SPD Mörfelden-Walldorf mit Zuversicht in die Zukunft

Sozialdemokraten blicken bei Neujahrsempfang auf die Kommunalwahl – Mehr Verantwortung für Jusos

OVATIONEN VON DEN GENOSSEN: Heinrich Kohn (Mitte) berührte mit seiner Treue zur SPD die Herzen. Links applaudiert die Landtagsabgeordnete Heike Hofmann, rechts Ortsvereinschef Baldur Schmitt und Bürgermeister a.D. Heinz-Peter Becker. (Foto: Friedrich)

Mörfelden-Walldorf (ula). „2020 – das soll ein Jahrzehnt der Zuversicht und des Anpackens werden“, Heike Hofmann gibt sich kraftvoll. Beim Neujahrsempfang des SPD-Ortvereins im Walldorfer Rathaus wirft die Vizepräsidentin des Hessischen Landtags einen durchaus optimistischen Blick in die Zukunft.

Rund 100 Gäste scharen die hiesigen Genossen um sich, um gemeinsam ins neue Jahr zu starten. Mit einem Blick zurück; Wünschen und Visionen für die Zukunft. Mit Hofmann ist eine prominente Rednerin gewonnen, die den Bogen weit spannt. Vom Handelskrieg der USA und China, dem Brexit und dem erstarkenden Rechtsextremismus in Deutschland. Aber: Die Weiterstädterin hat die Hausaufgaben gemacht, um die Herausforderungen vor Ort zu erkennen. Sie macht Mut, neue Baugebiete auszuweisen, um „bezahlbaren Wohnraum“ zu schaffen und trotz des Jobmotors „Flughafen“ als größtem Arbeitsplatz Deutschlands, konsequent Maßnahmen einzufordern, um die Belastungen für Flughafenanwohner zu senken. Ein bisschen Schelte, und das liegt in der Natur von Neujahrsempfängen, auf die politischen Antagonisten gibt es auch: „Die SPD fordert ein Maßnahmenbündel für bezahlbaren Wohnraum“, und einen „Pakt für den Wald“. Dass die Doppelstadt nach dem verheerenden Sturmereignis im August 2019 keine Finanzhilfe vom Land erhalten habe, sei „unverständlich“.

Mehr Selbstbewusstsein von den Genossen gefordert

Es folgen etwa zwei Stunden politische Reden – das klingt viel, doch sind die Herangehensweisen durchweg unterschiedlich. Stadtverordnetenvorsteher Werner Schmidt erinnert an die rosigen Zeiten alleiniger SPD-Herrschaft in der Doppelstadt und fordert von den Genossen mehr Selbstbewusstsein ein: „Wir müssen unsere Rolle überdenken und neu definieren! Lassen Sie uns über unsere Leistungen sprechen und stolz sein auf die Bilanz der Sozialdemokratie.“ Mit Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen 2021 plädiert Schmidt in einer flammenden Rede für das Zusammenhalten der Parteien gegen Rassismus, Gewalt und rechte Hetze. „Ich bin nicht so optimistisch, dass die AfD nicht zu den Wahlen antritt.“ Die Grußworte des grünen Rathauschefs Thomas Winkler erinnern an eine Niederlage im vergangenen Jahr, die Bürgermeisterwahlen. Erstmals in der Nachkriegsära stellen die Genossen nicht mehr den Verwaltungschef. Winkler erklärt ein halbes Jahr nach dem Wechsel, dass sich die Politik an dieser Tatsache weiterhin abarbeiten muss, „am leichtesten fällt der Wechsel in der Öffentlichkeit, mit den Bürgern funktioniert es reibungslos.“ Funktioniert habe lange Jahre auch die Rot-Grüne Koalition: „Wir haben viel Positives bewegt und die Stadt nach vorne gebracht.“ Doch das Modell wurde von einem neuen Dreierbündnis abgelöst, die Genossen gehen mit FDP und Freien Wählern. Quo vadis SPD? Baldur Schmitt spricht von einer neuen Generation, die politische Verantwortung übernimmt. „Mit dem Juso-Chef Max Gegenheimer und seiner Truppe stellen die jungen Leute mittlerweile die Hälfte der Vorstandsmitglieder der „neuen SPD“, erklärt der Ortsvereinsvorsitzende.

"Wünsche mir, dass wir wieder so stark werden wie einst.“

Am Beispiel des just beschlossenen Haushalts zeigt Fraktionschef Alexander Best auf, dass im Koalitionsbündnis Zugeständnisse gemacht werden müssen. „Einschnitte, die wehtun.“ Einen so hohen Preis „möchten wir politisch vermeiden“, sagt Best, der nach den Wahlen 2021 schielt, und die Marschroute vorgibt, nämlich die politisch führende Kraft zu bleiben. Ganz abseits des Protokolls tritt ein SPD-Veteran ans Mikrofon, der den größten Applaus erhält: Heinrich Kohn, 90 Jahre alt, seit 65 Jahren Parteimitglied, lässt sein Herz sprechen: „Für mich war es immer die SPD. Und ich wünsche mir, dass wir wieder so stark werden wie einst.“ Jahre, zum Teil Jahrzehnte halten Sozialdemokraten in Mörfelden-Walldorf ihrer Partei die Treue. Prominentester Jubilar war am Sonntag zweifelsohne Bürgermeister a. D. Bernhard Brehl. Doch nicht nur Brehl, auch Gattin Ursula sowie Klaus Werkmeister wurden für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Seit 65 Jahren ist Heinrich Kohn Parteimitglied, der als Sechsjähriger von Worms nach Mörfelden kam. Als SPD-Mitglied, später Gemeindevertreter und schließlich Stadtrat, erlebte der heute 90-Jährige nicht weniger als vier Bürgermeister.

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