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25 Schüsse – einer davon tödlich

19-jähriger Tatverdächtiger stirbt am Bürgerhaus – Ermittlungen gegen Polizisten

DIE EINSCHÜSSE IN DEN SCHEIBEN wurden für die abendliche Veranstaltung später mit schwarzem Tuch abgedeckt. (Foto: Schwappacher)

Mörfelden-Walldorf. Zahlreiche Schüsse waren in der Nacht zum Samstag in Mörfelden zu hören. Bei einer versuchten Festnahme am Bürgerhaus feuerten drei Polizeibeamte insgesamt 25 Mal auf einen bewaffneten Tatverdächtigen, der dabei tödlich getroffen wurde. 
Kurz danach erreichten ein Großaufgebot der Polizei sowie mehrere Rettungswagen und Feuerwehrautos den Ort des Geschehens. Rettungsdienst und Feuerwehr versuchten noch am Seiteneingang des Bürgerhauses zur Westendstraße den 19-jährigen Mann zu reanimieren, doch er verstarb aufgrund eines Schusses in den Oberkörper. Wie die Obduktion ergab, trafen ihn die Polizisten darüber hinaus mit weiteren sieben Schüssen in Füße, Beine und Arme.

Noch in der Nacht wurde der Tatort von der Mörfelder Feuerwehr großflächig ausgeleuchtet, und die Sicherung der Spuren begann. Die Arbeiten zogen sich bis zum frühen Samstagnachmittag hin und sorgten für eine Sperrung der Westendstraße. Warum die Schüsse abgegeben wurden, ist derzeit Gegenstand eines Ermittlungsverfahren gegen die drei Beamten. Dabei geht es um den Verdacht des Totschlags.
In Presseerklärungen schildern die Staatsanwaltschaft Darmstadt und das Polizeipräsidium Südhessen ihre ersten Erkenntnisse. Demnach gingen gegen 0.20 Uhr gleich mehrere Notrufe ein, in denen Bürger von einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern in der Parkstraße berichteten. 
Auf Nachfrage des Freitags-Anzeiger erklärte die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft, Barbara Homm, dass zuerst zwei Streifenwagen mit fünf Beamten vor Ort eintrafen. Sie gehe davon aus, dass es sich um Einsatzkräfte aus Walldorf gehandelt habe, sagte sie. Die Polizisten entdeckten einen 24-jährigen Mann mit schweren Schnittverletzungen, dessen Rucksack offenbar gestohlen worden war. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. 
Am Bürgerhaus stellten die Beamten schließlich den mit einem langen Messer bewaffneten Tatverdächtigen. Wie Staatsanwältin Homm berichtete, war der 19-Jährige nur mit einer Hose bekleidet. Ein toxikologisches Gutachten soll nun zeigen, ob er unter Drogeneinfluss stand. Der junge Deutsche wohnte noch bei seinen Eltern in Mörfelden-Walldorf. 
Der schwer verletzte 24-jährige Mann und der mutmaßliche Täter kannten sich nach den bisherigen Erkenntnissen nicht.
Was genau bei dem Festnahmeversuch geschah, müssen die laufenden Ermittlungen ergeben. Fest steht bislang nur, dass insgesamt 25 Mal geschossen wurde. Eine ganze Reihe von Kugeln ging in die Fassade des Bürgerhauses. Da die drei direkt beteiligten Beamten von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machten, ließen sich noch keine weiteren Details benennen, so Homm. Eine Vernehmung der beiden anderen Polizisten stand noch aus. Da sie eine Aussage leisten müssen, erhofft man sich, von ihnen mehr zu erfahren.
Grundsätzlich wird nach jedem Schusswaffengebrauch durch Polizeibeamte ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, um die Rechtmäßigkeit der Schüsse zu überprüfen. Dass Beamte dabei ihre Aussage verweigern, sei nichts Ungewöhnliches, meinte Homm. Dies liege etwa daran, dass die Ereignisse erst verarbeitet werden müssten und unmittelbar gegen die Schützen ermittelt werde. Im Laufe eines Verfahrens machten Beamte nicht selten doch noch Angaben zu den Vorfällen. 
Ob es sich bei den 25 Schüssen um eine ungewöhnlich hohe Anzahl handele, konnte die Pressesprecherin nicht sagen. Grundsätzlich sei es nicht alltäglich, dass überhaupt eine Waffe zum Einsatz komme. Die Zahl der am Bürgerhaus abgegebenen Schüsse sei zwar für sich betrachtet recht hoch, es komme aber immer auf die konkreten Ereignisse an, die zum Schusswaffengebrauch führten. Und darüber ließe sich eben noch nichts Genaues sagen. Auch müsse berücksichtigt werden, dass drei Beamte ihre Dienstwaffen einsetzen. (seb)

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