Die SPD will sich neu erfinden

Ortsverein wählt bei seiner Hauptversammlung Baldur Schmitt zum Vorsitzenden

DER SPD ORTSVEREIN hat einen neuen Vorstand: Im Führungsgremium arbeiten Alexander Best, Angelika Güth, Bülent Emekci, Baldur Schmitt, Julius Emmel und Max Gegenheimer (von links) zusammen. (Foto: Schwappacher)

Mörfelden-Walldorf (seb). Nach der Bürgermeisterwahl laufen die Vorbereitungen für die Amtsübergabe. Rathauschef Heinz-Peter Becker (SPD) und Nachfolger Thomas Winkler (Grüne) haben sich bei einem ersten Treffen über wichtige Themenfelder ausgetauscht.

Unter anderem ging es darum, wie die Stadt künftig in Gremien, wie etwa der Fluglärmkommission, dem Regional- und Wasserverband, vertreten sein wird. Auch die offizielle Amtseinführung wurde angesprochen. Becker ist noch bis zum 19. Juni gewählt, die Einführung seines Nachfolgers kann aber bereits deutlich vor diesem Datum stattfinden. „Es ist noch nichts spruchreif“, sagte Winkler auf Nachfrage des Freitags-Anzeiger. Mit dem Ersten Stadtrat Burkhard Ziegler (FW) und Ordnungsdezernenten Steffen Seinsche (FDP) gab es ebenfalls erste Gespräche. 

SPD in ihrer tiefsten Krise

Die SPD Mörfelden-Walldorf sieht sich unterdessen in ihrer tiefsten Krise und stellt die Weichen für einen Neuanfang. Werner Schmidt, der seit 1980 im Ortsvereinsvorstand mitarbeitete und ihn die vergangenen zehn Jahre anführte, zog sich bei der Jahreshauptversammlung zurück. Schon vor zwei Jahren habe er aufhören wollen und sich dann doch noch überreden lassen, sagte Werner Schmidt. Nun sei die Zeit für den Wechsel gekommen. Ohne Gegenkandidat und Gegenstimmen wurde Baldur Schmitt zum Nachfolger gewählt. Die Niederlage von Heinz-Peter Becker bedeute die härteste Zäsur für die SPD. Man müsse sich nun völlig neu definieren. Dabei habe schon die Landtagswahl nichts Gutes ahnen lassen, sagte Schmidt. In letzter Zeit habe man Probleme bekommen, die Menschen überhaupt zu erreichen. Egal ob Straßenbeiträge, Feuerwehrstandorte, Randzeiten bei der Kinderbetreuung und die Kläranlagensanierung: Es sei schwierig bis gar nicht möglich gewesen, eigene Positionen zu vermitteln. Die Opposition dagegen habe Themen mitunter skandalisiert und Thomas Winkler habe vom bundesweiten Hype um seine Partei profitiert. Am wichtigsten sei es nun, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Die Koalition mit Freien Wählern und FDP will man fortführen und Winkler an seinen Wahlkampfaussagen messen. 

Becker: „Ich werde jetzt nicht unpolitisch.“

„Heinz-Peter Becker hat sich immer für die Stadt eingesetzt“, würdigte Werner Schmidt den Noch-Bürgermeister. Viele wüssten seine Arbeit erst in einigen Jahren richtig zu schätzen. In den zwölf Jahren als Rathauschef habe er sich vorbildlich für soziale Gerechtigkeit, Integration und den Klimaschutz eingesetzt. Mit langem Applaus bedankten sich die Mitglieder bei Becker, der von einer „herben Enttäuschung“ sprach. Zwar ziehe er sich aus der Kommunalpolitik zurück, den Übergang im Ortsverein möchte er dennoch unterstützen. „Ich werde jetzt nicht unpolitisch.“
Die Geschicke des Ortsvereins wird Baldur Schmitt lenken. Seine politische Laufbahn begann bereits in den 1970er Jahren, als er erstmals ins Parlament von Mörfelden einzog. Bis 2003 hatte er das Amt des Ersten Kreisbeigeordneten des Kreis Groß-Gerau inne. „Ich will die Trendumkehr“, sagte Schmitt. Neue engagierte Mitglieder zu gewinnen und die Listenaufstellung für die Kommunalwahl sieht er als seine Aufgaben. Im Ortsverein möchte der Vorsitzende kollegial im Team arbeiten und strategische Überlegungen in den Vordergrund rücken. Auch soll die SPD mit Stammtischen, Stadtteilgesprächen präsent sein und den Austausch mit Vereinen suchen. 

Hoffnungen im Ortsverein liegen auf Maximilian Gegenheimer

Die Hoffnungen im Ortsverein liegen auf Maximilian Gegenheimer, der ohne Gegenstimmen zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde. Aktuell sieht der Juso-Vorsitzende aufgrund seines Studiums noch nicht die Zeit gekommen für die Kandidatur als Ortsvereinschef. In zwei Jahren möchte er aber soweit sein. Im Bericht der Jusos blickte Gegenheimer auf politische wie gesellige Veranstaltungen zurück. Gemeinsam sei es gelungen, die Mitgliederzahl in zwei Jahren zu vervierfachen. Aktuell zählt der SPD-Nachwuchs 16 junge Erwachsene. Dass es für Heinz-Peter Becker nicht reichte, könne man auch auf den Höhenflug der Grünen und allgemeine Probleme der Sozialdemokratie zurückführen, sagte Landrat Thomas Will in seiner Funktion als SPD-Unterbezirksvorsitzender. Es müsse aber auch zu einer selbstkritischen Analyse kommen. In einigen Wochen sollte man sich daran machen, gab Thomas Will seinen Genossen mit auf den Weg.

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