Umzug durch die Stadt mit Prinzenpaar

Kita-Kinder stürmen das Rathaus und verteilen Blumen - Bonbons vom Bürgermeister

PRINZENPAAR: Auf einem Wagen nahmen Mouad (links) und Ezo von der Kita St. Markus am Umzug teil. (Foto: Scherer)

Kelsterbach. Ein bunter Lindwurm mit verkleideten Närrinnen und Narren schlängelte sich am Dienstagmorgen durch die Stadt. Trommelwirbel und Faschingsmusik tönte aus den Megaphonen – und Kamellen flogen durch die Luft. Doch nicht etwa ein Fastnachtsverein hatte zu dem Umzug aufgerufen, sondern die katholischen Kindertagesstätten St. Markus und Don Bosco waren mit ihren Kindern und zahlreichen Eltern unterwegs und verbreiteten fröhliche Stimmung.

Erstmals hatten die beiden Kitas einen Faschingsumzug organisiert und wurden von der Resonanz gleich überrascht. „Wir sind mit 150 Kindern unterwegs“, erklärte Martina Leonhardt, die Leiterin des Kinderhauses Don Bosco, erfreut. Auch viele Eltern, einige davon sogar verkleidet, schlossen sich dem närrischen Umzug an, der bei der Polizei angemeldet war und von Beamten begleitet wurde. Eigentlich hatte man zunächst nur einen kleinen Faschingsspaziergang geplant, erklärte Leonhardt. Aber dann sei die Begeisterung unter den Kindern so groß gewesen, dass man einen Umzug organisiert habe.
Sichtlich Spaß hatten die kleinen Narren, die als Piraten, Prinzessinnen oder Superhelden verkleidet bei strahlendem Sonnenschein durch die Straßen liefen. Am Treffpunkt, dem Platz vor der St. Markuskirche, stimmten sich Kinder und Eltern mit Fastnachtsliedern ein. Von dort ging es zunächst winkend und singend durch die Albert-Schweitzer-Straße Richtung Rathaus. Am Straßenrand schauten einige Anwohner dem Lindwurm zu. „Den Anwohnern haben wir Bescheid gesagt, auch sie fanden das ganz toll“, sagte Martina Leonhardt. Seit vielen Jahren gebe es ja keinen Faschingsumzug mehr in Kelsterbach.
Vorneweg auf einem bunt geschmückten Bollerwagen thronte das Paar Prinzessin Ezo und Prinz Mouad von der Kita St. Markus, die laut „Helau“ riefen und den Zuschauern am Straßenrand süße Kamellen zuwarfen. Vor dem Rathaus warteten einige Mitarbeiter der Verwaltung, die sich hinter langen Tischen verbarrikadiert hatten, auf die närrische Schar.
Gegen die Überzahl der kleinen Narren hatten die Verwaltungsangestellten keine Chance. „Gemeinsam woll’n wir schunkeln, feiern, lachen und allen Menschen Freude machen. Spaß und Freude woll’n wir bringen und ganz tief in eure Herzen dringen“, proklamierten die Kita-Narren, die auch noch einen Garde-Tanz aufführten.
„Wir ergeben uns!“, rief der Erste Stadtrat Kurt Linnert, der zusammen mit Bürgermeister Manfred Ockel und städtischen Mitarbeitern die Narren mit Schokoküssen, Gummibärchen und Getränken milde stimmte. „Danke für diese schöne Idee, der Umzug ist eine tolle Sache“, erklärte Linnert. In Kelsterbach gebe es keine Straßenfastnacht mehr. „Und da müssen wir jetzt von klein auf anfangen, vielleicht entwickelt sich dann etwas“, scherzte der Erste Stadtrat.
Nach dem Rathaussturm ging es weiter zum Haus Weingarten, wo die Kinder an die Senioren Blumen verteilten. Anschließend liefen die Kinder zurück zum Kirchplatz. Auch im kommenden Jahr planen die Kitas einen Faschingsumzug. Laut Martina Leonhardt hätten bereits andere Kitas erklärt, sich der närrischen Veranstaltung anschließen zu wollen. (nad)

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