Vorlesewettbewerb an der IGS Kelsterbach: Mohamed Asdufan gewinnt

Videoübertragung in die Klassenzimmer

Eine Urkunde gab es für die Teilnehmer beim Lesewettbewerb der 6. Klassen an der IGS. Am Ende überzeugte Mohamed Asdufan (Mitte) die Jury. Er setzte sich gegen Yassin Bosehmad, Marko Konstantinovic, Hira Ötztürk und Elom Thedros durch. Foto: Erlenbac

Kelsterbach – Der Letzte wird der Erste sein. Dieses etwas abgewandelte Sprichwort trifft auf den Vorlesewettbewerb der sechsten Klassen in der Integrierten Ganztagsschule (IGS) Kelsterbach zu. Denn Mohamed Asdufan, der als Letzter las, wurde am Ende der Sieger des Wettbewerbs und vertritt die Schule nun auf Kreisebene.

Der Schüler hatte sich bestens vorbereitet. Als hätte er gewusst, dass er der Sieger wird. Weißes Hemd, Pullover und Krawatte hatte er angezogen und saß beinahe wie ein Moderator an dem weihnachtlich dekorierten Tisch im Stufensaal, an dem die fünf Bewerberinnen und Bewerber um den Sieg jeweils aus einem Buch ihrer Wahl vorlasen. „Ohren hoch, oder es knallt“, rief er dem wegen der Corona-Pandemie ausgewählten Publikum zu, bevor er gut betont aus Anna Böhms „Die Tierpolizei“ vorlas und damit für die Klasse 6.5 den Sieg holte.
Von Jubel war vor und nach den Auftritten allerdings nur wenig zu hören, denn es durften neben der Jury nur die Klassensprecherinnen und Klassensprecher der sechsten Jahrgänge in den Stufensaal. Von dort wurde der Auftritt der jeweils Klassenbesten im Vorlesen per Video in die Klassen übertragen. Deren Jubel kam dann über ein Mikrofon in den Saal.
Wie Lehrerin Sabine Posniak berichtete, sei man froh, dass der Vorlesewettbewerb in diesem Jahr überhaupt stattfinden konnte, wenn auch in etwas kleinerem Rahmen. Denn im vergangenen Jahre hatte der Wettbewerb komplett ausfallen müssen. Zwar hatte man diesmal auf einen Auftritt der Musikklassen und der Theater AG zur Umrahmung verzichtet. Dank der Übertragung vom Stufensaal in die Klassenräume konnten die Klassen beim Auftritt ihrer Vertreter aber wenigstens auf Distanz mitfiebern.
Organisiert hatte die Übertragung Martin Mattern. Der Pädagoge habe die Klassen via Teams zugeschaltet, sodass sie den Wettbewerb über Beamer auf einer Leinwand im Klassenraum verfolgten. „Das hat auch prima geklappt und war unter diesen Umständen auch das Beste, was man machen konnte“, freute sich Posniak. 
Den Start beim diesjährigen schulinternen Entscheid machte Yassin Bosehmad aus der Klasse 6.1, der aus Andreas Steinhöfels „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ las. Der Schüler wirkte ein wenig schüchtern und las mit leiser Stimme. Die Klasse 6.2 wurde durch Marko Konstantinovic vertreten, der sich den zweiten Band von Katja Brandis Buchreihe „Woodwalkers“ ausgesucht hatte.
Hira Ötztürk war das einzige Mädchen, das sich für den Schulwettbewerb qualifiziert hatte. Die Schülerin der Klasse 6.3 las aus Max von der Grün „Die Vorstadtkrokodile“ vor, in dem es um eine Kinderbande und Mutproben geht. Elom Tedros aus der Klasse 6.4 hatte sich von Joanne K. Rowling „Harry Potter und der Stein der Weisen“ ausgesucht. Er las teilweise vom Blatt, teilweise aber auch von seinem Mobiltelefon ab, um später zu bemerken: „Ich habe die falsche Seite gelesen.“
Da der Wettbewerb nur eine Schulstunde dauerte, durfte jeder Teilnehmer rund drei Minuten lesen. Zeit genug, um sich eine Vorstellung vom Lesevermögen und der Vortragsart zu machen. Dann wurde es noch einmal spannend, denn die Jury ließ sich knapp zehn Minuten Zeit, bis sie das Ergebnis verkündete. Neben dem Gewinner gab es keine weiteren Platzierungen.
Sieger Mohamed Asdufan fährt nun zum Kreiswettbewerb nach Groß-Gerau. Geht er dort als Sieger hervor, darf er zum Landeswettbewerb nach Wiesbaden. Im Gegensatz zu den Mathewettbewerben hat die Kelsterbacher IGS bisher bei den Vorlesewettbewerben noch nicht ganz so gut abgeschnitten.
Als Belohnung durften sich die Teilnehmer aus einer Kiste Buchgeschenke aussuchen und bekamen für ihre Teilnahme am Wettbewerb eine Urkunde. Sabine Posniak betonte, dass der Vorlesewettbewerb ein weiterer Baustein zur Leseförderung an der Schule sei, da die Mädchen und Jungen hier auf ein Ziel hinarbeiten würden. „Das ist dann noch einmal ein Lesebooster“, so Posniak. Zunächst würden die Klassen intern ihren besten Leser oder die beste Leserin auswählen. Bereits ab dem Jahrgang fünf gebe es in Zusammenarbeit mit der Stadt- und Schulbibliothek eine Leseförderung. Dies sei seit vielen Jahren immer wieder Thema – dass Kinder weniger lesen würden, konnte die IGS -Lehrerin nicht bestätigen.  Von Hans Dieter Erlenbach
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 5 (2 Bewertungen)


X