Mehr Bodenlärm, mehr Verkehr

Umweltausschuss informierte sich über Planungen für Terminal 3 des Flughafens

DAS VORFELD für das neue Terminal 3 am Frankfurter Flughafen ist schon asphaltiert. Die Arbeiten am Terminal selbst sollen nächstes Jahr beginnen und 2017 abgeschlossen sein. (Foto: Schwappacher)

Mörfelden-Walldorf. Nicht weit vom nördlichen Stadtrand Walldorfs laufen die Vorbereitungen für das nächste Milliarden-Projekt am Frankfurter Flughafen. Über das Terminal 3, das fertig ausgebaut 25 Millionen Passagiere aufnehmen soll, informierte sich der Umweltausschuss des Stadtparlaments bei einem Besuch auf dem Flughafen. Nach einem allgemeinen Vortrag von Frank Cornelius, politischer Kommunikator bei Fraport, gab Stefan Engel, zuständiger Programmleiter für den Bau des Terminal 3, einen Einblick in die Planungen.
 

Wie die Ausschussmitglieder bei einer anschließenden Rundfahrt sehen konnten, ist das Vorfeld für das Terminal bereits asphaltiert. Mit einem Bus ging es auf einen aufgeschütteten Sandberg, von dem aus man einen guten Überblick hatte. Die Ausmaße des dritten Terminals wurden von dort oben deutlich. Schon das bislang fertiggestellte Vorfeld ist riesig und wird aktuell als Abstellfläche für wartende Flugzeuge genutzt.
1,3 Millionen Quadratmeter Vorfeldfläche mit 75 Stellplätzen für Passagiermaschinen plant Fraport. Für Frachtmaschinen ist ein Vorfeld von 146 000 Quadratmetern vorgesehen. Die Grundfläche des Terminal 3 in seiner ersten Ausbaustufe beläuft sich auf 200 000 Quadratmeter.
Die Arbeiten an der ersten Ausbaustufe sollen im nächsten Jahr beginnen und bis 2017 abgeschlossen sein, erklärte Engel. In der ersten Ausbaustufe sind zwei Flugsteige geplant, zwei weitere sollen folgen. Wann die zweite Ausbaustufe beginnt, ist derzeit noch unklar und hängt auch von der wirtschaftlichen Entwicklung der nächsten Jahre ab. Für den ersten Abschnitt gibt Fraport die Kosten mit rund einer Milliarde Euro an. Weitere 500 Millionen Euro sind für die Verkehrsanbindung vorgesehen.
Während seiner Präsentation zeigte sich Engel zwar fasziniert von technischen Details, vertikalen Kabelschächten und der Klimaanlage; die Auswirkungen des Terminals auf Mörfelden-Walldorf kamen dabei aber etwas zu kurz. Denn wenn 25 Millionen Passagiere durch das Terminal 3 geschleust werden, müssen die Menschen an- und abreisen, was mit deutlich mehr Verkehr verbunden sein dürfte.
Dafür sei ein neuer Autobahnanschluss bei Zeppelinheim geplant. Zusätzlich soll die Skyline-Bahn entlang der A5 zum neuen Terminal geführt werden, erklärte Engel. Der momentane Autobahnanschluss sei jetzt schon kaum noch ausreichend. Der Programmleiter geht davon aus, dass die meisten Passagiere im Norden des Flughafens ankommen und dort in die Skyline-Bahn umsteigen. Zwar ist noch nicht endgültig über einen S-Bahnanschluss entschieden, doch sollte er kommen, gehe er unterirdisch durch Cargo-City Süd, führte Engel weiter aus.
Den zusätzlichen Verkehr sieht der Erste Stadtrat Franz-Rudolf Urhahn (Grüne) als großes Problem für Mörfelden-Walldorf. Schon jetzt sei die CO2-Belastung entlang der A5 sehr hoch, am Frankfurter Kreuz würden regelmäßig die Grenzwerte überschritten.
„Das alles hat erheblichen Einfluss auf Mörfelden-Walldorf“, betonte Urhahn. Denn auch der Baustellenverkehr soll größtenteils über die Autobahn abgewickelt werden. Außerdem befürchtet der Erste Stadtrat eine Zunahme des Bodenlärms und weiteren Waldverlust. Denn mit dem Terminal 3 plant Fraport auch den Bau von weiteren Lagerflächen im Süden des Flughafens. Auch sei eine Änderung des Mikroklimas zu befürchten, da der viele Beton mehr Wärme ausstrahlt, ergänzte Umweltamtstleiterin Katharina Diergarten.
Fragen zu dem geplanten neuen Autobahnanschluss und dem weiteren Waldverlust konnten während der Informationsveranstaltung nicht vollständig geklärt werden. Dafür betonte der Programmleiter, dass das Terminal ein Vorzeigeprojekt in Sachen Energieeffizienz werde und man davon ausgehe, keine fossilen Brennstoffe für das Heizen zu benötigen.
„Wir werden jetzt das Gesehene sacken lassen und weitere Fragen zu dem Thema sammeln. Wir sind uns sicher, dass es noch eine zweite Veranstaltung geben wird, in der wir mehr ins Detail gehen“, versprach Urhahn nach dem Ortstermin. (seb)

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