Petra Scheible zum Ehrenvorstandsmitglied des Sportkreises Groß-Gerau ernannt

Seit Kindertagen der TGS Walldorf verschrieben

Lebt für den Verein und den Sport: Petra Scheible. Foto: Koslowsk

Mörfelden-Walldorf – Sich mit Trainerin Petra Scheible zu unterhalten, ist einfach. Sie redet, Fragen zu stellen, ist kaum notwendig, die Themen greift die sympathische Frau von alleine auf. Corona, Digitalisierung, Ehrenamt: Das hat sie alles auf dem Schirm, ohne dass es explizit angesprochen werden muss. Scheible war 15 Jahre stellvertretende Vorsitzende des Sportkreises Groß-Gerau. Dieses Ehrenamt gab sie nun aus privaten Gründen ab. Jetzt ist sie Ehrenvorstandsmitglied des Sportkreises. 

Schon vor drei Jahren hörte sie nach ebenfalls 15 Jahren als Frauen- und Seniorenbeauftragte auf. Angefangen hatte die heute 59-Jährige beim Sportkreis als Sportwartin. Ihr Vorgänger als Sportwart war in Rente gegangen, erinnert sich Scheible. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt viele Lehrgänge besucht, war im Kreis bekannt. 
Als stellvertretende Vorsitzende war sie Ansprechpartnerin für Informationsveranstaltungen, für den Datenschutz, bearbeitete Anträge für Ehrungen, war zuständig für Vereinsjubiläen, beantragte Fördergelder und kümmerte sich um die Sportjugend. Der persönliche Kontakt sei ihr immer wichtig gewesen. Sie habe Kontakt zu den Bürgermeistern aufgenommen, wenn Vereine Hilfe benötigten. 
Auch als Ehrenvorstandsmitglied wird sie sich nicht vollständig zur Ruhe setzen. „Das Amt kann man nicht mit drei Ordnern übergeben“, sagt sie. Sie will die beiden neuen stellvertretenden Vorsitzenden, Monika Stöltzing-Kemmerer von der TGS Walldorf und Udo Ahlheim, einarbeiten und möchte eine beratende Funktion einnehmen. Es gelte, neue Wege auszuprobieren, um Menschen zu erreichen, um an die Basis zu gehen. 
„Ich bin schon im Kinderwagen in den Verein eingeführt worden“, blickt sie lachend auf ihre Anfänge zurück. Schon ihre Eltern hätten sich im Verein ehrenamtlich engagiert, sie sei im Verein groß geworden. „Sport ist der größte soziale Rahmen“, sagt sie. Bei der TGS Walldorf fing sie ganz klassisch beim Turnen an, trieb später Leistungsturnen, probierte auch andere Sportarten aus, war Trainerin im Jazztanz. 
Heute ist Petra Scheible zum einen sportliche Angestellte bei der TGS Walldorf im Fitness- und Gesundheitsbereich, ist Trainerin unter anderem für Wassergymnastik, Rehabilitation und Stretching. 1997 hatte sie bereits das Fitnessstudio mit eröffnet und ist dort ehrenamtliche Abteilungsleiterin. Zudem schult sie die Übungsleiter für das Fitnessstudio. 
Die Corona-Pandemie begleitete auch Scheible als stellvertretende Vorsitzende des Sportkreises und beschäftigt sie auch in ihrer Funktion als Ehrenvorstandsmitglied. Die Fluktuation bei den Vereinen im Sportkreis sei sehr groß gewesen. Zumindest bei den großen Vereinen im urbanen Raum im Vergleich zu den Vereinen im ländlichen Raum. 
Denn bei den kleinen Vereinen müsse nur ein geringer Grundbetrag bezahlt werden. Die großen Vereine würden dagegen bei einigen Abteilungen Sonderbeiträge verlangen, weil sie beispielsweise Trainer für hohe Honorare beschäftigen. Da habe sie durchaus Verständnis für Arbeitnehmer, die sich in Kurzarbeit befanden oder immer noch befinden, die diese Beiträge nicht mehr bezahlen können und wollen. 
Aber wenig Verständnis bringt sie für Mitglieder auf, die über einen längeren Zeitraum niedrige Gebühren gezahlt haben, auch ohne das Sportangebot zu nutzen, aber nun austraten. Bei ihnen fehle der Solidaritätsgedanke, so Scheible. 
Im Gegensatz dazu sei sie von den Vereinen begeistert, die schnell auf die Pandemie reagiert hätten und tolle Online-Angebote bereitgestellt hätten. Sie findet, dass die Vereine Corona als Chance begreifen sollten und das, was sie aufgebaut haben, weiter führen sollten. Sie meint vor allem die digitalen Angebote. 
Warum würden nicht Online-Kurse für Menschen angeboten, die einen längeren Anfahrtsweg haben, die Arbeitnehmer aus Zeitgründen nicht wahrnehmen könnten. „Man kann auch mit digitalen Angeboten Mitglieder gewinnen“, sagt Scheible. 
Die Digitalisierung könne aber auch der Vereinsvorstand nutzen. Sie nennt die Mitgliederverwaltung und auch Online-Meetings. 
Scheible glaubt nicht, dass die durch Corona bedingten Austritte schnell aufgefangen werden. Gerade bei älteren Menschen, für die die sozialen Kontakte und die Bewegung so ungeheuer wichtig seien, hege sie Zweifel. Sie appelliert deshalb: „Kehrt wieder in die Vereine zurück, um Euch zu bewegen und Kontakte zu pflegen“. Dagegen rechnet sie durchaus mit der Rückkehr von Kindern und Jugendlichen. Schon allein wegen des Betreuungsangebotes berufstätiger Eltern.
Schnell landet Scheible beim Ehrenamt, das immer weniger angestrebt werde. Die Mitglieder würden heute lieber kurzfristig Projektarbeit betreiben, sich aber nicht auf eine längere Amtszeit festlegen wollen. 
Die Vereine müssten über das Ehrenamt Schulungen als Anreiz anbieten. Kurse für Redewendungen, Leitungs- und Führungskompetenz, Steuerrecht und auch Durchsetzungsvermögen könnten die Menschen beruflich nutzen. Es könnten Erste-Hilfe-Kurse angeboten werden. 
Um Leute zu werben, müssten sie persönlich angesprochen werden. Und Scheible weist darauf hin, dass ältere Amtsinhaber oder Amtsträger, die schon längere Zeit eine Funktion ausfüllen, auch mal loslassen müssten. Es gelte zudem, alle Kulturen mit ins Boot zu holen. 
Und damit macht sich Petra Scheible an ihre Arbeit im Fitnessstudio. Sie selbst trainiert dort einmal in der Woche für eine Stunde. VON RÜDIGER KOSLOWSKI

 

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