Unterstützung nach Grabstein-Abzocke in Mörfelden-Walldorf

Bürger spenden für Günter Jourdan / Böses Gerücht entsetzt hilfsbereite Bestatterin

Tochter Jacqueline Jourdan, Bestatterin Morena Falck und Günter Jourdan stehen vor dem neuen Grabstein für dessen verstorbene Frau. Nach einem mutmaßlichen Betrug hofft er nun, dass die Sache für ihn bald ein gutes Ende nimmt und seine Frau nach über drei Jahren endlich einen Grabstein bekommt. (Foto: Haas)

Mörfelden-Walldorf (oh). Günter Jourdan aus Walldorf hat 6500 Euro für einen Grabstein gezahlt und ihn nie erhalten. Nach einem TV-Bericht kommt eine Welle der Solidarität für das mutmaßliche Betrugsopfer. Auch Bestatterin Morena Falck will ihm helfen, vereinbart einen Sonderpreis für einen neuen Stein. Doch jetzt macht ein böses Gerücht in der Doppelstadt die Runde: Sie sei die Betrügerin!

Günter Jourdan aus Walldorf macht derzeit ein Wechselbad der Gefühle durch. Der 78-Jährige wurde ausgerechnet in tiefer Trauer um seine verstorbene Frau Milica bitterböse von einer Friedhofsdienstleisterin abgezockt. Doch jetzt ist er nur noch dankbar für eine Welle herzlicher Hilfsbereitschaft, die er aus vielen Teilen der Bevölkerung der Doppelstadt erfährt. Eine Zusammenfassung der unfassbaren Geschichte: Vor drei Jahren stirbt im Dezember Jourdans Frau. Für ihn ist wichtig, dass sie einen besonders schönen Grabstein erhalten soll. Er beauftragt Frau B. aus Walldorf, die für ihn einen Grabstein für 6500 Euro bestellen soll. Nachdem er 4000 Euro angezahlt hat, soll Jourdan die restlichen 2500 Euro in Raten abstottern. Er zahlt regelmäßig und der Stein soll in vier bis sechs Wochen kommen. Doch er wartet vergeblich, wird von Frau B. immer wieder vertröstet.

Bürgerin richtet Spendenkonto für Günter Jourdan ein

Nach einem halben Jahr ist klar: Offenbar ist er auf eine dreiste Betrügerin hereingefallen. Die Familie schaltete einen Anwalt ein. Aber da die Mühlen der Justiz bekanntlich langsam mahlen, kann es dauern, falls überhaupt, bis Jourdan sein Geld wieder sieht. Die bittere Realität derzeit: Mehrere tausend Euro sind weg und auf dem Grab seiner Frau steht immer noch nur ein Holzkreuz. Jourdan ist verbittert und sagt: „Ich habe mir das Geld dafür vom Mund abgespart, habe Schmuck von mir und meiner Frau verkauft, um mir den Grabstein leisten zu können. Am meisten ärgert es mich, dass Frau B. sich nicht mal bei mir dafür entschuldigt hat. Über Dritte haben wir erfahren, dass sie ganz schamlos erzählte, sie habe den Grabstein noch nicht einmal bestellt und das Geld einfach veruntreut.“
Über seinen Fall wurde ausführlich in einem Fernsehbeitrag berichtet. Melanie Jörges sieht das Video dazu in der Facebook-Gruppe „Mörfelden Walldorf Doppelstadt mit Herz.“ Sie ist entsetzt darüber, was Günter Jourdan passiert ist und will helfen. „Ich kenne die Tochter seiner Tochter Jacqueline Jourdan gut und so ist der Kontakt entstanden“, erzählt Jörges. Sie stellt schnell eine Verbindung mit Morena Falck von Angeli Bestattungen her, richtet ein Spendenkonto ein und veröffentlicht die Daten in der Facebookgruppe.

Plötzlich macht ein böses Gerücht über die Bestatterin die Runde 

Morena Falck bietet Günter Jourdan einen Sonderpreis für einen Grabstein an. „Es ist ein Lagerstück und wir hoffen, dass genügend Gelder zusammenkommen, damit wir Herrn Jourdan den Grabstein für seine Frau von Steinmetzmeister Ralf Pritsch setzen lassen können“, sagt Falck. Über die Höhe des Preises wurde mit der Familie Stillschweigen vereinbart. Morena Falck versichert jedoch, dass die Familie den Grabstein für einen besonders günstigen Preis bekommt. Für ihre Arbeitszeit will sie nichts berechnen. Und Günter Jourdan ist vor allem eines wichtig: „Sollten mehr Spenden eingehen, als der Grabstein kostet, dann würden wir das Geld entweder einem guten Zweck zukommen lassen oder den Personen wieder zurückschicken.“ Bis Mitte dieser Woche waren laut Initiatorin Melanie Jörges bereits 1076 Euro auf das Spendenkonto eingegangen.
Teile der Bevölkerung aus der Doppelstadt zeigen also tatsächlich viel Herz. Doch dann wird´s plötzlich wieder hässlich in diesem Fall. Denn ein unbedachter Tratsch im Mörfelder Schwimmbad sorgt dafür, dass ausgerechnet Bestatterin Morena Falck nun als Betrügerin verdächtigt wird. Nur durch einen Zufall erfährt sie davon. „Es war ein riesiger Schock für mich. Meine Tante hatte beiläufig im Schwimmbad ein Gespräch mitbekommen, in dem mein Name als angebliche Betrügerin in dieser Sache genannt wurde. Ich bin ja hier in Mörfelden-Walldorf die einzige Dame, außer besagter Frau B, die Grabsteine verkauft oder Bestattungen macht. Sonst sind das ja alles Männer. Offenbar sind die, die die Gerüchte verbreitet haben, davon ausgegangen, dass ich Frau B. sein muss.“ Das zu hören sei eine Katastrophe für sie gewesen. „Wer wie ich ordentlich arbeitet, will natürlich nicht damit in Verbindung gebracht werden“, sagt die Geschäftsfrau.
Und auch Günter Jourdan ist entsetzt über die brodelnde Gerüchteküche: „Wir sind Frau Falck dankbar, dass sie uns hilft und wenn dann so ein Missverständnis entsteht, dann ist das natürlich furchtbar. Ich hoffe sehr, dass dieses dumme Gerücht aus der Welt geschafft und klar wird, dass Frau B. die Betrügerin ist und Frau Falck uns unterstützt hat.“

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