„Müssen mehr Akzeptanz schaffen“

Nabu zeichnet Besitzer schwalbenfreundlicher Häuser aus – Immer weniger Brutpaare

DIE PLAKETTE „SCHWALBENFREUNDLICHES HAUS“ überreichte Bernd Petri vom Nabu an Georg Heilmann und Ingeborg Artschwager und informierte zusammen mit Ruth Ortwein über die Tiere. Auch Frank Krickelberg (alle von links) hat Nester für Schwalben an seinem Haus und bekam dafür eine Plakette (Foto: Schwappacher)

Mörfelden-Walldorf (seb). Als das „Ortweinsche Schloss der Schwalben“, stellte Nabu-Kreisverbandsvorsitzender Bernd Petri das Haus in der Vinsonstraße vor.

Familie Ortwein hat hier zahlreiche Nester angebracht und beherbergt eine kleine Schwalbenkolonie. Aktuell ziehen die Vögel ihren Nachwuchs heran, sind ständig mit der Futtersuche beschäftigt und fliegen eifrig die vielen Nester an. Für die Walldorfer Ortsgruppe des Naturschutzbundes gibt es so wohl keinen besseren Ort, um seine Auszeichnungsaktion „Schwalbenfreundliches Haus“ zu starten. 
In diesem Jahr haben sich 14 Bürger für die Plakette angemeldet, die an ihren Häusern den Rauch- und Mehrschwalben ein zu Hause bieten. In der Vinsonstraße wurden die Auszeichnungen Georg Heilmann, Ingeborg Artschwager und Frank Krickelberg überreicht. Wer nicht zu der Veranstaltung kommen konnte, wird in den nächsten Wochen besucht und bekommt Hilfe beim Anbringen der Plakate, sagte Ruth Ortwein.
Die Ortsvereinsvorsitzende betonte, dass die Schwalben dringend unterstützt werden müssten und sichere Brutplätze brauchten. Denn ihre Bestände seien über die letzten Jahrzehnte stark zurückgegangen. Zählte man 1981 noch 334 Brutpaare der Mehlschwalben und 38 bei Rauschwalben, waren es im letzten Jahr nur noch 85 beziehungsweise 14 Paare in Walldorf. 
Gründe dafür sind der Insektenschwund, Probleme beim Nestbau und eine sinkende Akzeptanz seitens der Hausbesitzer. Oftmals wollten Bürger keine Vogelnester an ihren Häusern und würden sie einfach herunterschlagen, schilderte Ortwein. Auch hätten die Tiere Schwierigkeiten, lehmigen Boden für ihre Nester zu finden.
Der Nabu Waldorf stellt Hauseigentümern daher fertige Nester zur Verfügung und hilft sogenannte Kotbretter zu montieren. Sie werden unter den Nestern befestigt und sorgen dafür, dass Hinterlassenschaften der Vögel Häuser und Grundstücke nicht verschmutzen. Im Herbst steht dann eine Reinigungsaktion an, bei der die Nester auch von Ungeziefer befreit werden.
„Wir müssen alle gemeinsam mehr Akzeptanz für die Schwalben schaffen“, betonte Ornithologe Petri. Die Population könne nur wieder ansteigen, wenn neben geduldeten Nestern auch ausreichend viel Nahrung vorhanden sei. Es gelte daher, den eigenen Garten vogelfreundlich zu gestalten, damit die Schwalben Insekten für sich und ihren Nachwuchs finden. Am liebsten nisten die Vögel etwa vier Meter in der Höhe unter einem Dachvorsprung, berichtete Ortwein. Die Tiere ließen sich bevorzugt dort nieder, wo schon Artgenossen leben.
Die Unterstützung der Schwal-benpopulation in Walldorf begann 1974. Damals sorgte ein früher Wintereinbruch dafür, dass die Vögel nicht über die Alpen nach Süden ziehen können. In Deutschland fanden sie keine Nahrung mehr, weshalb Schwalben auch in Walldorf entkräftet in ihren Nestern saßen. Vogelfreunde sammelten die Tiere ein, päppelten sie wieder auf und sorgten dafür, dass sie per Flugzeug nach Italien kamen. Damals habe man erkannt, wie gefährdet Schwalben sind, sagte Ruth Ortwein. 
Wer das Nabu-Schwalbenprojekt unterstützen möchte, findet im Internet unter www.nabu-walldorf.de weitere Informationen und Kontaktadressen. 

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