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Ein Freudenhaus in Mörfelden?

Theatertage: Bühne MöWa zeigt Schwank mit viel Lokalkolorit in der Hofreite

LAUSCHANGRIFF IM ABBELBACH: Was der windige Immobilienmakler mit der Pension vorhat, wollten die Gäste des Wirtshauses dann doch etwas genauer wissen. (Foto: Dormehl) 

Mörfelden-Walldorf. Ein Bordell in Mörfelden-Walldorf? Was dann in der Stadt mit Dorfcharakter los sein könnte, zeigte die Schauspielgruppe Bühne MöWa in ihrem neuesten Theaterstück „Wie der Frauentempel nach Mörfelden kam“.

Drei Vorstellungen des munteren Schwanks in zwei Akten gaben die Laienschauspieler in der Hofreite des Goldenen Apfel. Dabei hat die Schauspielgruppe ihren einstigen Kult(o)urtagen einen neuen Namen verpasst und so firmierte die Veranstaltungen erstmals unter der Überschrift Theatertage.
„Aus Organisationsgründen besinnen wir uns auf den Kern der Kult(o)urtage – auf unser Schauspiel. Dazu passt der alte Name leider nicht mehr und ein neuer musste her”, erklärte Kerstin Lenz, zweite Vorsitzende des Vereins, der 2010 von den Laienschauspielern gegründet wurde. Aktuell zählt die Bühne MöWa, die jedes Jahr zwei Theaterstücke auf die Beine stellt, 64 Mitglieder. 
Insgesamt schauten rund 250 Gäste bei hochsommerlichen Temperaturen zu den Vorstellungen in der Hofreite vorbei. Diese verwandelte sich für das Stück nicht nur in eine Open-Air-Bühne, sondern auch zum Traditionslokal „Zum Abbelbach“ mit angeschlossener Pension der Familie Acker. 
Die Wirtsleute (Christa-Renate Schmitt und Hans Joachim Kögler) wollen sich zur Ruhe setzen und ihrer Tochter Angie (Tanja Schmitt) die Pension überschreiben. Während Angie davon wenig begeistert ist, träumt ihr Verlobter Waldemar (Michael Marx) von einem Leben in Thailand, das sie sich mit dem Verkauf der Pension leisten könnten. 
So beauftragt Waldemar hinter dem Rücken seiner Verlobten einen Frankfurter Immobilienmakler (Ottmar Schaffner), der allerlei illustre Kaufinteressenten inkognito in die Pension einmietet. Darunter auch die Tempelfrau Michelle Blumenstein (Olympia Kaiser), die passende Räumlichkeiten für ihre Mädchen sucht. Das sorgt innerhalb der Pension und gerade bei den Schwestern Mona (Evelyn Schönhaber) und Lisa Schumann (Petra Thiele) für Spekulationen. Ein Bordell in Mörfelden oder ist es doch nur ein Wellness- und Massagecenter?
Gespickt war das Theaterstück mit allerlei Lokalkolorit und -kritik. So lud Kulturamtsleiter Ralf Raitinger zum Speeddating ein, bemängelt wurden die fehlenden Parkplätze im Mörfelder Ortskern und auch die aktuelle Diskussion über eine Zusammenlegung der beiden Feuerwachen fand Einzug in die Handlung. 
Zum ersten Mal hatte die Bühne MöWa mit dem „Frauentempel“ ein eigenes Theaterstück verfasst. Dabei die Ideen von zehn kreativen Köpfen unter einen Hut zu bekommen, war gar nicht so einfach, wie Projektkoordinatorin Gisela Kögler erzählte. „Als wir das Grundgerüst des Stücks hatten, überlegte sich jeder die Dialoge und Handlungen seiner Rolle. Das war etwas chaotisch“, so Kögler. 
Danach mussten die Handlungsstränge noch zusammengeführt werden, wobei die geübte Regisseurin Doris Schneider-Coutandin behilflich war. Sie presste die Handlung zusammen mit dem Autorenteam in ein anderhalbstündiges Theaterkorsett. Doch: „Selbst kurz vor der Premiere wollten manche noch neue Gags einarbeiten“, lachte Kögler. Sechs Monate hatte die Entwicklung vom Konzept zum Theaterstück gedauert. 
Ein Wunsch für die Bühne MöWa wäre ein geeigneter Probenraum, sagte Kögler. Ihr Traum wäre es, ein kleines eigenes Theater zu betreiben. „So konnten wir erst bei der Generalprobe mit Requisiten arbeiten und die Größe der Bühne ausnutzen. Das ist schon eine Umstellung”, sagte die Projektkoordinatorin mit Blick auf die Proben. (dor)

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