Anspruchslos und standfest

Baum des Jahres: SDW und Stadt pflanzen eine Winterlinde am Oberwaldberg

BIS ZU 30 METER HOCH kann die Winterlinde werden. Ein noch kleines aber schönes Exemplar pflanzten die SDW-Vorsitzende Friederike Heislitz (links) und Bürgermeister Heinz-Peter Becker am Oberwaldberg. (Foto: Schwappacher)

Mörfelden-Walldorf. Die „Baum des Jahres-Allee“ am Oberwaldberg wächst stetig um einige Meter. Denn seit 2008 pflanzt dort die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Groß-Gerau gemeinsam mit der Stadt regelmäßig den aktuellen Baum des Jahres. Diesmal war es die Winterlinde.

„Wir haben hier ein schönes Exemplar“, freute sich die SDW-Vorsitzende Friederike Heislitz während der symbolischen Pflanzaktion mit Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD). Die eigentliche Arbeit war allerdings schon erledigt, es mussten nur noch einige Schaufeln Erde bewegt werden. Mit dem neuesten Zuwachs nehme der Weg um den Oberwaldberg langsam den Charakter eine Allee an, sagte Becker. Irgendwann in ferner Zukunft sollen dann entlang des gesamten Weges die Bäume des Jahres stehen.
Wenn es so weit ist, wird die gerade eingepflanzte Winterlinde immer noch zu sehen sein. „Sie überdauert uns alle“, sagte Friederike Heislitz. Bis zu 1000 Jahre alt könne der Baum werden. Und weil die Winterlinde wenig anspruchsvoll sei, stünden die Chancen gut, dass sie noch lange am Oberwaldberg wachse. Sie brauche wenig Wärme, komme auch mit sandigem Boden zurecht und ihr gutes Wurzelwerk garantiere der Winterlinde auch bei stürmischem Wetter einen sicheren Stand.
Ausgewachsen kann der Baum bis zu 30 Meter hoch werden. Charakteristisch sind seine herzförmigen Blätter, weshalb die Winterlinde auch den Beinamen „Baum der Verliebten“ trägt. In etwa 20 Jahren wird die Winterlinde am Oberwaldberg zum ersten Mal blühen und dann bereits eine stattliche Größe erreicht haben. Durch seine großen und nektarreichen Blüten lockt der Laubbaum viele Bienen an, deren Lindenblütenhonig eine heilende Wirkung nachgesagt wird. Er soll bei Hals- und Rachenerkrankungen helfen. Ein aufgesetzter Tee aus Lindenblüten könne dagegen bei Fieber und Erkältungen zum Einsatz kommen, erklärte Friederike Heislitz.
Früher war die Winterlinde ein Baum, unter dem Feste gefeiert und Gerichte einberufen wurden. Schon bei den Germanen stand der Baum daher oft im Dorfzentrum. „Die Winterlinde ist ein Baum, unter dem sich die Menschen getroffen haben“, berichtete Heislitz. Im Hof der Bürgermeister-Klingler-Schule pflanzte die Schutzgemeinschaft daher fünf Linden, unter denen die zukünftigen Generationen von Grundschülern spielen können.
Wegen seiner besonderen Bedeutung taucht das Wort Linde in rund 850 deutschen Ortsnamen auf, erklärte Heislitz.
Beliebt sei der Baum auch bei Holzkünstlern, die sein Holz gerne für Schnitzarbeiten nutzten. Wegen der hellen und gleichmäßigen Maserung lasse es sich besonders gut verarbeiten. Weil der Baum schnell nachwächst, wurde er früher auch als Brennholz genutzt.
Der Winterlinde am Oberwaldberg bleibt dieses Schicksal hoffentlich erspart. Spaziergänger sollen den Baum des Jahres 2016 dort noch lange sehen können. (seb)

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