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Tiefgarage mit 300 Stellplätzen

Bauausschuss stimmt Änderung des Bebauungsplans für die Rüsselsheimer Straße zu

NICHT MEHR ZEITGEMÄSS sind die Altbauten aus den 50er Jahren. Sie sollen in zwei Jahren abgerissen werden und vier modernen Häusern mit 240 Wohnungen weichen. (Foto: Scherer)

Kelsterbach. Im Quartier „Auf der Mainhöhe“ will die Nassauische Heimstätte (NH) 240 neue Wohnungen errichten, wofür sieben Altbauten aus den 50er Jahren abgerissen werden (wir berichteten). Der dafür notwendigen Bebauungsplanänderung für das rund 1,6 Hektar große Teilgebiet in der Rüsselsheimer Straße stimmten am Montagabend die Fraktionen im Bauausschuss mehrheitlich zu. Die Wählerinitiative Kelsterbach (WIK) enthielt sich. Endgültig stimmt das Stadtparlament am Montag, 13. November, über den Plan ab.

Seit Jahren stelle man sich der Frage, wie man angesichts der Dynamik im Rhein-Main-Gebiet mehr Wohnraum schaffen könne, sagte Bürgermeister Manfred Ockel. Durch das Förderprogramm „Soziale Stadt“ würden nur die Randbedingungen verbessert, das große Thema für die Anwohner sei aber die teils sehr schlechte Wohnsubstanz, so Ockel.
Diesem Thema widme sich die NH seit rund vier Jahren durch die sukzessive Sanierung des Bestands. Es gebe aber auch Häuser, da sei keine Sanierung mehr möglich. „Der Abriss und Neubau zugunsten von mehr Wohnungen ist ein wichtiger Beitrag für die Stadtentwicklung und das ganze Quartier“, sagte der Bürgermeister.
Wie NH-Projektentwickler Peter Klarmann erläuterte, wird für das Vorhaben das Erbbaurecht aufgehoben. Derzeit werde der Vertrag über das Grundstück zwischen der Stadt und der Unternehmensgruppe als Käufer abgestimmt, so Klarmann. Der Baubeginn für die insgesamt vier Wohnhäuser ist für 2020 geplant. Unter den Häusern sind zwei Tiefgaragen mit rund 300 Stellplätzen geplant. Die knapp 20 Außenstellplätze entstehen ausschließlich im vorderen Bereich zur Rüsselsheimer Straße hin.
In den Innenhöfen wird es keine Parkplätze mehr geben, dafür Grünanlagen, Spielplätze und Mietergärten. Die Wohnhäuser, so Klarmann, seien alle nach Westen ausgerichtet. Zur Straße hin seien fünf Geschosse geplant, im Mittelteil vier Stockwerke und am Mainufer sechs Etagen. Die Kosten für das Projekt liegen bei rund 67 Millionen Euro.
Ulrich Albersmeyer, Leiter des NH-Regionalcenters Wiesbaden, verwies ebenfalls auf die schlechte Bausubstanz der sieben Altbauten und das „Sammelsurium“ an Heizvorrichtungen, darunter Warmwasserspeicher und Kohlebadöfen. Dies und mangelnde Wärmedämmung sorgten dafür, dass die Nebenkosten fast so hoch wie die Kaltmiete seien. „Die Menschen haben sich damit arrangiert, aber es ist nicht zukunftsweisend“, so Albersmeyer.
Zudem seien die Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 40 und 55 Quadratmetern zu klein und auch nicht barrierefrei. Rund 80 der 240 neuen Wohnungen sind gefördert und werden für 6,70 Euro pro Quadratmeter vermietet. Die Miete für die frei finanzierten Wohnungen liegt bei 10,70 Euro pro Quadratmeter.
Innerhalb von zwei Jahren sollen die Mieter aus den alten Wohnungen ausziehen und mithilfe der NH in Bestandswohnungen der Unternehmensgruppe in Kelsterbach oder Nachbarstädten untergebracht werden. Aber man könne nicht allen Mietern garantieren, dass das klappe, weswegen sich die Mieter auch frühzeitig selbst kundig machen müssten. Allerdings räume man den Mietern ein Vorzugsrecht bei den neuen Wohnungen ein, betonte Albersmeyer. In den Sprechstunden, die die NH im Bürgertreff anbietet, hätten bereits viele Mieter den Wunsch geäußert, wieder ins Quartier zurück zu kehren. Die Fertigstellung der neuen Häuser ist für Ende 2022 geplant.
Er sei hocherfreut, dass man mit dem Quartier so schnell in die Pötte komme, sagte SPD-Fraktionschef Jürgen Zeller. Man wisse um die vielen Millionen Euro, die notwendig seien. Mit der NH habe man einen Partner, der mit der Stadt an einem Strang ziehe und den Worten auch Taten folgen lasse, so der Ausschussvorsitzende.
Christine Breser (CDU) begrüßte die Verdreifachung der Wohnungszahl, fragte sich aber, ob das geplante Car-Sharing-Projekt angesichts von über 300 Stellplätzen überhaupt angenommen werde, da viele Anwohner keine Anreize hätten, auf das eigene Auto zu verzichten. Bürgermeister Ockel erklärte, dass man unabhängig davon derzeit zusammen mit anderen Kommunen einen Anbieter für Carsharing-Projekte für Elektroautos suche, um das Prinzip des Autoteilens im ganzen Stadtgebiet zu fördern.
Mit der Änderung des Bebauungsplans wurde zudem der Bau einer Kita in der Rüsselsheimer Straße festgelegt. Zwar decke man derzeit den Bedarf an Kitaplätzen, doch mit der geplanten Wohnbebauung am Staudenring könnte der Bedarf wieder steigen, sagte Ockel. Eine spätere Umwandlung der Kita in Wohnungen sei möglich, umgekehrt gehe das jedoch nicht, sagte der Rathauschef.  (nad)

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