Blasorchester der SKV Mörfelden spielt einsam gemeinsam ein Online-Stück

Ein Lied für die Gesundheit

Ein musikalisches Feuerwerk hatte das SKV Blasorchester noch im Februar vergangenen Jahres zünden dürfen. Für 2021 musste das Neujahrskonzert dagegen abgesagt werden. Archivfoto: Friedrich

Mörfelden-Walldorf – Es ist ruhig geworden um die Blasorchester der SKV Mörfelden. Die andauernde Pandemie hat die Musiker ausgebremst, sie können nicht einmal miteinander proben. Das schlägt aufs Gemüt. „Die Motivation sinkt“, berichtet Anne-Marie Antwerpen, Pressesprecherin des SKV-Blasorchesters. Seit dem Start des November-Lockdowns sei das Orchester sprichwörtlich verstummt, bestätigt die Abteilungsleiterin Irina Wintermeier. 

„Im letzten Jahr hatten wir lange mit Abstand im Bürgerhaus geprobt“, so Wintermeier. In der warmen Jahreszeit waren außerdem Outdoor-Proben möglich, doch jetzt lassen die Pandemiebestimmungen keinerlei Treffen mehr zu. Der Vorstand ist gefordert, mit pfiffigen Ideen die Gemeinschaft zu stärken. „Wir treffen uns seit einiger Zeit alle zwei Wochen zum virtuellen Stammtisch“, berichtet Wintermeier – immerhin.
Dirigent Lutz Glenewinkel, der das Blasorchester seit 2017 leitet, hatte mit seinen fast 50 Musikern letztmals im Februar 2020 auf der Bühne der Walldorfer Stadthalle gestanden. Dieses musikalische Feuerwerk zum neuen Jahr ist noch in guter Erinnerung. Ein kleineres Open-Air-Gastspiel beim Faselbräu-Oktoberfest rundete das Coronajahr 2020 ab – seither herrscht Stille. Und wäre da nicht die Kreativität eines jungen Dirigenten, würden die Instrumente vielleicht vollständig eingemottet. Doch Glenewinkel steckte nicht auf und vergab Hausaufgaben: Zu einer Melodie war jeder Musiker gefordert, seinen Part zu einem gemeinsamen Stück zu üben und aufzunehmen. „Da ein Metronom unter der Melodie liegt, haben alle das gleiche Tempo“, erläutert Antwerpen. Anschließend wurden die einzelnen Stimmen zu einem Lied zusammengefügt. Das Ergebnis ist ein gemeinsames Werk. Passend zur Pandemie hatte Glenewinkel den „Song for Health“ von Steven Verhelst gewählt, der nun auf der Facebook-Seite des Orchesters online abgespielt werden kann. An ein gemeinsames Üben ist derzeit nicht zu denken. Selbst wenn es die Coronaauflagen zuließen, dass man sich zu mehreren trifft, ist das Spielen vieler Blasinstrumente ähnlich kritisch wie das Singen im Chor: Über den Atem werden viele Aerosole frei. Und Onlineproben sind aufgrund der technischen Zeitverzögerung bei den virtuellen Treffen wenig sinnvoll. „Einer unserer Musiker hatte Geburtstag“, berichtet Irina Wintermeier – das angestimmte Geburtstagsständchen indes geriet völlig aus der Fassung: Als der erste loslegte, war der zweite fast fertig – ein Kanon wider Willen.
Aber: Der Vorstand sei dennoch bemüht, das Bürgerhaus zum Proben zu reservieren, wenn es die Situation wieder zulässt, so die Abteilungsvorsitzende. Ein Sorgenkind ist das Jugendblasorchester, das André Cezanne leitet. Mehrere Musiker hätten zwischenzeitlich Abitur gemacht, weitere Pläne seien ungewiss. Und ob nach der langen Durststrecke das alte JuBo-Orchester wieder in voller Besetzung antritt, ist fraglich. Neue Musiker sind nicht dazugekommen. Und Werbung ist derzeit sinnfrei.
An Ideen mangelt es indes nicht. „Wir möchten ein Schülerorchester gründen“, berichtet Anne-Marie Antwerpen. So könnte das breite Spektrum an Können im Jugendorchester entzerrt werden und das neue Ensemble als Einsteigerorchester dienen. Um das neue Projekt umzusetzen, habe man sich bereits mit der Musikschule ausgetauscht. Aktuell spielt Musik allerdings nur eine Nebenrolle. Im Vorstand werden Ideen ausgetauscht, wie das Gemeinschaftsgefühl gestärkt werden kann.
„Es gibt eine riesige Community im Amateurmusikerbereich“, sagt Antwerpen, man tausche sich im Netz mit anderen aus, die alle dasselbe Schicksal teilen. Im Gespräch ist nun ein Online-Picknick für die Blasorchester, weitere kreative Ideen werden ausgetüftelt. Und natürlich hoffen alle auf den Sommer, „dass draußen was geht, vielleicht ein Platzkonzert.“ Von Ursula Friedrich

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