Playmobil: Buschspatzen präsentieren erste Börse des Kult-Spielzeugs

Faszinierende Miniaturwelten

BEEINDRUCKENDE SZENARIEN: Die Exponate der ersten Walldorfer Börse begeisterten Laien als auch Fachleute. (Foto: Friedrich)

Mörfelden-Walldorf (ula). Mit ihrem sympathischen Lächeln beherrschen sie den Mikrokosmos des Kinderzimmers. Zumindest kam es einem so vor. Doch die 7,5 Zentimeter hohen Kunststoffmännchen des Spielzeugherstellers geobra Brandstätter Stiftung & Co. KG haben längst auch die Herzen der Erwachsenen erreicht. Den Kult ums vermeintliche Kinderspielzeug Playmobil konnten Besucher am Wochenende in der SKG-Halle erleben. Die närrische Abteilung des Vereins, der 1. Carneval Club die Buschspatzen, war Gastgeber der ersten Playmobil-Börse in der Doppelstadt.

Ägyptische Pyramiden, mittelalterliche Dörfer mit Kathedralen, Dschungelwelten und ein römisches Kolosseum, ja sogar den Sezessionskrieg beherrschen die kleinen Figuren. Zehn Aussteller bestückten die Halle mit ihren Exponaten. Playmobil bis in den letzten Winkel bannte die Augen des Publikums. Eine Garnison von 2000 Soldaten stellte den „Bull Run“ anno 1862 im Sezessionskrieg nach. „Insgesamt haben wir 23 000 Figuren aus dem amerikanischen Bürgerkrieg“, so zwei Sammler, nicht alle wurden gezeigt.

Aussteller und Anbieter aus ganz Deutschland 

Der Aufwand dieser Szenerie mit schnaufender Dampflok, Bahnhof und Gefechtsstationen dauerte zwei Tage. Schräg gegenüber erhob sich majestätisch eine meterhoher Tempelruine aus dichtem Urwald: Das Reich des Affenkönigs King Lui in der Dschungelbuchszenerie. Die meisten Sammler widmen sich einem Themengebiet und das mit ganzer Kraft. Nicht nur Aussteller und Anbieter reisten aus ganz Deutschland an, auch das Publikum nahm am Wochenende weite Wege in Kauf und kam bis aus der Schweiz und den Niederlanden. „Ich bin Feuerwehrmann und bilde die Jugend aus“, beschreibt Stefan Glasl seine Karriere zum Sammler. Um seine Jugendwehr zu begeistern, „habe ich mein Playmobil vom Dachboden geholt. Das Zeug hat es nicht mehr zurückgeschafft.“ Und weil das Hobby zu zweit noch mehr Spaß macht, schloss sich Ehefrau Isabel an: „Mein Spezialgebiet sind Reiterhöfe.“ Selbst dem Laien war beim Besuch der Playmobilwelt in der SKG-Halle offenkundig: Nicht alle Exponate kommen so vom Hersteller. „Ich habe fünf Pyramidensets gekauft und daraus diese eine gebaut“, sagt „Ägyptenfachmann“ Christian Vollrath und zeigt stolz auf seine über einen Meter hohe Konstruktion. Der Sammler hat sich dem Altertum verschrieben und eine römische Arena sowie den griechischen Olymp entworfen. „Die Figuren gibt’s nur in Griechenland“, sagt Vollrath, der Freunde und Bekannte die dort Urlaub machen mit der speziellen Mission betraut: „Bring mir einen Gott mit.“

Einnahmen der Veranstaltung fließen in Fastnachtskampagne der Buschspatzen

Wenngleich das Kinderspielzeug 1974 von dem deutschen geobra-Chefentwickler Hans Back erfunden wurde, gibt es viele länderspezifische Kollektionen, die meisten zeitlich limitiert. „Der Heilige Gral ist die japanische Achterbahn, die inzwischen aus dem Programm genommen wurde“, erklärt Alex Müller, einer von drei „Chefs der Buschspaten“ und ein Playmobil-Infizierter. „Ich bin Sammler“, erklärt der Walldorfer, und Impulsgeber der ersten Walldorfer Börse. Die Einnahmen der aufwendigen Veranstaltung fließen in die Fastnachtskampagne, für deren Finanzierung die Buschspatzen das ganze Jahr über mehrere Veranstaltungen ausrichten. In diesem Portfolio ist das Playmobilevent noch ein Exot, könnte sich aber etablieren. Viele Bürger zog die außergewöhnliche Schau am Wochenende in Bann. Und ist möglicherweise Impulsgeber eines neuen Hobbys. Dem Charme des kleinen lächelnden Männchens kann man sich schwerlich entziehen. „Wir haben den gesamten Dachboden geopfert, die Werkstatt ist in unserer Gartenhütte“, sagt Christian Vollrath, dessen sieben- und achtjährige Söhne nun ebenfalls an den „Heiligtümern“ des Papas mitwerkeln. Ehefrau Claudia nimmt den Trend schmunzelnd hin: „Ich habe zwei kleine Kinder und ein großes.“ 

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