Ein Künstler mit der Motorsäge

Christoph Peez hat sein Talent für ein besonderes Hobby entdeckt

MAN SIEHT IHM den Spaß an dieser rustikalen künstlerischen Betätigung an: Christoph Peez mit der Säge im Einsatz. (Foto: A. Keim)

Mörfelden-Walldorf. Christoph Peez kennen viele Menschen als engagierten Mitbürger. Sei es in der katholischen Gemeinde in Mörfelden, bei der Leichtathletikgemeinschaft oder auch der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, um nur einige Beispiele zu nennen.

Weniger bekannt dürfte indes seine künstlerische Ader sein. Mit leuchtenden Augen steht er in seinem Garten und zaubert mit einer Kettensäge tolle Holzfiguren. Egal ob Eichhörnchen, Engel, Kerzen, Frösche oder Pinguine – nichts scheint für den Mann mit der Säge unmöglich. Sogar eine Klavierbank mit realistisch angeordneten weißen und schwarzen Tasten sowie Notenschlüsseln hat er vor kurzem „geschnitzt“. Alle seine Skulpturen und Objekte sind Unikate, die er verschenkt, verkauft oder auch in seinem Garten in der Weingartenstraße stehen hat.
Dabei kam der Wissenschaftsjournalist eher durch einen Zufall zu diesem ungewöhnlichen Hobby. Bis 2011 befasste er sich mit Kettensägen nur, um Holz für den heimischen Ofen zu zerkleinern. Dann aber hielt sich der dreifache Vater mit der Familie in seinem Elternhaus im Sauerland auf.
In der Nähe stellte ein Kettensägenkünstler seine Werke aus, und Gattin Christine Peez war so begeistert, dass sie sich direkt für einen VHS-Kurs mit dem Titel „Schnitzen mit der Motorsäge“ interessierte. Auf Anfrage erfuhr sie, dass hierfür ein Motorsägenschein die Voraussetzung ist. Diesen wollte sie dann doch nicht machen, also schickte sie kurzerhand ihren Mann Christoph zum Kurs, der einen solchen Schein bereits besaß.
Der war am Anfang nicht so begeistert, da er dort mit einer eher ungeeigneten Brennholzsäge sein Glück versuchte. Trotzdem ging er zu einem zweiten Kurs, dieses Mal mit einer Carvingsäge, und ab da war es um ihn geschehen. Aufenthalte im Sauerland wurden mit weiteren VHS-Kursen verbunden, zuhause in eigener Regie geübt. Eigene Ideen kamen dazu, sodass nun bei Familie Peez im Garten eine ganze Galerie an Holzfiguren besichtigt werden kann.
Wenn man heute mit dem 53-Jährigen spricht, schwärmt er von verschiedenen Sägen mit unterschiedlich langen Schwertern. „Je kürzer das Schwert, desto näher ist man am Objekt und hat mehr Gefühl beim Arbeiten“, erklärt er. Vor kurzem habe er sich sogar einen speziellen „Augenbohrer“ als Aufsatz für die Säge geleistet.
Die Vorgehensweise beim Arbeiten sei immer die gleiche: Zunächst mache man einige grobe Schnitte für die Umrisse der Figur, anschließend folge die Detailarbeit. „Man sollte schon ein dreidimensionales Vorstellungsvermögen haben“, so Peez. Schließlich sei alles, was einmal abgesägt sei, auch endgültig weg.
„Ich mag das Holz als Werkstoff, wenn eine Skulptur fertig ist, freue ich mich über das Ergebnis“, erzählt der Mörfelder, der sich selbst nicht als Künstler sondern eher als Perfektionisten sieht, weiter. Das Holz beziehe er in der Regel vom Förster vor Ort, sowohl für den Ofen als auch zum Arbeiten.
Kurse besucht Christoph Peez immer noch ab und an. Mittlerweile verabredet er sich sogar zum gemeinsamen Arbeiten. „Immer alleine vor sich hin zu sägen ist auf Dauer öde“, sagt er. Mit Gleichgesinnten zu schnitzen mache Spaß, bringe neue Ideen und hilfreiche Tipps. Gleichwohl betont der Familienvater, dass er nicht in jeder freien Minute mit seiner Säge im Garten (zuhause nur mit Elektrosäge, wegen des Lärms) zu finden sei. Im Schnitt nehme er sich einmal in der Woche einen Tag für dieses Hobby Zeit.
Seine Begabung für die künstlerische Arbeit mit der Motorsäge hat sich mittlerweile herumgesprochen. „Die Leute rufen an und fragen nach, oder bestellen direkt eine Skulptur“, erzählt Peez. Vor kurzem erst verkaufte er für die SDW verschiedene weihnachtliche Skulpturen beim Tannengrünverkauf.
Wer sich für die Holzfiguren und Skulpturen von Christoph Peez interessiert, kann sich im Internet einen Eindruck verschaffen. Unter www.kettensaege-schnitzereien.de findet sich eine Bildergalerie seiner Werke, nebst einigen Informationen zu seiner Arbeit. (ake)

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