Keine vernünftige Lösung in Sicht

Becker: Vorschlag der Bahn für barrierefreien Zugang zu den Gleisen ist unsinnig

NUR DIESE TREPPE führt zum Walldorfer Mittelbahnsteig. Ein barrierefreier Zugang war am Dienstagabend Thema im Bauausschuss. (Foto: Schwappacher)

Mörfelden-Walldorf. Kommt man in einem Streitfall zu keiner Einigung, ist die Prüfung einer juristischen Klärung mitunter der letzte Schritt. In Sachen barrierefreier Zugang zum Walldorfer Bahnhof hat das Parlament im letzten Jahr einen entsprechenden Beschluss gefasst. Wie sich am Dienstagabend in der Bauausschusssitzung zeigte, ist der Gang vor Gericht aber wohl nicht erfolgversprechend. 

Über eine Klage sei es schwer, die Bahn zu dem gewünschten barrierefreien Ausbau zu bewegen, sagte Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) während der Vorstellung eines Berichts zu diesem Thema. Darin ist festgehalten, dass die Verwaltung den Bau einer Rampe am Mittelbahnsteig als Lösung favorisiert. 
Derzeit gibt es zu den Gleisen nach Frankfurt lediglich eine Treppe, die für Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen und gehbehinderte Menschen gar nicht oder nur sehr schwer zu überwinden ist. 
Damit man erst einmal problemlos in die Unterführung gelangt, schlägt die Stadt den Bau eines Aufzugs anstelle der Treppe in der Elsa-Brandström-Straße vor. Die bestehende, aber nicht richtlinienkonforme Treppen- und Rampenanlage in der Brandström-Straße soll bestehen bleiben. Die reinen Baukosten werden auf etwa 2,5 Millionen Euro geschätzt. Die Summe enthält einen weiteren Aufzug auf der Westseite. Er ist im ehemaligen und derzeit verschlossenen Treppenabgang vorgesehen.
Dass die Bahn gänzlich andere Vorstellungen hat, zeigt ein Schreiben des Unternehmens, das am Dienstag verteilt wurde. Darin wird deutlich, wie festgefahren die Situation ist. Mit „großer Enttäuschung“ habe man gelesen, dass eine Klage geprüft wird, so das Unternehmen. Ein Gerichtsverfahren zwischen Projektpartnern könne aber nicht zielführend sein.
 Der Bau einer Rampe wird in dem Schreiben abgelehnt, da diese durch den vorgeschriebenen Neigungswinkel 90 Meter lang würde. Dafür müsse man den Bahnsteig um 40 Meter verlängern, seine aktuelle Breite reiche aber ohnehin nicht aus. Mit „vertretbaren Mitteln“ sei der städtische Vorschlag daher nicht umzusetzen, so die Bahn.
Dem widersprach Bürgermeister Becker entschieden. Eine Machbarkeitsstudie im Auftrag der Stadt zeige, dass eine Rampe sehr wohl zu realisieren sei. Die Bahn lehne den Vorschlag aber rundweg ab, weil ihr eine Umsetzung zu aufwendig erscheine. Stattdessen präsentiere sie eine einzige Alternative, für die eine zweite Unterführung samt Aufzug gebaut werden müsse. Eine solche Erschließung würde über die Elsa-Brandström-Straße, etwa auf Höhe der dortigen Kita, erfolgen. 
Der Bürgermeister lehnt dies als nicht praktikabel sowie unsinnig ab. So gebe es dort keine geeigneten städtischen Grundstücke für das Vorhaben und zu wenige Parkplätze. Außerdem sei anzunehmen, dass ein dort gebauter Aufzug häufigem Vandalismus zum Opfer falle und infolgedessen regelmäßig außer Betrieb sei. Becker verwies auf entsprechende Erfahrungen in Mörfelden. 
Hinzu komme, dass eine zweite Unterführung weit abseits liegen würde und sich Passanten dort unsicher fühlten. „Ich kann den Vorschlag der Bahn daher nicht als ernsthafte Lösung betrachten“, so Becker. Im Bericht ist zu lesen, dass ein Planungsbüro die Bedenken der Stadt teilt und von höheren Baukosten als bei einer Rampe ausgeht.
„Uns bleibt aktuell leider nur der Vorschlag der Bahn, der aber ungeeignet ist und den niemand annehmen wird“, sagte der Rathauschef. Es sei nun am Parlament, eine Klage weiter prüfen zu lassen und eine Entscheidung über das künftige Vorgehen zu treffen. Dabei macht Becker wenig Hoffnung auf ein Entgegenkommen der Bahn. Diese treibe schon lange „Spielchen“ mit der Stadt und wolle sogar schon erreichen, dass man freiwillig auf einen barrierefreien Ausbau verzichte. (seb)

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