Flashmob für das Schwimmbad Mörfelden

Etwa 150 Bürger demonstrieren auf dem Dalles

BLEIBT IM WALDSCHWIMMBAD das Wasser kalt? Die unklare Situation um Mörfeldens beliebteste Freizeiteinrichtung bereitet vielen Bürgern Sorge. Rund 150 Menschen gingen für ihr Schwimmbad auf die Straße. (Foto: Friedrich)

Mörfelden-Walldorf (ula). Pfeifkonzerte, Diskussionen, Transparente: In einem „Flashmob“ tun Demonstranten ihren Unmut kund. Viele mit Badekapp, Schwimmbrille und im plüschigem Bademantel. Die politische Diskussion um das Schicksal des Mörfelder Waldschwimmbads hat bei der betroffenen Bevölkerung eine Welle der Empörung ausgelöst.

Rund 150 Bürger demonstrierten am Samstag auf dem Mörfelder Dalles für die Öffnung beziehungsweise Sanierung der Heiztechnik im Waldschwimmbad. „Die Heizung im Schwimmbad hätte frühzeitig saniert werden müssen: Wir wollen, dass es endlich beschlossen wird“, brachte „Mob“-Sprecherin Margot Fahmy die Forderung der Umstehenden auf den Punkt. Bei der Gedenkveranstaltung am 9. November hatte die passionierte Freizeitschwimmerin mit weiteren Frauen beschlossen: „Wir müssen etwas tun. Gerade für uns Ältere bedeutet das Schwimmbad Gesundheit, Lebensfreude und bestimmt den Tagesablauf.“ 

„Die Politiker sollen mit ihren Sandkastenspielchen aufhören“

Hintergrund: Vor Wochen hatte Bürgermeister Thomas Winkler auf den maroden Heizkessel im Waldschwimmbad verwiesen, der unter anderem das Badewasser aufheizt. Im Zuge der schwierigen finanziellen Verhältnisse der Stadt waren Gerüchte um eine Schließung kursiert. Die sei zwar vom Tisch, so der Bürgermeister nun, „aber ohne Druck wäre das nicht passiert“, glaubt der Verwaltungschef. Dessen Dringlichkeitsantrag, die rund 30 Jahre alte Heiztechnik zu modernisieren, wurde abgelehnt, das koalierende Trio aus Freien Wählern (FW), SPD und FDP vertagte das Ansinnen.
Während Winkler behauptet, die gut 312 400 Euro Investition wäre mit einem Landeszuschuss von 145 000 Euro und 60 000 Euro aus dem Klimaschutzfonds aus dem laufenden Etat machbar gewesen, verwies die Regierungskoalition auf den Doppelhaushalt 2020/21. Stadtkämmerer Burkhard Ziegler (FW) verteidigte diese Haltung am Samstag. „Wir brauchen einen Haushalt, der vom Regierungspräsidium genehmigt wird, sonst kann das Schwimmbad gar nicht öffnen“, sagte der von viel Publikum umringte Stadtrat. 

 „Wir wollen mit unserer Präsenz zeigen, dass man mit uns nicht alles machen kann“ 

„Die Politiker sollen mit ihren Sandkastenspielchen aufhören“, forderte eine ältere Mörfelderin. Das Waldschwimmbad habe schon immer Geld gekostet, „aber heute muss sich alles lohnen.“ Welchen Stellenwert die Freizeiteinrichtung bei den Menschen Mörfelden-Walldorfs hat, davon duften anwesende Kommunalpolitiker Eindrücke mitnehmen. Von „Ich will Schwimmen lernen“ eines Kindergartenkinds bis zum „Wir wollen gesund alt werden“, der 77-jährigen Christel Dammel reichten die Argumente. „Ich bin extra wegen des Schwimmbads hergezogen“, sagte Sabine Männl, die aus dem Rheingau zuzog und jeden Tag 1000 Meter schwimmt.“ Dass man den alten Heizkessel in 2020 noch einmal anschmeißen kann, sei utopisch, so der Bürgermeister, schon 2019 fiel der mehrfach aus, „wir hatten Notreparaturen“. Sollte sich die Politik Ende des Jahres auf einen genehmigungsfähigen Haushalt einigen, bleibt für die Schwimmbadsanierung ein schmales Zeitfenster. Ob das Waldschwimmbad im Mai pünktlich mit gewärmten Wasser öffnen wird, sieht Thomas Winkler kritisch.
„Wenn im nächsten Jahr das Wasser kalt bleibt, kommt von uns Alten niemand“, prophezeite eine Dauerschwimmerin. Gerade die Älteren wollen am Ball bleiben, um die beliebte Freizeiteinrichtung zu erhalten. Die Mörfelderin Inge Schulmeyer beharrte: „Wir wollen mit unserer Präsenz zeigen, dass man mit uns nicht alles machen kann.“ 

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