Möhnen übernahmen das Zepter

Bürgermeister Heinz-Peter Becker kapituliert vor närrischen Frauen-Power

HER MIT DEM DING: Das Gerangel um den Rathausschlüssel mit den Möhnen verlor Heinz-Peter Becker trotz größter Kraftanstrengung. (Foto: tami)

Mörfelden-Walldorf (tami). Geheimnisvoll und schwarz gekleidet, aber in bester Stimmung stürmten die Möhnen an Weiberfastnacht das Rathaus Walldorf. Sie waren von ihrem Verein Erster Carneval Club Walldorf „Die Buschspatzen“ ausgebüxt und hatten sich in Altweiber-Tracht auf den Weg bis zur Stadtverwaltung gemacht.

Mit Ratschen und Blechbix ins Rathaus

Kurz vor ihrem Ziel sammelten sich die Damen dann noch einmal am Sektstand auf dem Wochenmarkt, bevor es darum ging, dem Bürgermeister den Rathausschlüssel zu entreißen und statt seiner bis Aschermittwoch die Regentschaft in Walldorf zu übernehmen.
Unterwegs klapperten die Möhnen lautstark mit ihren Ratschen und sammelten Spenden in ihrer scheppernden Blechbix. „Wir hauen unser Geld auf den Kopf“, sagten die Damen lachend. Mit ihren schwarzen Monturen, die an den Ursprung der Möhnen im Rheinland als alte und trauernde Witwen erinnerten, legten sie sich im Magistratssitzungssaal mit Heinz-Peter Becker an.
Herrschsüchtig rangelten sie unter der Leitung von Obermöhne Donata Pötter um den großen roten Rathausschlüssel. Gegen so viel Frauenpower hatte Becker keine Chance. Er gab auf. Da war sein Schlips bereits ab. Auch die Krawatten von Erstem Stadtrat Burkhard Ziegler und Ordnungsdezernent Steffen Seinsche mussten dran glauben. „Meine war funkelnagelneu mit dem Stadtwappen drauf“, flunkerte Ziegler. Sie werde ihm aber ersetzt.

Positives sollte mehr Schlagzeilen machen

Bei Sekt und Kaffee nahmen die Damen in der Begleitung einiger männlicher Bodyguards der Buschspatzen Platz. Zunächst verteilte Pötter bei Musik aus einem Audiogerät den selbst gebastelten Möhnenorden an die Stadtväter.
Burkhard hatte am Morgen noch einige launische Sprüche in Verse gepackt. Er wies darauf hin, dass es in der Stadt viel Gezeter um Themen gäbe, die Kommunalpolitiker der DKP/LL aufgriffen, auf die die Oppositionsgegner von der CDU ständig aufsprängen. Ob neue Feuerwehrgerätehäuser, bei denen niemand wisse, wie sie bezahlt werden sollten oder das Thema Badesee. „Es wird nicht gespart ohne Bedacht.“ Ziegler bedauerte, dass in der Stadt immer wieder lediglich „Bad News“ breitgetreten würden, hinter denen gute Neuigkeiten ebenso häufig wieder verschwänden, wie die Tatsache, dass die Doppelstadt den Rettungsschirm des Landes Hessen verlasse. „Wen interessiert’s? Offenbar niemanden. Positives sollte wieder viel mehr Schlagzeilen machen und wir sollten wieder viel mehr lachen.“

Sport- und Kulturamtschef gibt sich selbst ein Geburtstagsständchen

Übrigens: Bereits am Vormittag bekam Bürgermeister Heinz-Peter Becker närrischen Besuch: Voller Elan stürmten Sandhäsinnen lautstark das Rathaus Mörfelden. Dass Sport- und Kulturamtsleiter Ralf Baitinger an Weiberfastnacht auch noch Geburtstag hatte, dafür konnte er selber nichts. Jedenfalls stürzte er sich, ausnahmsweise mal mit einer Krawatte um dem Hals, ins Getümmel. Er fiel jedoch sofort den Weibern zum Opfer. Nur noch ein klitzekleines Schwänzchen baumelte an seinem Hals, als die Häsinnen ihm ein Geburtstagsständchen brachten, mit „Happy Birthday“, einem dreifachen „Sandhas hopp hopp“ und Sekt auf den gestandenen Mann anstießen. Für die Glückwünsche revanchierte sich der über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Musiker mit einer Gitarre der städtischen Musikschule in den Händen. Kaum hatte er in die Saiten geschlagen, sangen die Sandhäsinnen bei verschiedenen Gassenhauern lautstark mit.

Bürgermeister bekommt die Schuhe geputzt

Die Ehre galt eigentlich Heinz-Peter Becker. Marion Zwilling putze ihm die Schuhe, nachdem Nicole Slotta seinen Schlips gekürzt hatte. Becker spendete einen gefüllten Umschlag, den er in die Sammelbüchse der Weiber steckte. Das Geld kommt in diesem Jahr einer vierköpfigen Familie zugute. Für sie sollen Spielsachen und Möbel angeschafft werden. Am Ende sammelten die Sandhäsinnen staatliche 1111,11 Euro für den guten Zweck. 

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