Rätselhafter Meilenstein in Mörfelden

Heimatforscher Wilhelm Ott will Herkunft klären und bittet um Hilfe aus der Bevölkerung

HEIMATFORSCHER WILHELM OTT sucht nach Hinweise zur Herkunft des Meilensteins zwischen Mörfelden und Rüsselsheim. Oben ist das Mörfelder Wappen zu erkennen. Darunter die Inschrift „Wolfsgarten, zwei Stunden, Mönchbruch“. (Foto: Beutel)

Mörfelden-Walldorf (db). Er steht auf der Nordseite der B486, 500 Meter hinter der Ampelanlage am Waldschwimmbad. Dicht am Kilometerpunkt zehn der Bundesstraße. Doch trotz seiner fast zwei Meter Höhe wird er gerne übersehen. Mörfeldens mysteriöser Meilenstein.

Der Dreieicher Heimatforscher Wilhelm Ott beschäftigt sich schon seit langem mit Grenzsteinen, Gedenksteinen, Kilometersteinen und Meilensteinen in der Region. Dabei ist vor allem das Stadtgebiet von Mörfelden sehr interessant. Ott erklärt, dass die Chaussee von Groß-Gerau nach Langen etwa um 1830 erbaut wurde. Nach der Einführung des Kilometersystems in Deutschland wurde an den überregionalen Straßen in regelmäßigen Abständen alle 1000 Meter ein Kilometerstein aufgestellt. Zwischen den Kilometersteinen wurden nach Bedarf weitere Entfernungssteine aufgestellt. In der Regel waren diese mit einer Zahl versehen, die die Entfernung zu einem Ausgangspunkt anzeigte.

Historische Meilensteine 

Dieser Punkt lag bei der Straße von Groß-Gerau über Mörfelden nach Langen am Rathaus in Groß-Gerau. Vor dem Bau der Umgehungsstraße 1935 verlief die Straßenführung über die Langgasse, dem Dalles und der Langener Straße weiter nach Langen. Ott: „Im Ortsgebiet findet man historische Entfernungssteine mit der Inschrift 8,8 (Gerauer Straße/Brückenstraße), 9,21 vor der Langgasse 25 und 9,4 vor dem Haus zum Goldenen Apfel. Der nächste noch existierende Kilometerstein steht 7200 Meter weiter östlich in der Bahnstraße in Langen. Er ist mit 16.6 beschriftet.“ Der Kilometerpunkt zehn dieser Straßenführung liegt direkt an der heutigen Kreuzung der B 486 mit der B 44. Schon der Langener Heimatforscher Karl Baeumerth hat 1977 in einer Publikation die Meilensteine in der Landschaft Dreieich beschrieben. Ott fand darin die Erwähnung eines Meilensteins bei Mönchbruch: „Den besagten Meilenstein im Mörfelder Westen, aber auch einen, der den östlichen Ortseingang Mörfeldens markierte und vor einigen Jahren der Verbreiterung der Kreuzung weichen musste“, sagt Ott.

Trotz Recherche keine Informationen über die Herkunft des Meilensteins

Über das weitere Schicksal äußerte sich Baeumerth nicht. Wilhelm Ott hält es für nicht ausgeschlossen, dass der Meilenstein von der Kreuzung im Osten Mörfeldens (Kilometerpunkt zehn) an einen neuen Platz an der B 486 im Westen Mörfeldens umgesetzt worden ist. „Beide haben zumindest die gleichen Proportionen. Ich bin mir sicher, dass dieser Stein nicht sehr lange dort steht, denn die Straße von Mörfelden über Mönchbruch nach Rüsselsheim wurde erst 1953 gebaut und Ende der 1960er Jahre in den heutigen Ausbauzustand versetzt. Davor bestand nur eine untergeordnete Verbindung von Mörfelden nach Mönchbruch, der Heuweg“, sagt Ott. Daher sei es unwahrscheinlich, dass dort ein Meilenstein stand. Trotz intensiver Recherche hat der Heimatforscher keine Informationen über die Herkunft des Meilensteins gefunden. Daher setzt er auf Hilfe aus der Bevölkerung: „Es gibt sicherlich noch Mörfelder Bürger, die sich an den Stein an der Kreuzung erinnern können. Er war mit der Aufschrift Mörfelden und dem Mörfelder Wappen versehen. Vielleicht weiß auch jemand, was mit diesem Stein geschehen ist.“ 

Wer Näheres zur Herkunft des Meilensteins weiß, kann sich beim Freitags-Anzeiger melden, unter redaktion[at]freitags-anzeiger[dot]de. Zudem sind weitere Informationen zu Meilensteinen in der Region auf der Internetseite von Wilhelm Ott zu finden: www.steine-in-der-dreieich.de/strassensteine.html.

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