Zahnarzt Alexander May an vorderster Corona-Front

Über Hygienestandards und das stets hohe Infektionsrisiko

ZAHNÄRZTE SIND GANZ DICHT DRAN: Wegen eines generell erhöhten Infektionsrisikos arbeitet Dr. Alexander May stets mit Schutzbrille, Mund-Nasen-Schutz und Handschuhen. (Foto: tami)

Mörfelden-Walldorf (tami). Mindestens eineinhalb Meter Abstand, so lautet das oberste Gebot in der momentanen Corona-Krise. Doch wie verhalten sich Zahnärzte zurzeit, die gar keinen Sicherheitsabstand zu ihren Patienten einhalten können und das Risiko eingehen, sich mit dem Virus zu infizieren? Dr. Alexander May, der im Stadtteil Walldorf praktiziert, gibt Auskunft.

„Wir Zahnärzte stehen an vorderster Front“, bringt er die aktuelle Lage auf den Punkt. Wer sich einmal entschieden habe, Arzt zu werden, dem sei bewusst, dass er sich mitunter für ihn brisanten Situationen aussetzen müsse. Trotz der augenblicklichen Krise bleibe eigentlich alles beim Alten. May berichtet, dass er weiterhin mit Mundschutz, Schutzbrille und gegebenenfalls auch einem Visier vor dem Gesicht arbeitet. „Ansonsten gelten die ganz normalen Hygienevorschriften.“ Dazu zählen unter anderem die Sterilisation der Instrumente sowie die Behandlung in einem Thermo-Desinfektor. „Das ist quasi eine Spülmaschine mit hohem Druck“ und diene dem Schutz von Patienten.

Zahnmedizinische Grundversorgung muss trotz Corona aufrechterhalten werden

Noch sei die Versorgung seiner Arztpraxis mit Materialien gesichert. Jedoch könne es in einiger Zeit „an einigen Stellen eng werden“ und eine Materialknappheit entstehen. Es könnten Engpässe beispielsweise bei Lieferungen von Mundschutz und Oberflächendesinfektionsmitteln geben. Derzeit gestalte sich die Situation so, dass Zahnärzte Desinfektionsmittel selbst von großen auf kleine Behälter umfüllen dürften. „Das war vor Corona undenkbar“, so May. Apotheker würden zurzeit selbst Desinfektionsmittel herstellen, um den Bedarf zu decken und somit Arztpraxen diesbezüglich zu unterstützen.
„Eine Zahnarztpraxis ist ein medizinischer Betrieb. Wir haben einen Sicherstellungsauftrag“, erklärt May. Das bedeute, dass die zahnmedizinische Grundversorgung trotz der momentanen Lage aufrechterhalten werden müsse und Zahnärzte ihrer Pflicht nachkämen. Solange von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und die Hessischen Zahnärztekammer keine anderen Vorgaben folgten, bleibe alles beim Alten, mit der Maßgabe, dass sich Zahnärzte derzeit auf wirklich notwendige Behandlungen konzentrierten. Das Risiko bei Zahnbehandlungen bestehe darin, dass sich dabei Aerosole bilden können. Das seien feinste Tröpfchen in der Luft, die unter anderem entstehen könnten, sofern Bohrer und Ultraschallgeräte zum Einsatz kämen. „Diese Aerosole können Träger von Viren sein“, die sich für ungewisse Zeit auch in der Luft aufhielten. Noch sei unklar, wie der Corona-Virus überhaupt reagiere. Es gäbe unterschiedliche Erkenntnisse und Aussagen darüber, wie lange er durch die Luft schwebe und sich auf Oberflächen halte. „Diese Aussagen reichen von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen.“ Niemand wisse derzeit etwas Genaues.

Angst, sich zu infizieren, hat May nicht

Angst zu praktizieren und sich bei einem Patienten mit dem Virus zu infizieren, empfindet May nicht. Er habe sich entschieden, Arzt zu werden, und sich somit auch risikoreichen Zeiten zu stellen. Risiken bestünden nicht nur während der Corona-Krise, sondern auch sonst, wenn er etwa Patienten mit HIV oder Hepatitis C behandele. „Ich muss mit jedem Patienten so umgehen, als ob er ein Risikopatient sei.“
Zurzeit werde die Rezeption in der Arztpraxis mit einem Spritzschutz aus Plexiglas ausgestattet. Das gestalte sich jedoch schwieriger als gedacht, weil laut May die Betreiber zweier großer Discount-Ketten sämtliches verfügbare Plexiglas zur Installation von Schutz für ihre Kassiererinnen aufgekauft hätten. So bleibt May nichts anderes übrig, als auf einen Restbestand eines Privatmanns zurückzugreifen.

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