Bei Uroma Zech Mühle gelernt

Akribisch tragen die Teufelsinsler ihre Kindheitserinnerungen zusammen

VIELE ERINNERUNGEN werden bei den Treffen der Teufelsinsler ausgetauscht. (Foto: Postl)

Kelsterbach. Woher der Name Teufelsinsler kommt, weiß eigentlich niemand so ganz genau, doch es gab sie – und es gibt sie immer noch. Als Teufelsinsler wurden jene Kelsterbacher bezeichnet, die in dem Gebiet gegenüber dem ehemaligen Enkagelände wohnten. „Das hat genau am Haupteingang zum Werk angefangen und ging fast bis zum damaligen Bahnübergang“, beschreibt Henrika Schreiner.
 

Als Teufelsinsel wurde, so sieht es Ernst Freese, die Mole der alten Schleuse bezeichnet – wohl um den Kindern Angst zu machen, dort nicht hinzugehen. „Dort wohnt der Teufel, der packt euch und nimmt euch mit in die Hölle“, erinnert sich Freese an die schaurige Drohung seitens der Eltern. Betrachtet man ein Foto der Mole, welches ein Enka-Werksfotograf aufgenommen hat, so kann man die von Nebelschwaden umwaberte Mole tatsächlich als Teufelsinsel bezeichnen. Alle, die um diesen Bereich herumwohnten, waren Teufels‧insler.
Noch heute ist der Begriff bei den älteren Kelsterbachern in aller Munde, denn dort wohnte ein besonderer Menschenschlag. „Wir haben in ganz einfachen Verhältnissen gelebt, heute kaum vorstellbar, aber wir haben uns dort alle sehr wohl gefühlt“, erinnert sich Henrika Schreiner an ihre Jugend. Auch der ehemalige Erste Stadtrat Ernst Freese und der ehemalige Oberamtsrat Karl-Heinz Wagner sind echte Teufelsinsler.
„Das waren ganz tolle Zeiten, ich stehe heute noch dazu“, betont denn auch Freese. Um die schönen Erinnerungen an die Kindheit und Jugend wach zu halten, hat er viele Anekdoten zusammengetragen. Bei den jährlichen Treffen überrascht er fast jedes Mal mit einer neuen Fortsetzung. „Das macht mir großen Spaß, die alten Erinnerungen aufzufrischen – und vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen nach uns auch noch“, nennt Ernst Freese die Gründe für seine aufwendige Dokumentation.
Irgendwann nach vielen Jahren kam jemand auf die Idee, ähnlich einem Klassentreffen, eine Versammlung der Teufels‧insler ins Leben zu rufen. Einmal im Jahr, immer im Mai, werden seitdem regelmäßig Erinnerungen ausgetauscht. Über viele Jahre hat Gerd Rheinschmidt alles organisiert, musste aber dann vor zwei Jahren aus Altersgründen das Amt abgeben. „Das machst am besten du“, bestimmten die Teufels‧insler kurzerhand Henrika Schreiner zu seiner Nachfolgerin.
„Mir macht es großen Spaß, alte Jugenderlebnisse wieder in Erinnerung zu rufen und zu dokumentieren“, erzählt Schreiner. Sie hat ehemalige Teufelsinsler gebeten, ihr noch vorhanden Fotos zur Verfügung zu stellen. Mittlerweile hat sie zwei große Ordner voll schönster Erinnerungen. „Die Fotos vergrößere ich, und beim Treffen gibt es dann wieder viele überraschte Gesichter“, freut sich die Organisatorin schon auf die nächste Zusammenkunft.
Wie alle Teufelsinsler schwärmt auch Henrika Schreiner von der guten alten Zeit. „Ich war ein kleiner Hansdampf. Meine Mutter hat in der Glanzstoff in Schicht gearbeitet und ich war immer irgendwo unterwegs“, beschreibt sie ihre Erinnerungen. Bei Uroma Zech hat sie Mühle und Dame gelernt, in den Hinterhöfen mit den anderen Versteck gespielt. „Nur wenn wir zum Main wollten, hatten die Eltern große Angst, denn die meisten konnten ja nicht schwimmen“, erinnert sich Henrika Schreiner an ihre Kindheit.
Der „Gelbe Weg“, der damals von der Rüsselsheimer Straße zum Main hinabführte, war ein beliebter öffentlicher Spielplatz – im Sommer für Wettrennen und im Winter für Schlittenfahrten. (pos)

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