Rot-Weiß Walldorf im Herzen

Seit 15 Jahren packen die Montagsmaler ehrenamtlich für ihren Verein an

Die Montagsmaler (von links) Manfred Knacker, Heinz-Peter Becker, Norbert Kaschel und Klaus Mölbert haben wie alle ihre Kollegen großen Spaß bei der Arbeit. (Foto: Koch)

Mörfelden-Walldorf (ako). Wer das große Sportgelände von Rot-Weiß Walldorf betritt, der sieht sofort, dass es sich um eine ausgesprochen gepflegte Anlage handelt. Dafür sorgen die „Montagsmaler“. Jeden Montagmorgen treffen sie sich bis zum Mittagessen – es wird übrigens auch selbst gekocht – um für ihren Verein ehrenamtlich zu arbeiten. „Diese tolle Truppe ist unbezahlbar“, sagt RW-Pressesprecher Erwin Mader. Seit 15 Jahren sind die Montagsmaler aktiv. Es gibt kaum eine handwerkliche Arbeit, die sie nicht übernehmen.

„Sie haben einfach ein Auge für die Anlage“, so Mader. Dank dieses Engagements haben die Montagsmaler ihrem Verein schon so viel Geld gespart, dass dies kaum beziffert werden könne. Diese eingesparten Mittel kann der Verein anders einsetzen, zum Beispiel für die Jugendarbeit.
Adolf Zwilling hat die Montagsmaler vor 15 Jahren gegründet und ist seitdem auch ihr Chef. Der lustige Name der Truppe, der an eine bekannte Fernsehsendung erinnert, ist laut Zwilling aber erst im Laufe der Jahre entstanden. „Bei besonders großen Projekten oder schweren Aufgaben treffen wir uns auch zu Sonderschichten an anderen Wochentagen“, verrät Zwilling mit einem Augenzwinkern. Der außergewöhnliche ehrenamtliche Einsatz ist auch schon dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) aufgefallen. Der DFB hat die Montagsmaler bei einer Menge Mitbewerber 2012 mit seinem Ehrenamtspreis ausgezeichnet.

Umkleidekabinen und VIP-Raum renoviert

Allein in den vergangenen Wochen und Monaten haben die Montagsmaler Beachtliches geleistet. „Wir haben die Umkleidekabinen und den VIP-Raum renoviert“, berichtet Zwilling. Zudem wurde das Pumpensystem im Vereinsheim ausgetauscht, welches das eindringende Grundwasser abpumpt. Auch der Zaun entlang des Rasenplatzes wurde mit Unterstützung einer Fachfirma erneuert. Darüber hinaus wurden die früheren Sanitärräume im Untergeschoss zu Aufenthalts- und Lagerräumen für die Abteilung Tanz und Karneval umgebaut. Beim zweiten Kunstrasenplatz bringen die Montagsmaler gerade ein neues Fangnetz an. Generell fallen zudem stets diverse Reinigungs- und Pflegearbeiten an, ob nun im Außen- oder Innenbereich. Bei großen Projekten der Vergangenheit hebt Zwilling besonders die Renovierung des Vereinsheims und die Verlegung von Verbundsteinen rund um den ersten Kunstrasenplatz hervor. 
In Corona-Zeiten wird viel Wert auf Sicherheitsvorkehrungen gelegt, insbesondere auf die Abstände. Die Helfer arbeiten verteilt über die ganze Anlage in Kleingruppen zusammen, wobei die meisten Arbeiten zur Zeit im Freien verrichtet werden. Laut Zwilling gehören zu den Montagsmalern insgesamt 26 Personen im Rentenalter. Auch wenn die meisten von ihnen inzwischen geimpft sind, sind die Vorsichtsmaßnahmen weiter hoch. 
Die meisten Montagsmaler sind ehemalige Spieler und Trainer des Vereins, die sich weiter für Rot-Weiß einbringen wollen. Sie leisten nicht nur eine sinnvolle Arbeit, die Gemeinschaft macht ihnen auch großen Spaß. Die Gruppe versteht sich so gut, dass sie gemeinsam auch Ausflüge unternimmt. „Wir haben alle Rot-Weiß im Herzen“, so Zwilling. Er ist seit fast 60 Jahren Vereinsmitglied und hat lange Fußball gespielt. Noch im Alter von 39 Jahren gehörte er zusammen mit seinen beiden Söhnen Andreas und Matthias der ersten Mannschaft an. Zwilling wird nächstes Jahr 80 Jahre alt, doch ans Aufhören denkt er nicht. Solange er so fit bleibe, wolle er mit den Montagsmalern weitermachen. Jeden Montag seien konstant 20 bis 25 Personen da, die für ihren Verein ehrenamtlich arbeiten. Zwilling nimmt mit seiner großen Erfahrung die Arbeitseinteilung je nach Fähigkeiten vor. Auch die Ausstattung ist übrigens hervorragend, denn die Montagsmaler spenden nicht mehr benötigtes Werkzeug von Zuhause an den Verein.
Zwilling betont, dass es keine Nachwuchsprobleme gebe. Es würden immer wieder Rentner nachrücken, die gerade in Pension gegangen sind. Das sei bei ihm vor 15 Jahren ähnlich gewesen – Zwilling hat die Liegenschaftsverwaltung der Stadt Mörfelden-Walldorf geleitet. Ein Neuzugang der jüngeren Vergangenheit ist der ehemalige Bürgermeister der Doppelstadt, Heinz-Peter Becker. Aktuell ist der frühere DDR-Nationalspieler Hans Richter als Verstärkung hinzugestoßen.

Für anspruchsvolle Aufgaben fehlen Handwerker

Dafür betrifft eine andere gesellschaftliche Entwicklung die Montagsmaler: „Es gibt leider immer weniger Handwerker“, erzählt Zwilling. Das sei noch kein Problem, da auch viele einfache Tätigkeiten zu verrichten seien. Doch würden für anspruchsvolle Aufgaben Schlosser, Elektriker, Schreiner, Fliesenleger und weitere ausgebildete Handwerker benötigt. Diesem Trend steuern die Montagsmaler durch die Ausbildung eines „Lehrlings“ entgegen: „Ich habe vor fünf Jahren meine Lehre bei den Montagsmalern begonnen, in fünf Jahren will ich sie beendet haben“, schmunzelt Manfred Knacker, erster Vorsitzender von Rot-Weiß, der montags ebenfalls mit anpackt.

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