Mikrokosmos der lokalen Geschäftswelt in Mörfelden

Abwechslungsreiche Erlebnismesse im Bürgerhaus / 30 Teilnehmer

Einiges los war auf der Erlebnismesse im Bürgerhaus Mörfelden am vergangenen Wochenende. (Foto: Friedrich)

Mörfelden-Walldorf (ula). Sprichwörtlich der rote Teppich wurde Besuchern am vergangenen Wochenende ausgerollt: Mit gebündelter Kraft hatten Gewerbe, Gastronomie und Dienstleister zur diesjährigen Erlebnismesse ins Mörfelder Bürgerhaus geladen. Mit Sonder- und Mitmachaktionen, Messepreisen, kurz gesagt: einer attraktiven Verkaufsschau, versuchten rund 30 Teilnehmer, die Bürger für die lokale Geschäftswelt zu begeistern.
 

„Ein schönes Portfolio an Teilnehmern, ein Drittel der Unternehmen ist neu dabei“, resümierte Andreas Guthke, Vorsitzender der Gewerbegemeinschaft Mörfelden-Walldorf, welche die Erlebnismesse nach anderthalbjähriger Pause wieder ausrichtete. Wenige Quadratmeter Fläche wurden zum Mikrokosmos der hiesigen Geschäftswelt: Der Autohändler rückte mit der Fahrzeugflotte an, daneben gab es Zweiräder und thailändisches Mittagessen. Im Foyer luden das DRK Mörfelden zum Fitnesstest, der Lions Club in die Cafeteria und der Mörfelder Friseursalon zum flotten Haarschnitt. Kosmetikprodukte, Kinderartikel oder ein frisch gedruckter Freitags-Anzeiger? Stand um Stand, bei denen auch unsere Lokalzeitung nicht fehlen durfte, reihten sich aneinander. Dass in puncto Besuchermasse mehr drin gewesen wäre, mag am Timing gelegen haben. „Wegen des Feiertags machen viele Leute ein verlängertes Wochenendes, es gibt viele Konkurrenzveranstaltungen, das Schwimmbad hat aufgemacht, außerdem ist Muttertag“, fand ein Teilnehmer gleich eine ganze Liste von Erklärungen.

Gute Kundengespräche hier wichtiger, als der Verkauf

„Trotz des zu warmen Wetter hatten wir samstags eine sehr gute Kernzeit“, äußerte Guthke optimistisch. Dass sich keine Menschenmassen durch die aufwendig herausgeputzte Gewerbe- und Erlebnismeile schoben, hatte durchaus sein Gutes. „Wir hatten einen sehr ruhigen Samstag, aber es ist wichtig, präsent zu sein“, sagte Unternehmerin Silke Boß, die eine Kollektion ihres Magnetschmucks dabei hatte. „Mir sind gute Kundengespräche hier wichtiger, als der Verkauf.“ Dass der lokale Bestatter vor Ort keinen Umsatz machte, ist selbsterklärend: „Aber uns ist wichtig, uns und unsere Arbeit vorzustellen“, sagten die Damen am Stand. Klar ist: „Man muss die Leute ansprechen“, so das Team des DRK, das Besucher auf Wunsch auf ihre körperliche und geistige Fitness testete. Dass sich der Aufwand, die hochprozentigen Tropfen vom Whiskeykeller ins Mörfelder Bürgerhaus zu transportieren gelohnt hat, verblüffte selbst den Unternehmer am Tresen: „Hätte nicht gedacht, dass es so gut läuft.“

Modenschau, Fair-Trade-Produkte, E-Bikes

Im Souterrain kam der rote Teppich zum Einsatz: Hier nahmen Besucher Platz, um eine Modenschau zu erleben. Geschäftsfrau Katharina Theodoridou führte sympathisch durchs Programm und hatte zur Erleichterung vieler Zuschauer keine hageren Modelle mit Konfektionsgröße 34 verpflichtet, sondern Freunde und Kundinnen, die Trends für jeden Geschmack und in vielen Konfektionsgrößen präsentierten. Mit viel „Hauruck“ wurde gezeigt, was Mörfelden-Walldorf alles zu bieten hat. Da machte auch der Kooperationspartner der Gewerbegemeinschaft, die Stadt Mörfelden-Walldorf, mit. Fair-Trade-Produkte, kostenlose Snack-Bananen und Muttertags-Rosen verteilte Stadtmarketingbeauftragter Marcus von Landenberg. Doch nicht allen konnte man es recht machen: „Es wird immer weniger“, äußerte ein älteres Ehepaar, das die Autoschau auf dem Parkplatz vermisste. Darauf hatten die Veranstalter diesmal bewusst verzichtet. Das Außengelände war kompakter gestaltet, dafür der Parkplatz frei für mobilisierte Besucher. Den meisten Flanierenden bot sich genau das, was sich ein Kunde wünscht: „Unaufdringliche, freundliche Beratung, mit Service.“ Die Teilnehmer punkteten mit Herzlichkeit und dem vorherrschenden Dienstleistungsgedanken, der durchaus nachhaltig war. 1000 Euro Messerabatt etwa gab es auf das E-Lastenrad – und wer eine solche Investition nicht gleich entscheiden wollte, könne das im Geschäft nachholen, versprach Thorsten Tamms, Chef von Hermanns Radhaus.
Auch der Zehn-Prozent-Nachlass in der Modeboutique gilt noch eine weitere Woche. Der Lions Club, der die Cafeteria schmiss, hatte am Sonntagnachmittag jede Menge zu tun. „Bei uns ist alles selbst gebacken. Wir haben 40 Kuchen- und Tortenspenden bekommen“, freute sich Lions-Präsidentin Eva-Maria Jacobs. Der Erlös soll eins zu eins zur individuellen Unterstützung hilfesuchender Familien aufgewendet werden.
„Kaffee trinken, mal durchlaufen, sich informieren – und Bekannte treffen“, ein paar Ausflügler schöpften nach dieser Tour bei Kaffee und Kuchen Kraft. Bisweilen kamen Familien mit Kind, Kegel und der Verwandtschaft auch von außerhalb: „Meine Schwester hat sich bei Fahrrad Küchler ein neues Rad, die Nichte hier einen neuen Haarschnitt zugelegt.“ Der Mörfelder Besucher war voll des Lobes: „Top-Preise, freundlicher Service“ – und entschwand, um den Ausflug mit hausgemachtem Kuchen abzurunden.

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