Einst die sicherste in ganz Hessen

Einst die sicherste in ganz Hessen
Bücherei feierte ihr 50-jähriges Bestehen – Erste Station war das Bürgerhaus

GISELA MÜLLER leitet seit 2010 die Mörfelder Stadtbücherei. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens blickte sie auf Entwicklungen und Veränderungen zurück. (Foto: Schwappacher)

Mörfelden-Walldorf. Um sich offiziell eine Stadt nennen zu dürfen, musste Mörfelden vor 50 Jahren eine Reihe von Anforderungen erfüllen. Eine davon war ein Bildungsangebot in Form einer Bücherei. Im Frühjahr 1968 wurde so kurzerhand eine Bücherei mit rund 1100 Titeln eröffnet. Seitdem ist viel passiert, wie man am Sonntag bei der akademischen Feier zum 50-jährigen Bestehen erfahren konnte. 

Verwaltet wurde die Ausleihe in den Anfangsjahren mit Karteikarten, schilderte Büchereileiterin Gisela Müller, und man merkte, dass sie sich das nicht mehr so recht vorstellen kann. Heute ist der Bestand mit rund 30 000 Medien deutlich größer, und der Betrieb läuft digital. Bis zur elektronischen Ausleihe war es indes ein weiter Weg.
Zu Beginn war die Bücherei im Bürgerhaus untergebracht, geleitet von Ursula und Werner Emmerich. Bald wurden die Bücher immer mehr und der Platz knapp. 1972 übernahm Eleonore Frank die Leitung und organisierte drei Jahre später den Umzug ins heutige Kulturhaus in der Bahnhofstraße. Da hier auch die Polizeiwache untergebracht war, galt die Bücherei als sicherste in ganz Hessen. 
„Der Platzmangel war ein Dauerthema“, erzählte Gisela Müller weiter. So wurde 1993 das Dachgeschoss ausgebaut, Ende der 90er Jahre stand die Kernsanierung des Gebäudes an. Heute hat man 400 Quadratmeter Platz und „paradiesische Zustände“, meinte Müller.
Die Weiterentwicklung der Bücherei war mit dem letzten Umbau nicht abgeschlossen. Mit der elektronischen Ausleihe, der Einführung eines Katalogs zur schnellen Recherche am Computer und dem Angebot digitaler Medien ging die Bücherei mit der Zeit. 
„Das gedruckte Buch ist definitiv nicht tot“, zeigte sich Müller überzeugt. Viele Leser wollten einfach Papier in den Händen halten. Und gerade Bilderbücher und Bücher für Schulanfänger seien sehr gefragt.
Der nächsten Generation Literatur näherzubringen, sieht die Büchereileiterin auch als eine zentrale Aufgabe an. Seit 1999 sind daher Lesungen für Kinder im Veranstaltungsprogramm vertreten. Ausstellungen, Dichterfrühstücke, Bücherflohmärkte und natürlich zahlreiche Formate für Lesungen locken Besucher ins Kulturhaus.
Unter ihnen ist immer wieder Siggi Liersch. Der Liedermacher und Schriftsteller war schon mehrfach bei Lesungen zu Gast und hielt im Bürgerhaus die Laudatio auf die Stadtbücherei. Dabei blickte er weit zurück in die Geschichte der geschriebenen Worte, erinnerte an die ersten Büchersammlungen, aber auch an die Bücherverbrennungen durch die Nazis. Als besonders wirkungsmächtiges Medium könnten Bücher für Herrschende gefährlich werden, weshalb die Faschisten unliebsame Literatur verbannten. 
Lesen mache klüger, stelle die eigene Meinung in einen größeren Kontext und vermittele andere Perspektiven, betonte Liersch. 
„Ich habe lieber etwas weniger Schlaf und nehme dafür noch ein Buch in die Hand“, sagte Bürgermeister Heinz-Peter Becker. Lesen sei für ihn ein unverzichtbarer Bestandteil des Lebens. Den ehemaligen und aktiven Mitarbeitern der Bücherei sprach Becker Dank und Anerkennung aus. Gemeinsam sei ein hoher Standard erreicht worden, den viele zu schätzen wüssten. 
In der Bücherei sei man mit Herzblut und Spaß dabei, sagte Kulturamtsleiter Ralf Baitinger. Die Bücherei gehöre zu den wichtigen Säulen der örtlichen Kulturarbeit. 
Alexander Budjan, Vorsitzender der hessischen Fachstelle für öffentliche Bibliotheken, stellte die letzten 50 Jahre unter das Motto Begegnen, Lernen und Entdecken. Jedes Buch sei ein neuer Schlüssel um sich Wissen anzueignen und Neues zu entdecken. Umrahmt wurde die Feierstunde von Auftritten des „Jungen Streicherensembles“ der Musikschule unter der Leitung von Stephan-Matthias Küchler. (seb)

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