Energiequellen optimal ausnutzen

Im Neubaugebiet Walldorfer Weg sollen möglichst viele Passivhäuser entstehen

NOCH laufen die Vorbereitungen: Die künftigen Eigenheime im Baugebiet Am Walldorfer Weg sollen nach dem Willen der Stadt im Passivhaus-Standard gebaut werden. (Foto: Schwappacher)

Mörfelden-Walldorf. Die Erschließungsarbeiten für das Wohngebiet Am Walldorfer Weg laufen. Die Stadt möchte auf dem Gelände an der Riedbahnstrecke einen hohen Baustandard durchsetzen und organisierte deshalb eine Informationsveranstaltung zum Thema Passivhäuser. Insgesamt gibt es 21 Grundstücke, auf denen Eigenheime entstehen können. Wer eines der sechs städtischen Grundstücke in dem Neubaugebiet kauft, verpflichtet sich, den Passivhaus-Standard umzusetzen. Die Stadt hofft, auch die anderen Bauherren davon zu überzeugen.
Ein gewichtiges Argument führte der Architekt Werner Füßler im Bürgerhaus an. Dank der niedrigen Heizkosten ließen sich im Vergleich mit normalen Häusern über 50 Jahre gerechnet 75 000 Euro einsparen. Bei stärker ansteigenden Energiepreisen falle die Summe noch höher aus. Dafür sei ein Passivhaus aber rund sieben Prozent teurer als ein konventionelles Eigenheim. „Wer jetzt bauen kann, kann sich glücklich schätzen“, ergänzte Jürgen Sabeder, der als Energieberater für die Verbraucherzentrale Hessen arbeitet. Denn durch Fördermöglichkeiten der Kreditanstalt für Wiederaufbau ließen sich die Mehrkosten fast komplett auffangen. 
Ein Passivhaus zeichnet sich durch eine kompakte Bauweise, eine besonders gute Dämmung sowie eine luftdichte Außenwand aus. Bei den Fenstern werde auf Dreifachverglasung gesetzt, war weiter zu erfahren. Zusätzlich nutze ein Passivhaus alle Energiequellen optimal aus. Dazu zähle die Sonnenwärme, die durch Fensterfronten an der Südseite eingefangen werde, aber auch die Wärme durch Lichtquellen und den menschlichen Körper. Denn dank der guten Dämmung ginge diese Wärme nicht verloren und helfe, die Heizkosten zu minimieren. Die Grundstücke Am Walldorfer Weg eigneten sich dank ihrer Südlage besonders gut für Passivhäuser, betonte Füßler.
Dass man bei einem Passivhaus die Fenster nicht öffnen dürfe, sei falsch, fuhr der Experte fort. Richtig sei, dass man die Fenster nicht mehr öffnen müsse, da eine Lüftungsanlage für eine angenehme Temperatur und frische Luft sorge. „Lärm und Pollen bleiben draußen, weil die Fenster geschlossen bleiben können“, sagte Füßler. 
Damit der hohe energetische Standard auch erreicht wird, ist es besonders wichtig, während der Planungs- und Bauphase eine Qualitätssicherung durch Experten sicherzustellen, betonte Sabeder. Denn ein Passivhaus zu realisieren sei anspruchsvoller als der Bau eines normalen Wohnhauses. Auf der Baustelle sollten daher die einzelnen Arbeitsschritte genau überwacht werden. 
Um ein Passivhaus noch interessanter zu machen, plant die Stadt einen Zuschuss von jeweils 5000 Euro an die ersten zehn Bauherren zu vergeben, die sich für ein energetisches Haus entscheiden, berichtete Sebastian Staudenmayer vom städtischen Energie- und Klimaschutzbüro. Zwar müsse das Parlament dem Förderprogramm noch zustimmen, sagte Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD), er zeigte sich aber zuversichtlich, dass es eine Mehrheit dafür geben werde.
Für weitere Informationen zu der Thematik steht das Energie- und Klimaschutzbüro unter den Telefonnummern 06105-938-893 und 938-400 bereit.  (seb)
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