Überdachte Tribüne für Rot-Weiß Walldorf

Fußballer wollen Rasenplatz mit Flutlichtmasten und überdachten Plätzen erneuern

Dort soll die überdachte Stehtribüne hinkommen: Manfred Knacker zeigt auf die Gegengerade, wo derzeit auf einer Anhöhe ein paar Bänke aufgebaut sind. (Foto: Beutel)

Mörfelden-Walldorf. Es soll das neue Schmuckkästchen des SV Rot-Weiß Walldorf werden: Der alte Rasenplatz soll zu einem kleinen modernen und attraktiv gestalteten Stadion für einen sportlich ambitionierten Verein umgestaltet werden.

Die vorläufigen Pläne sehen so aus, dass die vorhandene Rasenfläche als solche in der Länge auf 108,2 Meter und in der Breite auf 68 Meter verkleinert wird. Dabei wird der Rasen neu aufbereitet und vier Flutlichtmasten sollen an den Spielfeldecken installiert werden, um das Spielgeschehen in den Abendstunden gleichmäßig ausleuchten zu können. Hinzu kommen eine Stehplatztribüne für 546 Besucher auf der Waldseite des Platzes und eine Sitzplatztribüne für 282 Fußballfans neben der vereinseigenen Gaststätte. In beiden Fällen handelt es sich um überdachte Stahlkonstruktionen, die auf Höhe der Mittellinie vorgesehen sind.

„Wir möchten dem Publikum einfach mehr Komfort bieten können“

Manfred Knacker, Vorsitzender des SV Rot-Weiß Walldorf, betont, dass sich an den Besucherkapazitäten von rund 2500 möglichen Zuschauern nichts ändert. „Wir möchten dem Publikum einfach mehr Komfort bieten können“, sagt er. „Wir haben nicht mehr 1955, wo wir alle nur um die Bande stehen und zufrieden sind. Zum Fußball gehört es heute dazu, einen anständigen Steh- und auch Sitzplatz anzubieten.“ Ein normales Heimspiel in der Hessenliga zieht im Schnitt zwischen 300 und 400 Besucher an die Okrifteler Straße – wenn man von Coronaeinschränkungen mal absieht. Ein Derby erhöht die Zahl durchaus auch mal auf 500 Besucher.
Vor zwei Jahren war der ersten Herrenmannschaft mit Trainer Max Martin bereits drei Tage vor Saisonschluss der Aufstieg in die Hessenliga gelungen. Dort hat man sich schnell etabliert. In der ersten Saison erreichte RW das sichere Mittelfeld mit Platz acht – nach 23 Spielen, denn die Saison wurde aufgrund der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen. Die darauffolgende Runde wurde zwar am 4. September vergangenen Jahres eröffnet, doch bereits ab 29. Oktober unter- und schließlich am 30. April dieses Jahres abgebrochen und annulliert. Dennoch: mit dem sportlichen Anspruch, in der Hessenliga langfristig im oberen Drittel mitzuspielen, sollen nun auch die infrastrukturellen Bedingungen folgen. Auf der Jahreshauptversammlung am 29. August soll das Projekt noch von den Mitgliedern abgesegnet werden, doch dies gilt als Formsache. 
Knacker schätzt die kompletten Investitionskosten auf mindestens eine halbe Million Euro. Etwa die Hälfte davon soll durch Zuschüsse von Land, Kreis und Stadt finanziert, weitere Mittel durch Sponsoren, den Verkauf von Sitzplatztickets, Werbetafeln an den Tribünen und vor allem durch eine Spendenaktion generiert werden, mit welcher der Verein die Summe von 150 000 Euro erreichen will. Bislang habe der Klub etwas mehr als 16 000 Euro zusammen; allerdings war die Aktion aufgrund der langen Lockdownphase zunächst auch eher zurückhaltend beworben worden. Das soll sich mit dem Start des Trainings- und bald auch des Rundenbetriebs jedoch ändern. Wichtig für den RW-Vorsitzenden: Der Verein muss kein Darlehen aufnehmen.

Rasenplatz vorausschauend anlegen

Doch nicht nur an die Finanzierung haben die Verantwortlichen gedacht. In den Plänen für den neuen Rasenplatz wurden auch die Anforderungen und Vorschriften der Regionalliga mitgedacht, sodass RW die Sportanlage im Falle eines Aufstiegs problemlos erweiterten könnte. Allerdings schätzt Manfred Knacker die Chancen, tatsächlich in die Regionalliga aufsteigen zu können, eher gering ein. „Aber wenn wir die Chance bekommen, werden wir sie natürlich nutzen.“ Und für diesen Fall der Fälle will der Verein seinen Rasenplatz vorausschauend anlegen lassen, um nicht hinterher Bereiche abreißen oder zurückbauen zu müssen. „Wir wollen im Vorfeld Fehler beim Ausbau vermeiden“, ergänzt Knacker und betont, dass es keinen Druck für einen Aufstieg in die nächst höhere Spielklasse gebe. Der Anspruch sei, weiterhin vorne in der Hessenliga mitzuspielen. Knacker: „Im Sport ist aber alles möglich. Plötzlich steigst du auf und musst dann in kürzester Zeit neue Rahmenbedingungen erfüllen.“
Formal hat der Verein das Projekt bereits angestoßen. Bei einem gemeinsamen Termin mit Verantwortlichen des Bau-, Ordnungs- und Liegenschaftsamtes hat Knacker die Stadt über die Pläne in Kenntnis gesetzt und sich über die nötigen Vorschriften informiert, die für einen sattelfesten Bauantrag nötig sind. „Das ist jetzt alles in der Umsetzung, und der Bauantrag wird gestellt“, sagt Knacker. Er geht davon aus, dass dieser bis August fertig ist. Um den Jahreswechsel will der RW-Vorsitzende dann Zuschussanträge beim Land Hessen, dem Kreis Groß-Gerau und der Stadt Mörfelden-Walldorf stellen. Bis April/Mai 2022 hofft er, auch dies abschließen zu können, damit Mitte des Jahres – vielleicht sogar schon im zweiten Quartal – die Bagger anrollen können und der Platz 2023 fertig und bespielbar ist. 
In neuem Glanz erstrahlen bereits jetzt die Kabinen und Duschräume der ersten Herrenmannschaft. Fast ein halbes Jahr haben Montagsmaler und Spieler des Hessenliga-Teams gemeinsam gesägt, gestrichen und geschmirgelt, weil in den vergangenen Monaten des Lockdowns lediglich Einzeltraining möglich war. 
Auch sportlich wird es für die Hessenliga-Fußballer nun bald wieder losgehen: Im Hessenpokal ist das Team am 15. Juli zu Gast in Goddelau. Der Rundenbetrieb in der Hessenliga startet für RW am 15. August gegen Bad Vilbel. Dabei ist die Liga in zwei Gruppen mit jeweils elf Mannschaften eingeteilt. In beiden Gruppen erfolgen die Spiele in einer Hin- und Rückrunde, anschließend folgt eine Auf- und Abstiegsrunde. Rot-Weiß Walldorf befindet sich dabei in Gruppe zwei und spielt gegen folgende Teams: SC Hessen Dreieich, FV Bad Vilbel, TuS Dietkirchen, VfB Ginsheim, SC Viktoria Griesheim, FC Eddersheim, Türk Gücü Friedberg, SV Rot-Weiß Hadamar, SC Waldgirmes und SV Zeilsheim. Von Dirk Beutel

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