Corona: Saison der Amateurfußballer vor dem Abpfiff

Breite Zustimmung bei den Vereinen in Mörfelden-Walldorf, die schon für die nächste Spielzeit planen

DIESE SAISON wird wohl nicht mehr gegen die Pille getreten, wie hier beim Lokalderby zwischen der SKG Walldorf gegen die SKV Mörfelden. (Foto: Friedrich)

 

Mörfelden-Walldorf (ula). Die Saison im hessischen Amateurfußball steht vor dem Abbruch. Eine entsprechende Empfehlung hat der Vorstand des Hessischen Fußball-Verbandes bei seiner Sitzung am Samstag einstimmig verabschiedet, die die hiesigen Vereine bei einer außerordentlichen Sitzung des Verbandstags am 13. oder 20. Juni wohl abnicken werden. 

Grundlage für die Entscheidung sei das Meinungsbild in den 32 Kreiskonferenzen, so Jürgen Radeck, Klassenleiter der Hessenliga. Nicht alle, aber rund 60 Prozent der Kreisverbände habe sich unter drei Varianten für ein vorzeitiges Ende der Saison mit Quotientenregelung entschieden, mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger, erklärte Kreisfußballwart Robert Neubauer. Im Kreis Groß-Gerau wählte die Mehrheit allerdings einen Saisonabbruch, der nicht nur die Aufsteiger, sondern auch die Absteiger abbildet – bleibt mit dieser Haltung aber hessenweit in der Minderheit.
Der Abbruch des Amateurfußballs sei „nur eine Formsache“, glaubt Manfred Knacker. Die Marschroute geht für den Vorsitzenden von Rot-Weiß Walldorf „absolut in Ordnung“. Die erste Mannschaft der Rot-Weißen hat die erste Saison in der höchsten Hessischen Spielklasse gemeistert. Platz acht nach derzeitigem Tabellenstand könnte am Ende der Coronasaison stehen, durch die Quotientenregelung könnte die Elf jedoch noch leicht auf einem anderen Tabellenplatz landen. Eintracht Stadtallendorf steht als Aufsteiger fest.

Gagen der 30 lizenzierten Fußballtrainer im Jugendbereich nur einen Monat ausgesetzt

Dass die erste und zweite Bundesliga kickt, während die Amateur-Ligen den Spielbetrieb wegen der Corona-Pandemie einstellen, geht nach Knacker allerdings „sportlich nicht in Ordnung. Schon aus Solidarität zu anderen Sportarten sollte der Fußball kein Privileg haben. Aber Bundesliga, das ist Business.“ Fair geht vor heißt es indes auf dem rot-weißen Fußballrasen. Weil die rund 30 lizenzierten Fußballtrainer im Jugendbereich einen Riesenjob machen, wurde mit den Gagen nur einen Monat ausgesetzt. Und obwohl der Termin für den Wiederanpfiff in die neue Saison unter den schwierigen Planungsverhältnissen der Coronakrise sich verändern könnte, ist das rot-weiße Feld bestellt.
Für die erste Mannschaft werden kaum Veränderungen erwartet. Coach Max Martin unterschrieb im Winter den Vertrag für die neue Saison, die nach derzeitigem Stand am 19./20. September starten könnte. Auch der Kader steht: Die Rot-Weißen können auf alle Leitungsträger zählen, die Top-15 bleibt unverändert, ein paar Neuzugänge wurden verpflichtet. Treue haben auch die Fans und Sponsoren bewiesen. Trotz des vorzeitigen Saisonabbruchs habe niemand Geld für Dauereintritts- oder VIP-Tickets zurückverlangt.

SKG Walldorf hat eine Top-Saison gespielt

Auch auf dem Nachbarrasen nimmt die Saison trotz des abrupten Endes ein mehr als versöhnliches Ende: Die SKG Walldorf hat eine Top-Saison gespielt und liegt mit 49 Zählern punktgleich mit FC Hillal Rüsselsheim an der Spitze der Kreisliga B. Wegen des schlechteren Torverhältnisses auf Platz zwei – aber auf einem Aufstiegsplatz. Ob das nun so kommt, sei an die Abstimmung des Verbandstags gekoppelt, so der Klassenleiter – bleibt es beim derzeitigen Trend, darf bei der SKG gefeiert werden.
„Die A-Klasse täte uns gut, das wird Spaß machen“, so der stellvertretende Abteilungsleiter Fußball bei der SKG Walldorf, Robert Stegenbauer, der sich auf zwei Derbys mit der SKV Mörfelden freut. Die beendet die Coronasaison voraussichtlich auf Tabellenplatz 14. Dass es ad hoc vorbei ist, findet auch dort große Zustimmung. „Wir haben uns früh positioniert“, erklärt Marcus Schulmeyer, der gemeinsam mit Volker Cezanne die Fußballabteilung führt, „es kommt nur ein Saisonabbruch in Frage.“ Derzeit feilt der Verein an Möglichkeiten, das Training wieder hochzufahren, zunächst ab der U12.
Auch in Mörfelden sind die Pläne für die kommende Saison fortgeschritten. „Wir haben ein sehr junges Team. Die Spieler fühlen sich bei uns wohl und wir wollen den Stabilisierungsprozess fortführen“, erklärt Schulmeyer. Marco Greulich und Saha Maau werden die erste Garde der SKV in der neuen Saison weiterhin coachen. Dass es in der Kreisliga A Groß-Gerau durch den Aufstieg der SKG Walldorf dann zu Nachbarderbys kommen könnte, darauf freuen sich beide Vereine schon jetzt.
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