Walldorf Männer 2 , Bezirksliga C: TV Asbach II – HSG Mörfelden/Walldorf II 30:28 (14:11). Nachdem man am letzten Spieltag mit einer sehr starken Leistung gegen den TV Lampertheim II überzeugen konnte, machte die Mannschaft um Trainer Peter Klipper beim Auswärtsspiel in Ernsthofen leistungstechnisch einen mehr als riesigen Schritt in die falsche Richtung. Konnte man beim Heimspiel noch mit einer starken Abwehrleistung glänzen, bekam man dieses Mal den Angriff der Gastgeber aus Asbach von Anfang an nicht in den Griff. Die Hausherren selbst suchten ihr Heil im Angriffsspiel nach vorne und überraschten die HSG-Deckung ein ums andere mal mit schnell vorgetragenen Gegenstößen. So konnten sich die Gastgeber in den ersten Minuten einen Fünf-Tore-Vorsprung erarbeiten (5:10). Im eigenen Angriffsspiel fiel der Truppe aus der Doppelstadt auch nicht viel ein, sodass die Abschlüsse mehr oder weniger leichte Beute für den Schlussmann der Asbacher wurden. Gegen Ende des ersten Spielabschnittes konnte man mit einem kleinen Lauf den Rückstand noch etwas verkürzen, ging jedoch mit drei Toren Unterschied in die Halbzeitpause (14:11).
Für den zweiten Durchgang hatte man sich nun vorgenommen, mit mehr Aggressivität in der eigenen Abwehr zu agieren, um das Spiel zu eigenen Gunsten zu drehen. Dieses Vorhaben ging gänzlich in die Hose und man geriet mit sieben Toren ins Hintertreffen (19:12). Hier schien die Partie schon entschieden gewesen zu sein, doch der Kampfgeist der Doppelstädter wurde noch einmal geweckt. Es gelang den Angriff der Gastgeber ein wenig besser in den Griff zu bekommen und so den Abstand auf nun nur noch zwei Tore zu verkürzen (26:28). Man hätte meinen können, dass sich das Spiel jetzt doch noch zu Gunsten der HSG drehen würde, jedoch wurden wie so oft in der laufenden Saison Chancen auf den Ausgleich liegengelassen. Somit konnten sich die Gastgeber ihren Vorsprung von zwei Toren erhalten und gewannen am Ende mit 30:28.
Es bleibt zu sagen, dass für die HSG mit dem Willen und der Einstellung des letzten Heimspiels ganz klar ein Sieg zu holen gewesen wäre.
Es spielten: Holger Höflein (Tor), Andrè Jonas (3), Daniel Liedvogel (1), Gernot Kornhuber (6/3), Phillip Theil, Stefan Eck (4), Tobias Klant (1), Nik Himmel (1), Sebastian Mann (7), Frederic Wypchlo (5). (rm/um)

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