Feuerwehr Mörfelden: Frischer Wind in der Einsatzabteilung

Wehrführung hat sich mit Marco Schmitz und Michael Pons kräftig verjüngt

STEHEN FÜR DIE JUNGE GENERATION DER WEHRFÜHRER: Marco Schmitz und sein Stellvertreter Michael Pons. (Foto: Friedrich)

Mörfelden-Walldorf (ula).  Bereits seit dem 7. Februar sind der 29-jährige Marco Schmitz und sein 36-jähriger Stellvertreter Michael Pons offiziell als neues Führungsdoppel der Mörfelder Feuerwehr im Amt. Den Start als Wehrführer der Einsatztruppe hat sich das Duo, das Peter Schulmeyer und Stellvertreter Carsten Berwanger ablöst, allerdings sicher anders vorgestellt. 

Denn auch den Feuerwehralltag wirbelt die Corona-Pandemie tüchtig durcheinander. „Wir haben etwas weniger Einsätze als sonst um diese Zeit“, erklärt Marco Schmitz. Das ist positiv: Weniger Verkehrsunfälle, weniger Alarmierungen durch Heimrauchmelder, „weil viele Leute zuhause sind, merken sie, wenn das Essen auf dem Herd anfängt zu rauchen“, erklärt er. Negativ: Die praktische Ausbildung der rund 70 Mörfelder Einsatzkräfte liegt wegen der möglichen Infektion mit Covid-19 praktisch brach. „Uns sind die Hände gebunden, die Aus- und Fortbildung kann nur online per Videokonferenz stattfinden – praktisch lief 2020 gar nichts“, so das Resümee.

Außergewöhnlicher Teamspirit

Weitere Einschnitte: Die Dienstversammlung wird wegen Corona verlegt, und der beliebte Tag der offenen Tür bei der Mörfelder Wehr wurde ebenso abgeblasen wie die Beachparty im August. Von zwölf Gruppenführern musste die Hälfte bei Ausbruch der Pandemie in häusliche Quarantäne, da die ehrenamtlichen Einsatzkräfte beruflich kurz zuvor im Ausland weilten. „Da wurde es personell schon eng“, so der Wehrführer, wenngleich durch das Arbeiten im Homeoffice „unsere Tagesbereitschaft derzeit sehr gut ist“, ergänzt Michael Pons.
Trotzdem oder vielleicht wegen Corona gibt es einen außergewöhnlichen Teamspirit: Schmitz und Pons arbeiten eng mit den Stadtbrandinspektoren Jörg Bormann und Stellvertreter Theo Hermann sowie den Walldorfer Wehrführern zusammen. Auch hier war im Februar ein Generationenwechsel erfolgt: Sebastian Gleser wurde zum Wehrführer gewählt, Raphael Anger zu seinem Stellvertreter (wir haben berichtet, nachzulesen auf www.freitags-anzeiger.de).
Dass Schmitz und Gleser sogar beruflich ein Team sind, sei Zufall, betont der Mörfelder Wehrführer, der vor neun Jahren nach Mörfelden zog, um am Frankfurter Flughafen eine Ausbildung bei der Werksfeuerwehr zu starten. Dort ist auch der Walldorfer Kollege Gleser als Berufsfeuerwehrmann tätig, „und demnächst sitzen wir sogar zusammen in einem Büro“, meint Schmitz, der seit 2013 in der Mörfelder Feuerwehr ehrenamtlich tätig ist. Teamwork und freundschaftliche Beziehungen kennzeichnen die verantwortliche Ebene bei den Einsatzabteilungen und dass die Walldorfer Kollegen als erste bei der umfänglichen Sanierung der Stützpunkte zum Zuge kommen, weckt in Mörfelden keine Begehrlichkeiten. „Sicher, auch wir haben hier viele Baustellen“, sagt Schmitz, doch das Walldorfer Feuerwehrgerätehaus sei noch maroder, „Hauptsache wir fallen nicht hinten runter.“

Alle Bereiche werden durchforstet und nach möglichen Modernisierungen durchleuchtet

Die Kontroverse um ein oder zwei Feuerwehrgerätehäuser, die in einen Bürgerentscheid mündete, gehört in Mörfelden der Vergangenheit an. „Aber auch vorher haben wir es geschafft, immer sachlich zu bleiben“, blickt Schmitz zurück, als intern viel diskutiert wurde.
Seine Kandidatur war nicht spontan, sondern wohlüberlegt. „Mir war mein Stellvertreter wichtig“, erzählt er, eine Teamlösung sollte her und in Michael Pons war der geeignete Mann gefunden. Der gebürtige Mörfelder trat bereits im April 1996 in die Jugendwehr ein, Papa Edwin Pons löschte und rettete bereits seit Jahren. Auch die Mutter war mit ihrem Engagement im DRK Ortsverein ein Vorbild, sodass Michael Pons Sanitätshelfer und Rettungssanitäter wurde. Nach einer Pause bei der Feuerwehr kehrte er zurück und dient seit 2011 in der Mörfelder Einsatzabteilung. Beruflich schwenkte der gelernte Offsetdrucker um und ist inzwischen auf der Rettungsleitstelle Groß-Gerau im Einsatz.
Im neuen Amt hat das Duo Schmitz/Pons viele Ideen. Alle Bereiche werden durchforstet und nach möglichen Modernisierungen durchleuchtet, so etwa der technische Fortschritt durch eine Einsatzkommunikationssoftware. „Wir möchten den Übungsdienst attraktiver machen“, listet Schmitz auf, die allgemeine Kommunikation verbessern und die Geselligkeit unter den Einsatzkräften stärken – wenn das die Coronakrise wieder zulässt. Mit 21 Jugendfeuerwehrleuten sei man ordentlich aufgestellt, so der Wehrführer, der außerdem Zuwachs in der Fahrzeugflotte erwartet. „Wenn es gut läuft, bekommen wir noch 2020 unseren neuen Mannschaftswagen.“ Zwei Löschfahrzeuge sollen nach 25 und 32 Jahren Feuerwehrdienst ausgemustert werden. Der „Neue“, ein LF10 mit Zusatzausstattung für Gefahrengut, wird für 2021 erwartet.

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