Erfinder Walter Günther präsentiert sein Kellnerblockprojekt

Recycling in Szene gesetzt: Fotoausstellung im Kuba

„VOM ABFALL ZUM BEIFALL“: Schlossermeister Walter Günther (links) und Fotograf Matthias Wenger bei der Vernissage im Kulturbahnhof. (Foto: Schüler)

Mörfelden-Walldorf (msh). Eine außergewöhnliche Ausstellung mit dem Titel „Vom Abfall zum Beifall“ ist derzeit im Kulturbahnhof zu sehen. Papierbanner mit verschiedenen lithografisch aufgetragenen Fotografien hängen an den Wänden und zeigen den Besuchern einen Teil des Schaffens von Walter Günther, fotografisch festgehalten von Matthias Wenger.

Als ausgebildeter Schlossermeister arbeitet der 58-Jährige in den Werkstätten für Behinderte in Frankfurt-Praunheim. Auch wenn die Auftragsbücher mal weniger gut gefüllt sind, versucht er, seine Mitarbeiter mit sinnvollen Projekten zu beschäftigen. „Dabei muss ich immer daran denken, inwieweit meine Mitarbeiter in der Lage sind, die Aufgabe zu bewältigen und die entsprechende Maschine diesen Bedürfnissen anpassen“, erklärt er. In seinem Stammlokal fiel ihm der Kellnerblock auf und er bemerkte, dass bei diesem einzig die Vorderseite genutzt werde. „Es ist egal, was auf der Rückseite steht. Daher kam ich auf die Idee des Recyclings. Zumal wir auf dem Hof große Papiercontainer stehen haben und dort ebenso viel nur einseitig bedrucktes Papier zu finden ist“, erklärte Günther die Grundidee. So entstand der Gedanke Maschinen zu bauen, mit denen aus wenig genutztem Papiermüll ein Kellnerblock gefertigt werden kann: Die Einzelzettelschneidemaschine.

Maschinen bildhaft in Szene gesetzt 

„Es gibt bei weggeworfenem Papier oft weiße Stellen, die aber die richtige Größe für den kleinen Kellnerblock haben. Daher haben wir Stempel entwickelt, um die richtige Größe herauszuschneiden sowie Maschinen, die leicht zu bedienen sind und die diesen Zuschnitt machen. Am Ende wird der Block dann zusammengefügt“, erklärt Günther den Arbeitsprozess. „Er hat eine Idee im Kopf und kennt das Ergebnis, dann entwickelt er den Prozess zurück auf einzelne Schritte. Da ist er teilweise tagelang nicht ansprechbar“, berichtet Wenger. Anstatt die Maschinen zu zeigen, die bei der täglichen Arbeit in der Werkstatt in Praunheim benötigt werden, setzte Werbefotograf Matthias Wenger aus Frankfurt diese bildhaft in Szene. Das ist nicht die erste Zusammenarbeit des Duos, das seit 2009 verschiedene Projekte gemeinsam umgesetzt hat. So brachten sie das Buch „Die mechanische Bratwurst“ heraus, in dem Günthers Apparate, mit denen Menschen etwas herstellen können, die sonst nicht dazu in der Lage wären, gezeigt wurden. Ein Film zu diesem Thema entstand ebenfalls.

Versucht, jedem Stück eine Seele zu geben

Nun will das Duo das Schaffen des Erfinders in einer Ausstellung zeigen. „Aber nur am Rand und nicht aufdringlich. Die Bilder sollen ins Auge fallen und Interesse an diesem Thema wecken, aber nicht den Aufenthalt hier im Kuba bestimmen. Mit meinen Bildern habe ich versucht, jedem Stück eine Seele zu geben. Bewusst haben wir deshalb auch auf Hochglanz verzichtet, es geht ja auch um Recycling-Kellnerblöcke“, erklärte Wenger. In seinem Studio wurden die Maschinen und Arbeitsschritte mit viel Aufwand und Liebe zum Detail inszeniert. „Er erzählt mit seinen Bildern die Geschichte des Stücks. Und er beschreibt sehr gut, wie sich meine Mitarbeiter mit ihren Apparaten identifizieren“, lobt Günther die Fotos. Nicht zum ersten Mal ist die Ausstellung zu sehen, im Rotlint-Cafe in Frankfurt erfuhr sie vergangenen April bereits viel Beachtung. Vom KuBa angesprochen, nahmen sie die Möglichkeit einer weiteren Ausstellung gerne wahr. Bis zum 12. April werden die Bilder dort hängen und, so die Hoffnung der Beiden, möglichst viele Besucher zur Frage verleiten, was denn hinter den Motiven steckt.

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