Hessischer Abend begeistert Gäste im Waldenserhof

„Ei Gude, wie“ mit Mundart-Musik und heimischen Spezialitäten

Echte Fans von Bembel, Rippchen und Kraut: Die muntere Truppe am Ecktisch im Waldenserhof-Treff hat noch keinen hessischen Abend verpasst. (Foto: Friedrich)

 Mörfelden-Walldorf (ula).  Mit stinkenden Käse und schlechtem Deutsch ganze Fangemeinden erobern? Das funktioniert. „Ei Gude, wie“ ist ein neues Veranstaltungsformat im Treffpunkt Waldenserhof, das Motto: Hessisch für Neulinge und Fortgeschrittene. Hier landen einheimische Gerichte auf den Tellern, und mit prominenten Gästen gibt es einen verbalen Nachschlag – natürlich auf Hessisch. Auch die dritte Auflage des Abends war am vergangenen Freitag ausverkauft.

„Ei Gude, wie“ soll sich etablieren“, so Anette Keim vom Team Waldenserhof, immer am ersten Freitag im Monat. Ein Blick in den urigen Wirtshaussaal zeigt, dass sich nach drei Veranstaltungen längst Fans der neuen Reihe in Stellung bringen: „Ich habe mir Schlachtplatte gewünscht“, sagt ein Gast, der sich mit zwei weiteren Paaren den Ecktisch reserviert hat. Der Bembel wird herumgereicht, Reste von zünftigen Blutwürsten und Kasseler verputzt, die Stimmung am Tisch ist bestens. In der Küche – hier läuft alles zusammen – haben sie die gastronomischen Wünsche erhört.
Einen ganzen Tag haben Lydia Müller und Ilse Pauli mit den Vorbereitungen für den Abend zugebracht. Nichts kommt aus dem Beutel, alles wird mit Liebe selbst zubereitet: Sauerkraut und Kartoffelbrei, zweierlei Kartoffelsalate, Handkäs und mehr. Bevor Liedermacher Bodo Kolbe in die Saiten seiner Bluesgitarre greift, sind die Leberwürstchen ratzeputz verputzt.

Anekdoten, Kamellen und Kurzweiliges aus dem eigenen Leben

Für die ehrenamtlichen Köchinnen muss sich alles noch ein bisschen einspielen, um den Geschmack der Gäste und die Mengen der Speisen einzuschätzen. „Nach dem letzten Mal mussten wir zuhause drei Tage Handkäs’ essen“, sagt Lydia Müller lachend, „diesmal haben wir einen Handkäs’-Run.“ Ihr Einsatz, das ist auch gleichzeitig das Rezept zum Gelingen von „Ei Gude, wie“. Sie managen den gastronomischen Teil des abends selbstständig – und ehrenamtlich. Anette Keim wünscht sich Nachahmer: Menschen, die im Waldenserhoftreff die gastronomische Kultur ihre Landes näherbringen – ob Eritrea, Erzgebirge oder Elsass.
Nur Bodo Kolbe ist enttäuscht: „Isch dacht’, des is en Owend für Oigeplackte (hochdeutsch: Zugezogene), die erst mit Handkäs’ und Äppelwoi traktiert werden“ – und dann vom herben Humor Kolbes. Stattdessen sitzen im Publikum etliche Insider, die des Hessischen mächtig und der Ess-Kultur hörig sind. Kolbe erzählt und spielt dennoch: Anekdoten, Kamellen und Kurzweiliges aus dem eigenen Leben.
Vom Trauma des Hessen, der seine Muttersprache peinlich berührt hinter Hochdeutsch versteckt. „Hessisch war eine Sprache der Unterschicht“, sagt Kolbe, „wir Hessen trauen uns nicht, Ansagen im Dialekt zu machen.“ Im Waldenserhoftreff fallen die Schranken. „Mer speele de Blues, so schwarz wie Latweje“, Kolbe gibt Gas. Der Notizblock von Anette Keim füllt sich. Denn schon jetzt gibt es die ersten Tischreservierungen für die nächste Veranstaltung. Am Freitag, 5. November, wird wieder abgetaucht in Hessens Kultur. 

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