Stare suchen sich andere Plätze

Nabu-Ortsverband hatte zur Beobachtung zwischen den Stadtteilen eingeladen

RUTH ORTWEIN berichtete auf den Streuobstwiesen vom Lebensraum der Stare. Themen waren unter anderem deren bevorzugte Nahrung und der Nestbau. (Foto: Schwappacher)

Mörfelden-Walldorf (seb). Der Star ist ein Allerweltsvogel, den wohl nur wenige als eine Besonderheit wahrnehmen.
Aber der Singvogel steht auf der Roten Liste und ist als gefährdete Art eingestuft. Auch deshalb hat ihn der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) zum Vogel des Jahres erklärt. Am Samstag hatte der Ortsverband Walldorf zur gemeinsamen Beobachtung von Starenschwärmen eingeladen.

Doch aufgrund des heißen Sommers wurde daraus nichts. Nach den trockenen letzten Monaten lassen sich die Tiere auf den Streuobstwiesen zwischen Mörfelden und Walldorf nicht wirklich blicken und steuern andere Gegenden zur Nahrungssuche an, erklärte die Ortsverbandsvorsitzende Ruth Ortwein.
Im letzten Jahr zählte sie hier bis zu 1200 Vögel, in diesem Spätsommer fliegen die Stare über das Naturschutzgebiet hinweg. Die Schwärme suchen nun Wiesen, auf denen sie ein reichhaltigeres Nahrungsangebot finden. Auf Früchte und Insekten angewiesen, ziehe es die Singvögel nach Mönchbruch oder bis nach Rheinhessen. „Wir müssten schon Glück haben, wenn sie hier noch einmal auftauchen“, berichtete Ruth Ortwein.
Beim Spaziergang über die Streuobstwiesen konnte man sich schnell davon überzeugen, welche Konsequenzen der heiße Sommer hatte. Der sandige Boden staubt, das Gras ist vertrocknet. Die hohen Temperaturen sorgten dafür, dass weniger Äpfel und Beeren wachsen.
Warum die Zahl der Stare in den letzten Jahren deutlich zurückging, machte Ortwein anhand der immer schwieriger werdenden Nachwuchsaufzucht deutlich. Die Vögel sind auf Nisthöhlen angewiesen, anders als der Specht können sie diese aber nicht selbst anlegen. Sie müssen Höhlen in abgestorbenen Bäumen finden oder das ausgediente Heim eines Spechts beziehen.
Will man sie mit Nistkästen unterstützen, müssen diese etwas größer als gewöhnlich sein, so die Vorsitzende. Auf den Streuobstwiesen pflegt der Ortsverband mehrere Äcker, lässt abgestorbene Bäume stehen und hängt Nistkästen auf. Passende Exemplare für Stare konnte man am Samstag gemeinsam bauen.
„Der Wohnraum wird knapp“, sagte Ruth Ortwein auf Nisthöhlen angesprochen. Denn Totholz werde zu selten stehen gelassen, Höhlen seien so schwieriger zu finden. Gleichzeitig gibt es weniger Weiden, Wiesen und Felder, auf denen die Vögel Nahrung suchen können.
In Deutschland ging so der Bestand an Starenpaaren in zwei Jahrzehnten um eine Million zurück. Aktuell schwankt die Zahl der Paare jährlich zwischen vier und dreieinhalb Millionen.
Große Schwärme können 100 000 Exemplare zählen und geben ein imposantes Bild ab, berichtete Ruth Ortwein. Die Tiere orientieren sich an sieben Nachbarvögeln und können so besonders schnelle und beeindruckende Formationen fliegen. 
In der Vergangenheit saßen die großen Schwärme oft auf den Hochspannungsleitungen zwischen Mörfelden und Walldorf, wo man ihrem Gesang lauschen konnte. Die Stare ahmen die unterschiedlichsten Vogelstimmen nach, aber auch Laute von Fröschen und Hühnern, erzählte Ruth Ortwein vom großen gesanglichen Repertoire.
Nun bleibt zu hoffen, dass es im nächsten Jahr nicht ganz so trocken wird und man die gefährdeten Vögel wieder auf den Streuobstwiesen beobachten kann.

 

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