Stadtwald Kelsterbach im Neuaufbau

Treffen der Kommunalen Förster / Jahrelange Investitionen sind nötig

Die vermehrten Hitzeperioden machen eine Bewässerung des Waldes unerlässlich. (Foto: Postl)

 

Kelsterbach (pos). „Was sind denn das für zwei ferngesteuerte Wildschweine?“, fragte ein Förster scherzend den Leiter des Kelsterbacher Kommunalbetriebs (KKB), Martin Klepper. Zwischen den Reihen der jungen Bäume bewegten sich zwei Maschinen über den Boden, die unterschiedliche Spuren ihrer Arbeit hinterließen. Eines hatten beide gemeinsam: Sie wurden von KKB-Forstmitarbeitern begleitet, die sie per Fernsteuerung dirigierten.

„Das sind unsere neuen bewährten Mitarbeiter: Der kleinere ist ein Schlegelmulcher, der größere ein Forstmulcher“, erklärte Klepper, der auch für den Stadtwald zuständig ist. Als dann noch die beiden Bewässerungsfahrzeuge der Firma Jost aus Dreieich-Offenthal zeigten, was sie alles können, war das Dutzend der Gäste beeindruckt. Forstassessor Klepper hatte nämlich seine Kolleginnen und Kollegen aus der Region zu einem Arbeitstreffen in den Kelsterbacher Stadtwald eingeladen. Nicht alle Waldbesitzer in Hessen, darunter viele Kommunen, setzen auf eine eigene „Waldbewirtschaftung“ – der überwiegende Anteil der hessischen Wälder wird nämlich noch vom Landesbetrieb HessenForst betreut.
So war es auch mit dem Kelsterbacher Stadtwald bis zum Bau der Landebahn Nordwest. „Aufgrund der vielen Auflagen durch den Planfeststellungsbeschluss hat HessenForst der Stadt Kelsterbach empfohlen, die Waldbewirtschaftung selbst zu übernehmen“, erklärte Klepper. Für die Umsetzung der Auflagen in den planfestgestellten Flächen wäre zwar der Flughafenbetreiber Fraport zuständig, doch aufgrund dessen Vorgehens hat Kelsterbach mit Fraport einen Vertrag geschlossen, die Umsetzung selbst in die Hand zu nehmen und die entsprechenden Leistungen in Rechnung zu stellen.

Klimastress schwächt die Bäume, die anfälliger für Pilzbefall werden

Bei einer Weiterbildung für Forstleute kam man ins Gespräch und traf sich zunächst auf freundschaftlicher Basis. Daraus ist mittlerweile unter den Forstleuten, die kommunale Waldflächen betreuen, ein Arbeitskreis geworden, der sich hin und wieder trifft, um Erfahrungen auszutauschen. Jetzt hatte Martin Klepper die Mitglieder des Arbeitskreises Kommunale Förster zu einem Arbeitstreffen in den Stadtwald – was noch davon übrig geblieben ist – eingeladen. „Es gibt viele Probleme, die wir alle gemeinsam haben und es gibt auch unterschiedliche Ansätze, wie man diese löst. Ich will heute zeigen, wie wir in Kelsterbach vor allem den Waldumbau vorantreiben“, beschrieb Klepper die Aufgabenstellung für das Treffen.
Vor allem die lang anhaltenden Trocken- und Hitzeperioden der letzten Jahre haben dem Wald stark zugesetzt. „Da sind plötzlich Baumarten abgegangen, die früher als prädestiniert für diesen Standort galten“, verwies Klepper auf starke Schäden an Kiefern, Buchen und Eichen. „Der durch die klimatischen Extreme verursachte Stress schwächt die Bäume, die dann für Pilzbefall – wie Diplodia bei den Kiefern – anfälliger werden“, erklärte Klepper den Kreislauf.
Durch die starke Holzentnahme fällt der Preis für den Holzverkauf – und schon wirkt sich dies auch auf Investitionen für einen Neuaufbau des Waldes aus. „Hier in Kelsterbach hat man erkannt, dass es erst einmal Jahre der Investitionen braucht, um auch in Zukunft wieder einen Wald zu haben, der diesen Namen auch verdient“, betonte Klepper.

Roteichen gelten als nicht heimisch und sollen weichen

Wenn großflächig eingegriffen werden muss, dann werden, wie im dominierenden Kiefernbestand, die kranken Bäume entnommen und der Boden für Neuanpflanzungen bestens aufbereitet. „Dafür haben wir eigens entsprechende Maschinen angeschafft, die auch die großen Wurzelstöcke zerkleinern“, erklärte Klepper. Dann würden die Pflanzreihen so angelegt, dass die spätere Pflege größtenteils mit den Maschinen ausgeführt werden könne. „Als neue Baumarten pflanzen wir vor allem Stil- und Traubeneichen, dann Hainbuchen und Linden sowie auch die Flatterulme“, beschreibt Klepper den künftigen Baumbestand. 
„Und was ist mit den schönen Roteichen dort?“, wollte ein Forstkollege wissen. „Die müssen alle weg, was wir in dosierten Aktionen machen wollen, denn gemäß Planfeststellung gelten Roteichen als nicht heimisch“, erklärte der Forstassessor. „Aber das ist doch irrsinnig, die stehen doch bestens da“, kam gleich ein anderer Einwand. Dazu konnte Martin Klepper nur erwidern: „Man darf zwar gegen jegliches forstwirtschaftliche Verständnis handeln, aber nicht gegen die Auflagen des Planfeststellungsbeschlusses“.

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