SKV Mörfelden beteiligt sich am Weltspieltag

„Kinder sind ausgehungert nach Bewegung“

Zum in die Luft springen: Mia (10) und viele andere Kinder hatten jede Menge Vergnügen beim ersten Open-Air-Event der SKV Mörfelden in diesem Jahr. Viele hatten schon die ganze Woche darauf hingefiebert. Foto: Friedrich

Mörfelden-Walldorf – Trotz hoher Auflagen und gewaltig viel Arbeit haben sie den Schritt gewagt – den Kindern zuliebe: Erstmals in diesem Jahr hat sich die SKV Mörfelden am Freitag mit einem Event am Weltspieltag beteiligt. Der Aktionstag wird jeweils an diesem Datum, 28. Mai, in Deutschland vom Deutschen Kinderhilfswerk mit dem Bündnis „Recht auf Spiel“ initiiert und angestoßen – mit kostenfreien Angeboten.

Philipp König, Vorstandsmitglied der SKV Mörfelden, war in den Sozialen Medien auf die Aktion aufmerksam geworden. Und so holte er den Spieltag für junge Leute auch nach Mörfelden. „Die Nachfrage war riesig“, berichtet der Impulsgeber und Hauptverantwortliche, „noch bis heute morgen hatten wir Anfragen, ob es noch Plätze gibt.“ Da waren die Helfer und Übungsleiter bereits damit beschäftigt, große und kleinteilige Spiel- und Sportgeräte aus der Halle ins SKV Waldstadion zu schaffen. Eine Zitterpartie nach wochenlangem nass-kalten Wetter. Doch just zum Start der Aktion zeigte sich die Sonne. 
Weil die Coronaregeln den Alltag und auch das Vereinsleben trotz sinkender Infektionszahlen noch fest im Griff haben, war ein Spezialmodell gefragt. Immer fünf Kinder durften sich in einem Zeitfenster an einer von vier Open-Air-Spielstationen austoben. Dann wurde desinfiziert und neue Kindergruppen begrüßt – je 20 Teilnehmer pro Zeitslot.
Die Spielzeit ging nur allzu schnell vorüber. Mit ihren Rollbrettern etwa donnerten Linus und Maximilian ein ums andere Mal die Rutsche herunter, um in einem Berg aus Weichschaumquadern zum Stehen zu kommen. „Heute ist Spaßtag“, so die Devise der Siebenjährigen. Zum Abschluss gab es eine Teilnehmerurkunde – dann kam das Desinfektionsmittel zum Einsatz.
Im Wartebereich machten bereits die nächsten Kandidaten große Augen, um Hindernisparcours, Fußballfeld oder Hüpfburg zu stürmen. Das Bild war schon ein außergewöhnliches. Denn über Monate hinweg hatte sich auch die Altersgruppe der Grundschüler disziplinieren müssen, Masken tragen, auf Kontakte zu Freunden, Schulbesuche und Präsenzsport verzichten. „Die Kinder sind ausgehungert nach Bewegung“, sagte König, „es ist schön, sie so happy zu sehen. Sie brauchen gar keine Anleitung, sondern wollen einfach spielen.“
Die Übungsleiter der SKV hatten die Zeit der geschlossenen Hallen und verbotenen Kontakte seit dem November-Lockdown zwar versucht, mit digitalen Angeboten zu überbrücken. Aber Judo, Fußball oder Tanzen am Monitor – das ist eben nur bedingt umsetzbar. „Die Kinder haben aus ihren Judo-Anzügen zuhause Dummi-Puppen gebastelt und so trainiert“, berichtete eine Übungsleiterin. Eine pfiffige Idee, den Sparringpartner aus dem Training durch eine Puppe zu ersetzen.
„Es ist toll, dass die Vereine, sogar die Feuerwehr, digitale Angebote für Kinder machen“, sagte Jana Kirbisch, die ihre beiden Kids zum Weltspieltag angemeldet hatte, „sie haben schon die ganze Woche darauf hingefiebert.“ Kristin Koch ergänzte: „Meine Tochter ist beim Jazz- und Modern Dance der SKV, auch hier wurde Onlinetanzen angeboten – aber es ist nicht dasselbe.“ Die Open-Air-Aktion war dann auch die erste große seit Langem. Sinkende Zahlen machen Hoffnung, dass dies nur der Startschuss war für mehr Aktivitäten miteinander.
„Unser Angebot ‘Ab in die Halle’ wollen wir noch bis 7. Juni anbieten“, so König – hier können sich Menschen aus zwei Haushalten ein Zeitfenster zum Austoben reservieren. Dass die Aktion nun bald ausklingt, hat einen positiven Hintergrund: die Öffnung der Sporthalle für das „normale“ Training in Gruppen. „Stand jetzt können wir im Sommer sogar Ferienangebote mit 50 Teilnehmern machen“, freute sich König auch darüber, dass entsprechende konkrete Verordnungen die Zeit der Ungewissheit für Vereine beenden. „Schön, wenn man Planungssicherheit hat.“
Der „Weltspieltag“, der jedes Jahr am 28. Mai gefeiert, wird, hat auch politischen Charakter. Im Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention heißt es: „Kinder haben das Recht auf Ruhe und Freizeit, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben.“ In Deutschland hatte die Pandemie zuletzt vieles davon beschnitten. Jetzt dürfen sich die Kinder ihre Rechte allmählich zurückholen. Von Ursula Friedrich

 

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