Vom Bus auf die Bühne

Munteres Konzert mit dem Schulchor des Collegio Valdese

DER SCHULCHOR des Collegio Valdese hatte auch waldensische Lieder im Programm. (Foto: A.Keim)

Mörfelden-Walldorf. Viel Zeit, sich auf ihr Konzert vorzubereiten, hatten die jungen Leute vom Schulchor des Collegio Valdese am Dienstag nicht. Nachdem sie schon am frühen Morgen um 5 Uhr in ihrer Heimat Torre Pellice losgefahren waren, kamen sie erst um 19.30 Uhr in Walldorf an.

Da reichte die Zeit nur noch fürs Gepäck abladen, kurz am Waschbecken frisch machen und die roten Chor-Hemden überziehen. Schon kurz darauf standen sie vor den beinahe voll besetzten Publikumsreihen in der evangelischen Kirche und begannen munter zu singen und zu musizieren.
Unter der Leitung von Davide Ronfetto wurden verschiedenen Spirituals und Volkslieder intoniert, mal in englischer, mal in italienischer Sprache. Auch waldensische Chorliteratur gehörte zum Repertoire der rund 40 Sänger. Begeisterter Applaus war der Lohn für den schönen Auftritt.
Amalia Geymet-Panero, die verantwortlich für den Chor ist und dem Verwaltungsrat der Schule angehört, nutzte die Gelegenheit, um den Zuhörern zwei geplante Projekte vorzustellen. „Wir wollen eine offene Schule sein, von daher planen wir ein Projekt, das Immigrantenkindern, die ansonsten keine Möglichkeit hätten, Abitur zu machen, die Chance auf den Schulabschluss bieten soll“, erklärte sie.
Zudem wolle man für die letzten beiden Schuljahre Parallelkurse für ein internationales Abitur anzubieten, welches weltweit in über 80 Ländern gültig sei und dort zum Studium berechtige. In diese Kurse könne man Schüler von überall her aufnehmen, Englisch werde dort die Hauptsprache sein.
Das Collegio Valdese in der italienischen Partnerstadt Torre Pellice ist das einzige Waldensergymnasium in Italien. Es wurde 1831 gegründet und 1835 erbaut. Es war die Antwort auf ein tiefes Bedürfnis der Waldenserbevölkerung. Die eigenen Kinder, die aufgrund religiöser Diskriminierung an öffentlichen Schulen nicht geduldet wurden, sollten eine Schulbildung erhalten können.
Nach dem Konzert gab es erst einmal Abendessen für die Chormitglieder und deren Betreuer. Die mehr oder weniger ausgefallene Begrüßung konnte dabei ausgiebig nachgeholt werden.
Schon am Mittwochmorgen ging die Fahrt nach einer kurzen Nacht im Gemeindesaal für die jungen Leute jedoch weiter. Schließlich waren sie nur auf der Durchfahrt zum Kirchentag nach Hamburg gewesen. Am Sonntag fahren sie wieder nach Hause und werden einen zweiten Stopp in der Waldensergemeinde Rohrbach im Odenwald einlegen und auch dort ein Konzert geben. (ake)

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