Viele Spenden an die DRK-Kleiderkammer Walldorf, doch die darf nicht öffnen

Lager sind bis unter die Decke gefüllt

Bis unter die Decke: Die Kleiderspenden vom Wochenende schichtet DRK-Vorsitzender Oswald Tolksdorf auf einen Haufen im Eingangsbereich der Kleiderkammer auf. Foto: Erlenbac

Mörfelden-Walldorf – Bevor Renate Wolf die engen Stufen zur Kleiderkammer des Roten Kreuzes hochsteigen kann, muss sie erst ein paar Kleidungsstücke beiseite räumen. Es hat sich viel angesammelt in den vergangenen Wochen. Der Altkleidercontainer wird fleißig bedient, im Eingangsbereich zur Kleiderkammer stapeln sich die Säcke. „Wir sind voll“, sagt Renate Wolf und zeigt auf die drei engen Räume im Obergeschoss. Bügel an Bügel hängen Jacken und Mäntel, in Regalen liegen zahllose Pullover, in einem anderen stehen Schuhe in allen Größen.

Abnehmer hat das DRK derzeit keine, denn wegen Corona ist die Kleiderkammer in Walldorf geschlossen. Aus Sicherheitsgründen und weil man die Anordnungen des DRK-Kreisverbandes befolge, wie Wolf erläutert. Die Frauen, die die Kleiderkammer betreuen, gehören aufgrund ihres Alters ohnehin zu den Risikopatienten.
Normalerweise kommen während der Öffnungszeiten meist 20 Menschen und mehr. Die schieben sich dann durch die engen Räume. In Zeiten von Corona undenkbar, zumal keiner der drei kleinen Räume über ein Fenster verfügt, das man öffnen könnte. „Wir könnten hier die Hygieneregeln nicht einhalten“, bedauert Wolf, die die Kleiderkammer lieber heute als morgen wieder öffnen würde. Denn gerade in den beginnenden Wintermonaten benötigen viele hilfsbedürftige Menschen warme Kleidung. Doch ob die Kleiderkammer dieses Jahr überhaupt noch einmal öffnet, steht in den Sternen und hängt vom Verlauf der Pandemie in den kommenden Wochen ab. Nur in Notfällen werden derzeit in der Kleiderkammer noch Kleidungsstücke ausgegeben. Wer sich in einer Notsituation befindet, kann sich unter der an der Kleiderkammer angegebenen Rufnummer melden. „Dann lassen wir aber maximal zwei Leute ein“, sagt Renate Wolf. DRK-Vorsitzender Oswald Tolksdorf hat gerade die beiden Altkleidercontainer vor dem Haus geleert und schichtet die Säcke auf. Sack für Sack muss nun geöffnet und die Kleidung sortiert werden. Was noch brauchbar ist, wandert in die Kleiderkammer, der Rest in ein Zelt im Hof. Diese Kleidungsstücke werden dann an einen Entsorger verkauft. Die Einnahmen verwendet das DRK für seine Arbeit.
Das Öffnen der Säcke aus den Altkleidercontainern ist nicht immer eine angenehme Sache. Denn manche Zeitgenossen verwechseln diese Container offenbar mit Abfalltonnen. Kürzlich habe er Hähnchenknochen aus einem Müllsack gefischt, aber es gab auch schon noch unangenehmere Dinge. Deshalb gibt es an den beiden Containern einen entsprechenden Hinweis, denn wenn das DRK den darin befindlichen Müll auch noch extra entsorgen muss, verursacht das Kosten.
Auch der Vorsitzende bedauert die Schließung der Kleiderkammer. Man habe in der Vergangenheit vielen Menschen helfen können, sowohl Flüchtlingen als auch sozial schwachen Familien. Zudem schickten in Deutschland lebende Angehörige auch immer wieder Kleidungsstücke zu armen Familien nach Polen.
Weil die Kleiderkammer derzeit wegen der Pandemie fast überzulaufen droht, bittet Renate Wolf darum, momentan möglichst keine Kleiderspenden mehr in die Container einzuwerfen, denn die Klamotten können in den drei kleinen Räumen nicht mehr untergebracht werden. Die Frauen der Kleiderkammer haben schon über Alternativen für die Ausgabe nachgedacht, berichtet Tolksdorf. Doch letztlich waren die bisherigen Ideen nicht realisierbar. Von Hans Dieter Erlenbach

 

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