Zahl der Vögel nimmt weiter ab

Nabu Walldorf beobachtet schlechte Entwicklungen auf dem Land und in der Stadt

DIE BLICKE GINGEN NACH OBEN: Beim Winterspaziergang des Nabu Walldorf hielten die Teilnehmer nach Vögeln Ausschau. (Foto: Schwappacher)

Mörfelden-Walldorf (seb). Vorbei an Sturmschäden, Fledermausnistkästen und dem Naturlehrpfad: Eine Gruppe Frühaufsteher fand sich am Sonntagmorgen zum Winterspaziergang des Nabu Walldorf ein. Die Vorsitzende Ruth Ortwein übernahm die Führung und machte sich mit rund 15 Teilnehmern auf den Weg vom SKG-Heim zu den Gundwiesen und zur Nabu-Hütte im Vogelschutzgebiet Nasses Tal. 

Folgen von Sturmtief „Fabienne“ immer noch sichtbar

„Es ist ein großer Schaden“, sagte Ruth Ortwein und zeigte in die Richtung einiger umgestürzter Bäume. Das Sturmtief „Fabienne“ entwurzelte im Herbst zahlreiche Bäume und sorgte für Schneisen im Wald. Während des Spaziergangs sah man immer wieder die Sturmfolgen.
Will man dem etwas Gutes abgewinnen, so ist es wohl, dass das Totholz im Wald liegen bleibt. Nach und nach wird es von Pilzen befallen und dient Insekten als Zuhause. Damit sorgt das Totholz für eine ökologische Aufwertung, über die sich etwa Vögel freuen und auf Insektenjagd gehen können.

Nicht nur die Dürreperiode im Sommer hatte Folgen

Angesichts milder Temperaturen seien Vögel derzeit noch vermehrt im Wald anzutreffen, berichtete Ruth Ortwein im Gespräch. Ohne Frost und Schnee fänden sie hier ausreichend Nahrung. Dies erkläre, warum in den Vorgärten von Mörfelden-Walldorf aktuell deutlich weniger Vögel als üblich gesichtet würden. Sollte es kälter werden, zöge es sie verstärkt in den Stadtbereich. Positiv hob sie außerdem die vielen Maikäfer des vergangenen Jahres hervor. Die Käfer hätten dafür gesorgt, dass Spatzen ihren Nachwuchs gut versorgen konnten.
Als allgemeine Entwarnung möchte die Vorsitzende das aber nicht verstanden wissen. „Die Zahl der Vögel nimmt auf jeden Fall weiter ab“, betonte sie. Dafür habe längst nicht nur die Dürreperiode in diesem Sommer gesorgt. Eine immer intensivere Landwirtschaft und der Einsatz von Pflanzenvernichtungsmitteln ließen Insekten verschwinden. Damit fehle eine wichtige Nahrungsquelle, Bestände gingen zurück. Bei Amseln und Grünfinken sei dies bereits der Fall, ein ähnliches Schicksal drohe anderen Arten.

Insekten fehlt es an Rückzugsmöglichkeiten

Auch in der Stadt beobachtet Ruth Ortwein eine für Vögel schlechte Entwicklung. Statt üppiger Gärten seien oftmals Parkplätze und pflegeleichte Außengelände angesagt. Auch dort mangele es dann an Insekten und Rückzugsmöglichkeiten.
Wie es um den Bestand bestellt ist, zeigt die alljährliche Zählaktion „Stunde der Wintervögel“. Am Wochenende waren bundesweit alle Bürger aufgerufen, eine Stunde die Vogelanzahl in der eigenen Umgebung zu notieren. Die Ergebnisse werden rückgemeldet und zentral ausgewertet. Am Sonntag, 20. Januar, steht die Besprechung der lokalen Resultate im Nassen Tal an. Der Nabu Walldorf lädt für 10.30 Uhr in seine Hütte ein. 

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