Im Gegensatz zu Chemnitz

Fest der Vielfalt bot einen Eindruck von der bunten Stadtgesellschaft

GROSSER AUFTRITT FÜR KLEINE SÄNGER: Beim „Fest der Vielfalt“ gaben die Jugendchöre der SKV einen Vorgeschmack auf ihr Musical „Die chinesische Nachtigall“, dessen Aufführung für 2019 geplant ist. (Foto: Schwappacher)

Mörfelden-Walldorf (seb). Menschen aus mehr als hundert Nationen leben in Mörfelden-Walldorf, beim „Fest der Vielfalt“ konnte man sich von der multikulturellen Stadtgesellschaft einen guten Eindruck verschaffen. Angefangen bei landestypischen Gerichten, über Kunst und Kultur bis zu sozialen Einrichtungen sowie sportlichen Angeboten präsentierte sich am Samstag ein vielfältiges Angebot.

Mehr als 30 Vereine, Institutionen und Organisationen hatten in der gesperrten Langgasse dafür ihre Stände aufgebaut. Kam man vom Dalles, fiel als erstes die Bühne ins Auge, auf der vom frühen Nachmittag bis zum Abend immer wieder Auftritte zu erleben waren. Eine Gruppe der griechischen Gemeinde zeigte traditionelle Tänze, der Kinder und Jugendchor der SKV gab einen kleinen Vorgeschmack auf sein nächstes Musical, und zum Abschluss kamen die Shantysänger der „Zweiten Hessische Gebirgsmarine“ auf die Bühne und versetzten die Besucher auf hohe See. 
Erleben konnte man aber noch vieles mehr. Bis zur Zwerggasse reichten die Stände, Familienzentrum und Sozialpsychiatrischer Verein hatten ihre Hoftore aufgesperrt. Wer wollte, konnte sich in die Kunst des Origami einführen lassen, eine eritreische Kaffeezeremonie verfolgen und leckere landestypische Gerichte aus Brasilien, Afghanistan, den USA, Pakistan und Griechenland probieren.
Passend zum internationalen Flair begrüßte Bürgermeister Heinz-Peter Becker Gäste aus der italienischen Partnerstadt Torre Pellice, die für eine Ausstellungseröffnung und einen Verwaltungsaustausch über das Wochenende anreisten. Von der Bühne aus rief der junge Amtskollege Marco Cogno dazu auf, unabhängig von Geschlecht, Religion und Abstammung eine Gemeinschaft zu bilden und friedlich zusammenzuleben.
In Mörfelden-Walldorf funktionierte das in der Vergangenheit besser als anderswo. Während in Chemnitz am Wochenende gegen Ausländerhass und Nationalismus auf die Straße gegangen wurde, haben es Rechtsextreme in der Doppelstadt traditionell schwerer.
Das „Fest der Vielfalt“ sei dabei einer von vielen Bausteinen, um sich für eine tolerante Stadtgesellschaft einzusetzen, sagte Bürgermeister Becker im Gespräch. Die Stimmung in Mörfelden-Walldorf sei längst keine Selbstverständlichkeit, vielmehr müsse daran ständig mit Aktionen und Veranstaltungen gearbeitet werden. Dass das „Fest der Vielfalt“ so gut angenommen werde, gebe denen Rückhalt, die sich für eine offene Gesellschaft einsetzen.
„In Mörfelden-Walldorf klappt das mit dem friedlichen Zusammenleben gut“, meinte auch die Leiterin des Integrationsbüros, Anette Keim. Das Büro stemmte mit einer ganzen Reihe an freiwilligen Helfern die Großveranstaltung. Alle gemeinsam legten sich dafür am Samstag mächtig ins Zeug.
Angesichts der vielen Besucher zeigt sich Anette Keim entsprechend zufrieden. „Es ist ein schöner Gegensatz zu Chemnitz.“ Allerdings machte auch sie deutlich, dass es dafür eine kontinuierliche Arbeit und die Unterstützung vieler Menschen brauche.
So hatten am Samstag auch die vielen Vereine, Institutionen, Organisationen und Helfer einen großen Anteil an der gelungenen Veranstaltung. Und auch hier war man glücklich über das Straßenfest. „Es ist schön, dass es so etwas gibt. Es muss wiederholt werden“, sagte der Vorsitzende der griechischen Gemeinde Elias Pertsinides.
Auch beim Mörfelder Tischtennis-Club zeigte man sich angetan. Beim Rundlauf spielten eine Vielzahl an Nationalitäten zusammen und alle hatten sichtlich Spaß, freute sich Vorsitzende Birgit Meffert.
Erstmals dabei war der Verein „Essen für alle“, der eine Lebensmittelausgabe für bedürftige Menschen organisiert und noch Helfer sucht. „Hier sind die Menschen sehr offen und interessiert“, erzählte Vorsitzende Sylvia Schneider. Nur hätte sie sich gewünscht, dass mehr alteingesessene Bürger auf dem Fest vorbeischauen.
Vielleicht klappt das beim nächsten Mal. Dann soll vielleicht bis in die Abendstunden gemeinsam gefeiert werden, verriet Anette Keim, die schon jetzt an die Fortsetzung denkt.

 

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