Fasten geht auch anders

Verzicht auf Plastik: Projektinitiatorinnen suchen Gleichgesinnte

ZUM PLASTIKFASTEN hatte Sylvia Landau-Hahn (links) in den Kulturbahnhof eingeladen. Bis Ostern soll nun so viel Kunststoff wie möglich aus dem Alltag verbannt werden. (Foto: Schwappacher)

Mörfelden-Walldorf (seb). Bis zu den Osterfeiertagen ohne Alkohol oder feste Nahrung: So fasten vielen Menschen in den nächsten Wochen und leben enthaltsam. Im Kulturbahnhof traf sich am Samstag eine etwas andere Fastengruppe. Denn Kathy Volz-Bloedorn und Sylvia Landau-Hahn suchen Gleichgesinnte, die Plastik aus ihrem Leben verbannen möchten.

Kunststoff  ist überall

Die zwei Frauen wollen es nicht länger hinnehmen, dass Plastik nahezu überall auftaucht, obwohl Kunststoff Umwelt und Gesundheit schädigen. Bücher und Filme haben für das Thema sensibilisiert, nun wollen sie zusammen mit anderen den nächsten Schritt gehen. „Wir sind noch keine Profis. Gemeinsam mit anderen ist es einfacher“, erzählte Kathy Volz-Bloedorn. Denn gerade die Zeit der Umstellung auf einen möglichst plastikfreien Haushalt ist herausfordernd. Egal ob bei der Verpackung von Lebensmitteln, Hygiene- und Kosmetikartikeln und Kleidung: Überall findet man Kunststoff.
Alleine in der USA würden täglich rund 240 000 Liter Öl für Plastikproduktion verbraucht, berichteten die beiden Initiatorinnen in ihrem Einführungsvortrag. Jährlich landeten dort zwei Millionen Tonnen Plastik auf der Deponie. Riesige Mengen verschmutzen die Weltmeere und längst nicht überall gebe es aufwendige Recyclingsysteme. Aber auch in Deutschland würden 60 Prozent der Abfälle aus der gelben Tonne nicht wiederverwertet, sondern verbrannt. Aus Öl werde Plastik, am Ende bleibe Dreck übrig, sagte Sylvia Landau-Hahn. Neben dem immensen Ressourcenverbrauch werde die Atmosphäre mit Kohlenstoffdioxid belastet. Außerdem gelange Mikroplastik über die Nahrung in den menschlichen Körper. Was die winzigen Teilchen dort anrichteten, sei noch gar nicht abzusehen.

Plastik ist nicht gleich Plastik

Doch wie kann man sich dem Kunststoff entziehen? Darüber tauschten sich im Kulturbahnhof rund 20 Besucher aus. Einige verzichten bereits so gut es geht auf Plastik. Andere wollen nun mit der Fastengruppe erste Erfahrungen sammeln. Möchte man beim Einkaufen keine Plastikverpackung, bieten sich sogenannte Unverpacktläden an, berichteten Kathy Volz-Bloedorn und Sylvia Landau-Hahn. Aber auch hier stoße man an Grenzen, etwa wenn es um Quark, Schmand und Sahne gehe. Ohne Weiteres könne man wohl nicht vollkommen auf Kunststoffe verzichten. Wenn aber schon Plastik in den Haushalt kommen muss, soll es möglichst wenig sein und solches, dass sich wiederverwerten lässt, sagte Volz-Bloedorn. Denn es gebe Unterschiede, welche Verpackungen sich überhaupt sinnvoll recyceln ließen. 
Am nächsten Samstag soll es bei einem weiteren Treffen um die unterschiedlichen Plastikarten gehen.

Ein Unverpaktladen wäre denkbar 

Darüber hinaus möchte sich die Gruppe austauschen und berichten, wie man versuchte, den Alltag umzustellen. „Kleine Schritte sind gut. Es soll Spaß machen“, betonte Landau-Hahn. Niemand solle sich unter Druck gesetzt fühlen. Plastikfasten dürfe nicht in Stress ausarten. 
In den nächsten Wochen beschäftigt sich die Gruppe mit Alternativen zum Kunststoff und einem plastikfreien Leben. Erfahrungen, Adressen zum Einkaufen, Rezepte zum Herstellen von Waschmittel sowie Deo sollen auf einer eigenen Homepage gesammelt und bereitgestellt werden. Das Plastikfasten möchten die Initiatorinnen dann gemeinsam fortführen. Nicht nur Volz-Bloedorn und Landau-Hahn zeigten sich beim Auftakt motiviert und vorbereitet. Die beiden Frauen denken sogar schon darüber nach, einen Unverpacktladen in Mörfelden-Walldorf zu eröffnen. Wer sich der Gruppe anschließen möchte, kommt samstags um 15 Uhr in den Kulturbahnhof. 

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