Sorge über weltpolitische Lage

Hüttenkirchengottesdienst: Engagement für versöhnte Gesellschaft wichtiger denn je

ANDACHT UNTER FREIEM HIMMEL: In seiner Predigt rief Pfarrer Jochen Mühl dazu auf, die friedliche Botschaft aus dem Weihnachtsevangelium zu beherzigen und umzusetzen. (Foto: Schwappacher)

Mörfelden-Walldorf (seb). Über die Weihnachtstage waren die Gotteshäuser in der Doppelstadt gut besucht. Auch die Hüttenkirche machte da keine Ausnahme: Mehr als 450 Besucher kamen am Montag zum Heiligabendgottesdienst unter freiem Himmel. 

 

Die Hüttenkirche ist kein gewöhnliches Gotteshaus, hat eine bewegte Geschichte und ist untrennbar mit dem Widerstand gegen die Flughafenerweiterung verbunden. So war sie auch stets ein Ort der politischen Predigt, betonte der Walldorfer Pfarrer Jochen Mühl zu Beginn des Gottesdienstes.
Die aktuelle globale Lage betrachtete Mühl in seiner Predigt mit Sorge. Denn im Moment laufe es für autoritäre Staatenlenker und „Macker“ leider zu gut. US-Präsident Trump, Erdogan in der Türkei und Orbán in Ungarn zeigten, dass Politiker Erfolge feierten, die sich als Macher präsentierten und mit harter Hand regierten. Und weil sie von Unsicherheit profitierten, schürten sie Ängste. Feindbilder würden aufgebaut, ein plakatives Denken mache sich breit, so Mühl.
„Die Grenzen des Sagbaren sind weit nach rechts gerückt.“ Wenn Menschen den Halt verlören und sich in schwierigen Zeiten wähnten, werde die Sehnsucht nach autoritären Persönlichkeiten leider immer größer. Am Beispiel der Geburt Jesu führte der Pfarrer aus, dass Gott das Gegenteil von Autorität sei.
Mit der Geburt von Jesus habe Gott sich kleingemacht und verletzlich gezeigt. Er teile seine Schöpferkraft und lasse die Menschen teilhaben. Es komme darauf an, sich das Weihnachtsevangelium nicht nur anzuhören, appellierte Mühl. Vielmehr müsse man es beherzigen und umsetzen. Denn das Engagement für eine friedliche und versöhnte Gesellschaft sei mehr denn je gefragt. 
Welche Rolle die Musik spielen kann, machte Pfarrer Mühl am Stück „Happy Xmas (War Is Over)“ von John Lennon und Yoko Ono deutlich. Auf dem Höhepunkt des Vietnamkriegs veröffentlicht, sei es von vielen als pazifistische Spinnerei abgetan worden. Andere dagegen ermutigte das Lied in ihrem Protest und spendete Kraft.
Die Friedensbewegung habe schließlich einen massiven Protest organisiert und vier Jahre nach der Veröffentlichung von „Happy Xmas (War Is Over)“, seien die US-Truppen aus Vietnam abgezogen. Das zeige, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit sei und man sich einsetzen und engagieren müsse. Angestimmt wurde der Song schließlich vom Chor „XANG“. Unter Leitung von Ralf Baitinger begleitete das Ensemble den gesamten Gottesdienst und schuf so einen stimmungsvollen musikalischen Rahmen. 
Zum Heiligabendgottesdienst war erstmals die neue Foto-Ausstellung von Walter Keber in der Hüttenkirche zu sehen. Der ehemalige Lokalredakteur und Fotograf der Frankfurter Rundschau zeigt aktuell 16 Aufnahmen von Gottesdiensten aus den letzten Jahrzehnten.
Der erste Weihnachtsgottesdienst im Hüttendorf der Bürgerbewegungen gegen die Startbahn West fand 1980 mit „Umweltpfarrer“ Kurt Oeser statt. Als einziges Bauwerk aus jener Zeit ist das kleine Holzkirchlein erhalten geblieben. Die 16 Fotos erzählen von der Geschichte des Protests und sind Teil der erneuerten Dauerausstellung.
Getragen wird die Schau von den evangelischen Kirchengemeinden Mörfelden und Walldorf sowie dem Förderkreis Hüttenkirche. Zu sehen ist die Ausstellung auch am kommenden Sonntag, dem 30. Dezember, von 14 bis 16 Uhr. Als Ansprechpartner stehen dann Walter Keber und Wilma Frühwacht-Treber vom Förderkreis zur Verfügung.

 

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